Glosse

Kellner-Alltag: Tatar bitte, aber richtig schön durch

Kaum zu glauben, was manche Gäste im Wirtshaus alles bestellen. Vom Lago Maggiore bis zum Cappuccino ohne Milch und Sahne ist alles dabei.
Lecker Nudeln: Wer auf Penne allergisch reagiert, kann ja immer noch auf Spaghetti ausweichen.
Foto: Jens Wolf, DPA | Lecker Nudeln: Wer auf Penne allergisch reagiert, kann ja immer noch auf Spaghetti ausweichen.

Die Gastronomie ist eine Branche, deren Beschäftigte eine gewisse Duldsamkeit mitbringen müssen. Denn der Gast muss, um auch künftig Gast zu bleiben, pfleglich behandelt werden. Andererseits hauen Gäste aber machmal Schoten raus, die dem Gastwirt ein beinahe unmenschliches Maß an Selbstbeherrschung abverlangen. Ein Hotel- und Gastro-Branchenportal hat eine Hitliste der sinnentleertesten Bestellungen zusammengestellt, die jemals an das Ohr eines Kellners drangen.

Da gibt es zum Beispiel die Legende von dem Gast, der einen Lago Maggiore bestellte - die offenbar nur in seinem ganz persönlichen Universum geläufige Umschreibung für einen Latte Macchiato. Einen anderen gelüstete es nach einem Cappuccino, der aber unbedingt ohne Milch oder Sahne sein sollte. Der nächste wollte wissen, ob der Lachs extrem nach Fisch schmecke. Und wieder ein anderer wollte sein Rinder-Tatar richtig schön durch.

Vegetarier-geeignetes Cordon Bleu gibt's auch

Essensbestellungen sind stets auch eine Frage des Standpunkts. Ein Gast etwa wollte sein Steak nicht medium, sondern groß. Der nächste orderte einen Salat ohne Zwiebeln, Kraut und Bohnen - zur Vermeidung von Blähungen. Da hat er auch gescheit Recht gehabt, denn zusammen mit seinem Hefeweizen hätte diese Diät weitreichende Folgen für seine Umwelt haben können.

Auch die weite Welt der Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Ernährungsformen prägt den Arbeitsalltag von Kellnern. Einer musste die Bestellung eines Cordon Bleu ohne Schinken entgegennehmen, denn der Gast behauptete, Vegetarier zu sein. Ein anderer Gast verweigerte unter Verweis auf seine Allergie die Penne zur Tomatensoße und orderte stattdessen Spaghetti.

Lieber Hasenpfeffer als Wild

Ich weiß aus eigener Anschauung, dass es sich bei den genannten Beispielen nicht um die Ausgeburten einer überschäumenden Fantasie handelt. Hier ein von mir selbst belauschtes Beratungsgespräch zur Speisekarte in einem Wirtshaus meines Vertrauens: Gast: "Was können Sie denn empfehlen?" Kellnerin: "Wir haben heute eine sehr feine Rehkeule oder Hirschbraten." Gast: "Ach, nee. Dann lieber den Hasenpfeffer. Wild esse ich nämlich nicht."

Kellner-Alltag: Tatar bitte, aber richtig schön durch
Foto: Käuzle
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