Gland

Neue Rote Liste bedrohter Arten: Wisent weniger gefährdet

Wisent im Nationalpark Unteres Odertal       -  Ein Wisent liegt auf einer Wiese im Nationalpark Unteres Odertal unweit dem Schloss Criewen in Brandenburg.
Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa | Ein Wisent liegt auf einer Wiese im Nationalpark Unteres Odertal unweit dem Schloss Criewen in Brandenburg.

Rigorose Schutzmaßnahmen bringen zum Jahresende gute Nachrichten für den Wisent, eine europäische Rinderart: Das Tier, auch europäischer Bison genannt, ist weniger stark gefährdet als bisher.

Dies berichtete die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Donnerstag in Gland bei Genf. Sie verwaltet die Rote Liste der gefährdeten Arten und aktualisiert sie laufend.

Der Wisent (Bison bonasus) ist von Kategorie drei („gefährdet”) auf Kategorie zwei („potenziell gefährdet”) heruntergestuft worden. Die Zahl der Wisente sei von 1800 im Jahr 2003 auf 6200 im vergangenen Jahr gestiegen, berichtete die IUCN. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Art in der Wildnis schon einmal ausgestorben, überlebte aber in Zuchten und wurde in den 50er Jahren wieder ausgewildert. Die größten Populationen befinden sich in Polen, Belarus und Russland.

Die IUCN listet Tiere und Pflanzen in acht Kategorien, von „ausgestorben” bis „nicht gefährdet”. Manche Arten können nicht eingeordnet werden, weil nicht genügend Daten vorliegen. Auf der Liste stehen jetzt fast 129.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen fast 36.000 vom Aussterben bedroht sind.

In Mittelamerika seien drei Froscharten ausgestorben, berichtet die IUCN. In einem der größten Seen der Philippinen, dem Lanao-See, seien 15 der 17 dort einst heimischen Frischwasserfische ausgestorben. Die Haiart Carcharhinus obsolerus, die im vergangenen Jahr erstmals beschrieben wurde, ist jetzt in der Kategorie „vom Aussterben bedroht” aufgeführt. Die Rochenart Riesenmanta (Mobula birostris) wurde hochgestuft in die Kategorie „stark gefährdet”. 30 Prozent der Rochen und Haie seien vom Aussterben bedroht, berichtete die Marine Megafauna-Stiftung. Dies sei eine Folge nicht nachhaltiger Fischerei.

© dpa-infocom, dpa:201210-99-640071/4

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dpa
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