Berlin

Fleisch aus Großschlachtereien: Zustimmung für höhere Preise

Wurstsorten       -  „Wir brauchen ehrliche Preise”, sagt der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Uwe Schummer.
Foto: Armin Weigel/dpa | „Wir brauchen ehrliche Preise”, sagt der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Uwe Schummer.

Bessere Arbeitsbedingungen in Großschlachtereien sind nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter der Unionsfraktion höhere Preise für das Fleisch wert.

„Wir brauchen ehrliche Preise”, sagte der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Uwe Schummer, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Gestern war ein Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums bekannt geworden. Ausbeuterische Zustände in Teilen der Fleischindustrie sollen durch Gesetzesverschärfungen eingedämmt werden. Die Verbraucherpreise könnten laut dem Entwurf dadurch steigen. Die Debatte um Gesetzesverschärfungen hatte nach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Branchenriesen Tönnies in Nordrhein-Westfalen Fahrt aufgenommen.

Schummer sagte: „Wir zahlen einen zu hohen Preis für billiges Fleisch ohne Verantwortung für die Bedingungen der Produktion. Fleisch und Tiere sind keine Ramschware.”

Vor allem sollen Werkverträge in der Branche verboten werden. Für osteuropäische Arbeitnehmer, die über solche Verträge in den Schlachthöfen arbeiten, herrschen oft weit unterdurchschnittliche Arbeitsbedingungen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund rief die Industrie zu Änderungen auf. „Die Fleischbarone wären gut beraten, endlich etwas in ihren Betrieben und an ihrem Geschäftsmodell zu ändern, statt sich weg zu ducken oder gar neue ausbeuterische Strukturen zu erfinden”, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel der dpa. „Sie sollten die Macht der kritischen Konsumenten und die Kritik des Handels ernst nehmen.”

Katja Mast, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, sagte der dpa: „Wir sind fest entschlossen, den Gesetzentwurf schnell Gesetz werden zu lassen. Wir sind auch auf Widerstände eingestellt. Schließlich kennen wir die Fleischindustrie nur zu gut.” Schluss sei nun mit einem Geschäftsmodell, dass viel zu lange praktiziert worden sei. „Und allen, die jetzt wieder Schlupflöcher suchen, sei schon heute gesagt: Wir werden auch nach Corona am Thema dranbleiben, wo notwendig.”

© dpa-infocom, dpa:200723-99-892289/4

Erhalten Sie die wichtigsten regionalen Wirtschaftsnachrichten der Woche immer am Donnerstagmorgen in Ihr E-Mail-Postfach. Abonnieren Sie hier den Newsletter von Wirtschafts-Reporter Jürgen Haug-Peichl.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
dpa
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Deutsche Presseagentur
Fleischbranche
Gesetzentwürfe
Gesetzesverschärfungen
Handel und Vertrieb
Katja Mast
SPD-Bundestagsfraktion
Schlachthöfe
Schnäppchenpreise
Verbraucherpreise
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!