Halle

IWH: 3,7 Prozent Wachstum und steigende Verbraucherpreise

IWH       -  Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle geht von einem kräftigen Wachstum in diesem Jahr aus.
Foto: Hendrik Schmidt/ZB/dpa | Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle geht von einem kräftigen Wachstum in diesem Jahr aus.

Die deutsche Wirtschaft wird sich nach Einschätzung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) im laufenden Jahr kräftig erholen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde voraussichtlich um 3,7 Prozent zulegen, teilte das Institut mit.

Die Bundesregierung hatte zuletzt mit einem Plus von 3,0 Prozent gerechnet. Im vergangenen Jahr war das BIP als Summe aller im Land produzierten Güter und erbrachten Dienstleistungen um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft.

Für das erste Quartal 2021 erwartet das IWH noch einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Mit Fortschreiten der Impfkampagne sei damit zu rechnen, dass die Lockdown-Maßnahmen Schritt für Schritt aufgehoben würden, hieß es. Das würde vor allem dem Dienstleistungsbereich zugutekommen.

„Für eine rasche Erholung der Nachfrage spricht, dass die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte, auch dank staatlicher Stützungsmaßnahmen, insgesamt stabil geblieben sind”, sagte Oliver Holtemöller, Vizepräsident des IWH. Zudem profitierten die exportorientierten Produzenten des Verarbeitenden Gewerbes von der Erholung der Weltwirtschaft.

Den Verbraucherpreisen sagen die Forscher für 2021 einen deutlich schnelleren Anstieg als in den Jahren zuvor voraus. Dazu trügen insbesondere der gestiegene Erdölpreis, die Rücknahme der temporären Mehrwertsteuersenkung, die Einführung des bundesweiten Emissionshandels zur CO2-Bepreisung im Bereich Verkehr und Wärme und die Erhöhung des Mindestlohns bei. Die Inflationsrate lag 2020 im Jahresschnitt bei 0,5 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:210311-99-778746/3

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