Paris

Veolia und Suez legen Basis für Fusion

Veolia       -  Bei der Veolia Umweltservice Nord Niederlassung EVG GmbH im Seehafen in Rostock wird Restmüll der Hansestadt und aus dem Umland angeliefert zur weiteren Verwertung.
Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa | Bei der Veolia Umweltservice Nord Niederlassung EVG GmbH im Seehafen in Rostock wird Restmüll der Hansestadt und aus dem Umland angeliefert zur weiteren Verwertung.

Die französischen Abfallentsorger Suez und Veolia haben sich nach monatelangem Streit auf Grundzüge einer Fusion geeinigt. Wie die beiden Konkurrenten am Montag mitteilten, kamen sie über einen Preis von 20,50 Euro für eine Suez-Aktie überein.

Veolias bisheriges Angebot hatte bei 18 Euro gelegen. Der neue Verbund soll auf einen Umsatz von etwa 37 Milliarden Euro kommen. Endgültige Verträge wollen die Konzerne bis zum 14. Mai aufsetzen.

Veolia hatte im Sommer den Kampf um Suez gestartet. Für das Unternehmen ist es bereits der zweite Versuch, Suez zu übernehmen. 2012 war die Übernahme unter anderem an kartellrechtlichen Bedenken gescheitert.

Frankreichs Finanz- und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire zeigte sich mit der Übereinkunft zufrieden. „Ich freue mich, dass Veolia und Suez zu einer gütlichen Einigung gekommen wird.” Das entspreche dem Wunsch, den der Staat von Anfang an geäußert habe. Wettbewerb, Beschäftigung und eine gute Entwicklung der Unternehmen seien gewährleistet.

Die Übereinkunft der Konzerne bedeutet eine Bewertung des Aktienkapitals von Suez mit rund 13 Milliarden Euro. Allerdings ist das Unternehmen auch mit 10 Milliarden Euro verschuldet. Anfang Oktober hatte Veolia bereits dem Energiekonzern Engie dessen Anteil von 29,9 Prozent für 3,4 Milliarden Euro abgekauft. Branchenkreisen zufolge dürfte die Einigung zwischen Suez und Veolia kaum Einfluss auf den deutschen Markt haben.

Nach dem Zusammenschluss soll der Mitteilung zufolge ein „neues Suez” als Ausgliederung entstehen. Dieser Teil soll einen Umsatz von etwa sieben Milliarden Euro haben. Die Aktionäre sollen demnach überwiegend französisch sein. Geplant ist, dass der ausgegliederte Suez-Teil neben einer Tätigkeit in Frankreich Wassergeschäfte etwa in Italien, Tschechien und Indien führt.

Die von Streit geprägten, langen Verhandlungen sind für Frankreich eher ungewöhnlich. Nach monatelangen Verhandlungen und Auseinandersetzungen vor Gericht mit dem Suez-Management um eine einvernehmliche Übernahme hatte sich Veolia mit seinem Angebot kürzlich direkt an die Aktionäre gewandt. Der Schritt hatte heftige Kritik ausgelöst. Französische Gewerkschaften sprachen von einer „Kriegserklärung”. Suez bezeichnete die Offerte an die Aktionäre als „illegal”, da sich Veolia zuvor vor Gericht verpflichtet habe, nicht feindlich vorzugehen. Auch Le Maire hatte sich eingeschaltet. Noch im Februar hatte Suez eine feindliche Übernahme entschieden abgelehnt.

© dpa-infocom, dpa:210412-99-173903/2

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