Frankfurt/Main

Dax erholt sich nach trüber Vorwoche deutlich

Dax       -  Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.
Foto: Fredrik von Erichsen/dpa | Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.

In der Vorwoche hatte der Leitindex unter starken Schwankungen mehr als 3 Prozent verloren. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg zu Wochenbeginn um 1,14 Prozent auf 31.441,30 Punkte. Der Dax ist damit im noch jungen Jahr im Minus, der MDax im Plus.

Im Kampf gegen das Coronavirus gab es zu Wochenbeginn gute Nachrichten: Nach dem schleppenden Start der Impfungen in Deutschland kommt mehr dringend erhoffter Nachschub in Sicht. Bis zum Sommer sollen die Liefermengen deutlich anziehen, wie aus einer neuen Schätzung des Gesundheitsministeriums hervorgeht.

Für Unsicherheit und starke Kursschwankungen sorgt auch hierzulande weiter der „absurde Kurskrieg um Gamestop & Co”, wie es die Landesbank Baden-Württemberg formuliert. Es findet ein Kräftemessen zwischen professionellen Leerverkäufern und privaten Anlegern statt, die sich zuvor in Internet-Foren mobilisiert haben. Allgemein stehen daher Werte im Fokus, in denen große Spekulanten auf fallende Kurse setzen.

Ein Spielball sind etwa die Papiere von Varta, die in der Vorwoche zeitweise um über ein Drittel nach oben geschossen waren. Am Montag nun rutschten die Anteile des Batterieherstellers als klarer MDax-Verlierer um rund acht Prozent ab, nachdem sich die Leerverkäufer in der Vorwoche wohl zumindest größtenteils zurückgezogen hatten. Den Silberpreis trieben Spekulationen derweil zu Wochenbeginn auf das höchste Niveau seit Anfang 2013.

Nach einer Branchenstudie der Investmentbank Barclays standen zudem Immobilienwerte im Fokus der Anleger - vor allem Aktien von Wohnimmobilien-Unternehmen, die der Analyst Sander Bunck weiter bevorzugt. Für Deutsche Wohnen und Grand City Properties sprach der Experte Empfehlungen aus, was den Papieren kräftig Auftrieb gab. Deutsche Wohnen waren mit 3,47 Prozent plus der beste Dax-Wert.

Eine zurückhaltendere Meinung des Experten Daniel Grigat von Stiefel Europe beschleunigte indes die Talfahrt von Fresenius Medical Care (FMC). Der Markt für den Dialysespezialisten habe die Talsohle noch nicht erreicht. Die Papiere von FMC sackten als Schlusslicht im Dax um mehr als drei Prozent ab.

Einen kräftigen Dämpfer erhielten die Neuaufstellungshoffnungen des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck, was die in keinem großen Index mehr gelisteten Aktien prozentual zweistellig belastete. Ihr Verkauf der Gallus-Gruppe an die schweizerische Benpac Holding wird nun doch nicht vollzogen. Als Grund wurde eine überraschend nicht geleistete Kaufpreis-Zahlung genannt.

Europaweit hat sich die Stimmung derweil ebenfalls wieder deutlich aufgehellt. So zog der EuroStoxx 50 um 1,42 Prozent auf 3530,85 Punkte an. Der französische Cac 40 und der britische FTSE 100 schlossen jeweils rund 1 Prozent im Plus. In New York legte der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um knapp 1 Prozent zu.

Der Euro litt unter schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2084 (Freitag: 1,2136) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8275 (0,8239) Euro. In Deutschland war der Umsatz im Einzelhandel im Dezember wegen Corona-Beschränkungen überraschend stark eingebrochen.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei minus 0,54 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,01 Prozent auf 146,04 Punkte nach. Der Bund-Future fiel um 0,06 Prozent auf 177,21 Punkte.

© dpa-infocom, dpa:210129-99-218502/14

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