Berlin/Schönefeld

Regierungsterminal am neuen Hauptstadtflughafen in Betrieb

Regierungsterminal am BER       -  Der neue Regierungsterminal am Hauptstadtflughafen BER.
Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa | Der neue Regierungsterminal am Hauptstadtflughafen BER.

Der Bundespräsident, die Kanzlerin und ihr Kabinett brechen ab sofort vom neuen Hauptstadtflughafen BER zu Dienstreisen auf.

Mit der Ankunft von Agrarministerin Julia Klöckner, die am Mittwochmorgen vom EU-Agrarministertreffen in Luxemburg zurückkehrte, wurde das neue Regierungsterminal in Schönefeld bei Berlin in Betrieb genommen.

Dort werden nun auch die Gäste der Bundesregierung aus dem Ausland empfangen. Wann der erste kommt, ist aber noch unklar. Wegen der Corona-Pandemie haben auch Spitzenpolitiker weltweit ihre Reisen stark eingeschränkt.

Klöckner bezeichnete es nach zwei langen Verhandlungsnächten in Luxemburg als „schönen Zufall” und „nette Überraschung”, dass sie am neuen Hauptstadtflughafen landen konnte. „Dem neuen Flughafen BER wünsche ich viele zufriedene Fluggäste und Crews - der Start erfolgt unter besonderen Bedingungen jetzt”, sagte die CDU-Politikerin.

Der Eröffnungstermin für den gesamten Flughafen ist erst für nächste Woche geplant. Am 31. Oktober soll der BER als Deutschlands drittgrößter Flughafen mit neun Jahren Verspätung in Betrieb genommen werden. Sechs Eröffnungstermine sind in diesem Zeitraum geplatzt, die Kosten sind auf mindestens sechs Milliarden Euro gestiegen - drei Mal so viel wie ursprünglich geplant.

Die weißen VIP-Maschinen der Luftwaffe mit dem schwarz-rot-goldenen Streifen waren 26 Jahre lang in Tegel gelandet, um Regierungsmitglieder und ihre Delegationen abzuholen oder wieder nach Berlin zurückzubringen. Ganz dicht gemacht wird der militärische Teil des Flughafens Tegel - anders als der zivile Teil - aber trotzdem nicht.

Drei Hubschrauber sollen bis 2029 weiter Politiker von dort aus transportieren. Der Weiterbetrieb der Liegenschaft in Tegel kostet nach einer Antwort des Verteidigungsministeriums von Mai auf eine parlamentarische Anfrage etwa fünf Millionen Euro im Jahr, was in der Opposition bereits für Kritik gesorgt hat. Im vergangenen Jahr gab es lediglich 67 Einsätze der Hubschrauber.

Auch die 19 Flugzeuge der Bundeswehr für den Personentransport werden noch nicht fest in Schönefeld stationiert. Ihr Heimatflughafen bleibt zunächst Köln/Bonn, was ebenfalls Kosten für den Hin- und Rückflug nach Berlin zu Einsätzen bedeutet. Das liegt auch daran, dass das neue Regierungsterminal ein Provisorium ist. Ein größerer Neubau für 344 Millionen Euro wurde im Dezember gestoppt.

© dpa-infocom, dpa:201021-99-22710/5

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