Washington

US-Notenbank belässt Leitzins stabil

US-Notenbank Fed       -  Das Gebäude der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve in Washington.
Foto: Matthew Cavanaugh/EPA/dpa | Das Gebäude der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve in Washington.

Angesichts eines robusten Wirtschaftswachstums und einer niedrigen Arbeitslosenquote hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihren Leitzins unverändert belassen. Dieser befinde sich weiter im Korridor von 1,5 bis 1,75 Prozent, teilte die Zentralbank am Mittwoch mit.

Das Wirtschaftswachstum und der Arbeitsmarkt seien insgesamt weiter robust, einzig Neuinvestitionen und Exporte zeigten weiter Schwäche, erklärte die Notenbank. Die Fed-Entscheidung war von Analysten weitgehend erwartet worden.

Im vergangenen Jahr hatte die Notenbank ihren Leitzins dreimal um je 0,25 Prozentpunkte gesenkt, um den seit zehn Jahren anhaltenden Aufschwung der US-Wirtschaft zu verlängern. Gründe für die Zinssenkungen waren vor allem ein weltweit schwächeres Wachstum und anhaltende Handelskonflikte. Doch bereits bei ihrer Sitzung im Dezember schwenkte die Fed um: Angesichts guter Wirtschaftsdaten ließ die Notenbank den Leitzins unverändert und signalisierte, dass bis auf Weiteres nicht mit neuen Zinsschritten zu rechnen ist.

Auch am Mittwoch erklärte die Fed, dass das momentane Zinsniveau „angemessen” sei, um eine Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs zu unterstützen. Die Entscheidung, den Zinssatz stabil zu halten, fiel einstimmig, wie die Notenbank mitteilte.

Die US-Arbeitslosenquote lag zuletzt mit 3,5 Prozent auf ihrem niedrigsten Stand seit 50 Jahren, die Wirtschaft wuchs im dritten Quartal auf das Jahr gerechnet um 2,1 Prozent. Auch der jüngste Abschluss eines ersten Handelsabkommens mit China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, dürfte die US-Konjunktur weiter stützen. Die Börse in New York meldete zuletzt immer neue Rekorde.

Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen. Ein niedriges Zinsniveau verbilligt Kredite, weswegen zum Beispiel Firmen leichter investieren können und viele Bürger weniger für den Schuldendienst ausgeben müssen. Damit haben sie mehr Einkommen zur Verfügung, was wiederum die Wirtschaft ankurbeln kann.

Die unabhängige Fed sieht sich unterdessen weiterhin Angriffen von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt, der Zinssenkungen fordert. Ohne die restriktive Zinspolitik der Fed könnte die US-Wirtschaft noch deutlich schneller wachsen, argumentiert der Präsident. Am Dienstag etwa erklärte er über Twitter, die Fed sollte endlich „smart” werden und den Leitzins senken, damit die USA ihre Schulden abzahlen und zu besseren Konditionen refinanzieren könnten. Trump hatte sich zuletzt immer wieder verärgert gezeigt, dass die USA für ihre Staatsschulden höhere Zinsen zahlen müssen als zum Beispiel Deutschland.

„Im Präsidentschaftswahljahr zeigt sich wieder einmal, wie segensreich die Unabhängigkeit einer Zentralbank ist”, kommentierte ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann. „US-Präsident Trump hätte für seinen Wahlkampf jetzt gerne ein heftiges, geldpolitisch erzeugtes Konjunktur-Strohfeuer.”

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