Frankfurt/Main

Dax geht mit Gewinn in Weihnachtspause

Dax       -  Dax-Schriftzug und -Kurve auf einer Anzeigetafel in der Frankfurter Wertpapierbörse.
Foto: Arne Dedert/dpa/dpa-tmn | Dax-Schriftzug und -Kurve auf einer Anzeigetafel in der Frankfurter Wertpapierbörse.

Für die verkürzte Börsenwoche lautet die Bilanz des deutschen Leitindex jedoch minus 0,3 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Mittwoch letztlich 0,60 Prozent auf 30.413,79 Zähler.

Positive Impulse erhielt der Markt im späten Handel von der Nachricht, dass ein Brexit-Handelspakt in greifbare Nähe gerückt ist. Es sei „möglich, aber alles andere als sicher”, dass noch am Mittwoch ein Abkommen mit der EU vereinbart werde, hieß es aus britischen Regierungskreisen. Ähnliche Signale kamen auch von Seiten der Europäischen Union. Gelänge eine Einigung, könnte ein harter wirtschaftlicher Bruch beider Seiten zum Jahresende im letzten Augenblick vermieden werden.

Auch die anderen europäischen Leitbörsen legten zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,2 Prozent. Der Pariser Leitindex Cac 40 rückte um 1,1 Prozent vor. Der Londoner FTSE 100 kletterte um 0,7 Prozent aufwärts. Der New Yorker Dow Jones Industrial verzeichnete zum europäischen Handelsschluss einen Gewinn von 0,7 Prozent.

„So wie das bisherige Gesamtjahr geprägt war, geht es auch an den letzten Handelstagen des Jahres weiter: Unsicherheiten und Sorgen prägen das Geschehen, aber genauso auch die Hoffnung und der Optimismus”, kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect.

Unter den Einzelwerten im Dax standen die Anteilscheine von Daimler mit plus 3,3 Prozent im Anlegerfokus. Der Fahrzeugbauer zieht einem Pressebericht zufolge für seine Lastwagensparte einen Börsengang oder eine Abspaltung in Erwägung. Das „Handelsblatt” berichtete unter Berufung auf Insider, Konzernchef Ola Källenius strebe eine Trennung des Geschäfts Ende 2021 oder - wahrscheinlicher - im Jahr 2022 an.

Für die Papiere des Autozulieferers und Reifenherstellers Continental ging es mit plus 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit zwölf Monaten. Die VW-Papiere gewannen 2,4 Prozent. Die aktuellen Spekulationen rund um Daimler ließen auch die Erwartungen in puncto eines Börsengangs der Antriebssparte Powertrain von Conti neu aufleben, sagte ein Händler. Und auch bei Volkswagen gebe es, was die Elektrifizierung und Digitalisierung betreffe, angesichts einer sehr komplexen Konzernstruktur „viel Raum für Fantasie und Wertschöpfung”.

Die Aktien von Siemens Energy gewannen 3,1 Prozent. In einem Interview hatte Vorstandschef Christian Bruch dem „Handelsblatt” gesagt, die Tochter Siemens Gamesa weder teilweise noch ganz verkaufen zu wollen. Vorausgegangen waren spanische Medienberichte, wonach japanische Firmen Interesse hätten. Ein Händler hob hervor, dass Siemens Gamesa „das grüne Segment” im Portfolio von Siemens Energy sei, es sich außerdem dynamisch entwickele und ein gutes Image habe.

An das Ende des Index für mittelgroße Werte fielen die Anteile von Hellofresh um 5,5 Prozent. Wegen Kapazitätsengpässen habe der Kochboxenversender seinen Stammkunden Belohnungen für die Stornierung von Bestellungen in dieser Woche angeboten, berichtete das „Handelsblatt”.

Der Eurokurs stieg leicht auf 1,2196 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2166 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,60 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 146,28 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,45 Prozent auf 177,25 Punkte.

© dpa-infocom, dpa:201223-99-794602/7

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