Berlin

Jede dritte Blutvergiftung hierzulande endet tödlich

Blutvergiftung       -  In einem Labor des medizinischen Forschungszentrums am Universitätsklinikum Jena wird eine Blutprobe für einen Gerinnungstest vorbereitet.
In einem Labor des medizinischen Forschungszentrums am Universitätsklinikum Jena wird eine Blutprobe für einen Gerinnungstest vorbereitet. Foto: Jan-Peter Kasper/dpa-Zentralbild/dpa

Anlass ist der Welt-Sepsis-Tag an diesem Sonntag. Ohne aktuelle Zahlen zu nennen, räumt die Regierung dem Bericht zufolge ein, dass die Sterblichkeit bei Sepsis in Deutschland höher liegt als in anderen Industriestaaten. 2017 hatte ein Bündnis aus Betroffenen, Fachgesellschaften und Experten laut RND angegeben, dass die Todesfall-Rate in Deutschland um 10 bis 20 Prozent über der in den USA, Großbritannien oder Australien liegt.

Die Linken-Gesundheitspolitikerin Pia Zimmermann kritisierte, das Ministerium weigere sich, „erste einfache Schritte zur Senkung der Sepsis-Sterblichkeit einzuleiten”. Andere Länder wie Australien, die USA und England seien hier weiter. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) breche seine im Amtseid eingegangene Verpflichtung, Schaden von der Bevölkerung abzuwenden, sagte sie dem Blatt.

Weltweit sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr rund elf Millionen Menschen an Sepsis, darunter fast drei Millionen Kinder. Das Syndrom, das früher vereinfachend als Blutvergiftung bekannt war, entstehe in vielen Fällen im Krankenhaus.

Sepsis kann nicht nur durch eine Blutinfektion ausgelöst werden, sondern häufig auch durch Durchfall, Lungenerkrankungen oder Tropenkrankheiten. Wenn das Immunsystem dann überreagiert, kann das zu multiplem Organversagen und damit zum Tod führen. Auch wer an einer schlimmen Form von Covid-19 leidet, hat laut WHO ein höheres Risiko, eine Sepsis zu bekommen. Selbst wer sie überstehe, müsse mit lebenslangen Folgen rechnen.

© dpa-infocom, dpa:200913-99-540506/2

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