Frankfurt/Main

Eurostaaten wollen neue Münzen im Milliardenwert produzieren

Euro-Cent-Münzen       -  Die Euroländer wollen trotz gestiegener Nutzung bargeldloser Bezahlmöglichkeiten während der Corona-Pandemie auch 2021 Euro-Münzen in großem Stil in Umlauf bringen.
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa | Die Euroländer wollen trotz gestiegener Nutzung bargeldloser Bezahlmöglichkeiten während der Corona-Pandemie auch 2021 Euro-Münzen in großem Stil in Umlauf bringen.

Die Euroländer wollen trotz gestiegener Nutzung bargeldloser Bezahlmöglichkeiten während der Corona-Pandemie auch 2021 Euro-Münzen in großem Stil in Umlauf bringen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) genehmigte die Herstellung von Geldstücken im Gesamtvolumen von knapp unter zwei Milliarden Euro einschließlich Sammlermünzen. Das ist weniger als ein Jahr zuvor, als die Notenbank den 19 Staaten mit der Gemeinschaftswährung die Ausgabe neuer Euro-Münzen im Umfang von gut 2,1 Milliarden Euro zusicherte.

Von der für nächstes Jahr vorgesehenen Münzproduktion ist ein Volumen von 1482,9 Millionen Euro für den täglichen Gebrauch bestimmt, dazu kommen Sammlermünzen im Umfang von 499,3 Millionen Euro. Die meisten Geldstücke will auch 2021 Deutschland produzieren. Auf 658 Millionen Euro beläuft sich das Volumen der größten Volkswirtschaft Europas, davon entfallen 241 Millionen Euro auf Sammlermünzen.

Mit einem Gesamtvolumen von 321,5 Millionen Euro kommt Spanien auf den zweithöchsten Wert neuer Münzen, Frankreich liegt mit einem Volumen von 293 Millionen Euro auf Rang drei der Euroländer. Die EZB legt jährlich anhand des von den 19 Eurostaaten gemeldeten Bedarfs eine Obergrenze für das Gesamtvolumen der Münzen fest. In diesem Rahmen können die Länder dann die Geldstücke prägen lassen.

Umstritten sind vor allem 1- und 2-Cent-Münzen. Viele Verbraucher finden sie lästig. Manche machen sich für ihre Abschaffung stark. „Zu den 1- und 2-Cent findet derzeit eine Anhörung der EU-Kommission statt. Unsere Position, dass Kleinmünzen nicht abgeschafft werden sollen, deckt sich mit der des Bundesfinanzministers”, sagte dazu Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin der Auffassung: Solange es Preise wie 1,98 oder 0,99 Euro gibt, werden die kleinen Münzen gebraucht. Und man sollte auch nicht vergessen: Es gibt Menschen die sind auf jeden Cent angewiesen.”

Die Corona-Krise hat dem bargeldlosen Bezahlen einen Schub gegeben. In einer EZB-Erhebung in den Euroländern im Juli 2020 gaben vier von zehn Befragten an, seit Beginn der Pandemie seltener Bargeld verwendet zu haben. Bereits im Jahr vor der Krise hatten Scheine und Münzen für Verbraucher weiter an Bedeutung verloren. Sie sind demnach zwar weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel für kleinere Beträge an der Ladenkasse. Die Nutzung von Karten jedoch nimmt zu.

„Vor allem direkt an der Ladenkasse ist die Übermacht des Bargelds mit etwa drei Vierteln aller Transaktionen groß, wie auch die jüngste Zahlungsverhaltensstudie der EZB zeigt”, sagte Beermann. „Ich glaube nicht, dass es da eine massive Verschiebung gibt.”

© dpa-infocom, dpa:210103-99-880448/3

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