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Milde Winter lassen Zecken ganzjährig aktiv sein

Zecke
Eine zuvor von einem Hund entfernte Zecke auf einer Pinzette. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

„Bei Bodentemperaturen ab sieben Grad marschieren sie los.” Zecken sind Überträger von Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Hinzu komme, dass eingewanderte Arten wie Hyalomma-Zecken durch fehlenden Frost hierzulande überwintern könnten, so Süss. Solche in Nordafrika, Südeuropa und Regionen Asiens heimischen Zecken seien schon in der Vergangenheit durch Vögel eingeschleppt worden, hätten dann aber den Winter nicht überlebt. Das habe sich durch die milde Witterung infolge des Klimawandels geändert. „Jetzt schafft sie es, auch in Deutschland ihren natürlichen Zyklus vom Ei über die Larve und Nymphe hin zum erwachsenen Tier zu durchlaufen.”

Die Hyalomma-Zecke sei nicht nur deutlich größer als der Gemeine Holzbock, sie bewege sich auch mit relativ hohem Tempo auf ihren Wirt zu, erläuterte Süss. Und sie ist potenzieller Überträger des gefährlichen Krim-Kongo-Fieber-Virus. Eine Infektion mit diesem Virus ruft eine Erkrankung hervor, die häufig als hämorrhagisches Fieber verläuft und tödlich enden kann. In Deutschland wurden bisher nur vereinzelte eingeschleppte Fälle nach Reisen bekannt.

Für FSME-Risikogebiete wird eine Schutzimpfung empfohlen; gegen die von Bakterien übertragene Borreliose gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Berlin wurden 2018 gut 580 FSME-Erkrankungen gemeldet; bei Borreliose wird von jährlich Zehntausenden Patienten in Deutschland ausgegangen.

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