Karlstadt

Gute Erinnerungen an die Schulzeit

Die Abiturienten des Johann-Schöner-Gymnasium Selina Eirich, Joshua Klübenspies und Luisa Höfling vom P-Seminar Sozialkunde, betreut von Studienrat Dominik Rüth, wollten eigentlich anlässlich des 50-jährigen Schuljubiläums in der Aula mit vielen Gästen aus der Schulfamilie ausgewählte Ehemalige befragen – zu ihrer Schulzeit, ihrer Berufswahl, ihrem Werdegang. Das war die Idee, bis Corona gehörig einen Strich durch die Rechnung machte. Deshalb fand die Veranstaltung online als Teams-Meeting mit drei zehnten Klassen des Gymnasiums als Publikum statt.

Die geladenen Gesprächspartner waren ein Berufspolitiker, der nach eigenen Worten ein "Problemschüler” war, ein Zahnarzt und Implantologiespezialist, der schon zu Schulzeiten sportlich war, ein studierter Musiker mit einem ungewöhnlichen Musikinstrument namens "Bonophon" aus ausgekochten Rinderknochen sowie ein promovierter Physiker, der empfahl, "zu den Lehrern nicht so fies zu sein". Bundestagsabgeordneter Alexander Hoffmann, Dr. Stefan Scherg, Maximilian Eder und Dr. Frederick Arand verbindet ihre Schulzeit am Johann-Schöner-Gymnasium, allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. Alle vier haben noch heute eine gute Erinnerung daran.  

Erinnerung an beeindruckende Lehrer

Die drei Abiturienten bildeten gemeinsam mit Lehrer Rüth und Sylvia Schubart-Arand das Organisationsteam. Als Vorsitzende des Fördervereins "Freunde des JSG" agierte Schubart-Arand als Bindeglied zu den Ehemaligen. Die Anspannung war bei den drei technikaffinen Abiturienten groß, denn ein Online-Interview war für sie Neuland. Aber ihre Gesprächspartner waren locker und schalteten sich zu aus Karlstadt vor Arbeitsbeginn am Zahnarztstuhl oder aus Berlin vor der politischen Debatte und fanden die richtige Sprache fürs jugendliche Publikum.

Stefan Scherg führt seit vielen Jahren eine Zahnarztpraxis in seiner Heimatstadt. Der sportaffine ehemalige Fußballer hat sich aktuell die Teilnahme am Iron Man-Triathlon zum Ziel gesetzt. Er erinnert sich gerne an beeindruckende, ihn prägende Lehrer und betonte, dass es sich lohnt, sich im Leben anzustrengen.

Alexander Hoffmann hatte sich schon in seiner Schulzeit im Sport und im Karnevalsverein engagiert, aber damals sicherlich keine Berufspolitikerkarriere vor sich gesehen. "Albo", so sein Spitzname, war ein eher mittelprächtiger Schüler mit Anfangsschwierigkeiten, schlechter Lateinnote und der Vorstellung, vielleicht einmal Schreiner oder Pilot zu werden. Als ihn ein Lehrer eines Tages zur Seite nahm und fragte, wie lange er noch so schlechte Noten schreiben wolle, "hat mich das persönlich erreicht und den Antrieb gegeben, etwas zu tun in Physik und Mathematik".

Viele Freiheiten außerhalb des Unterrichts

Nach der Schulzeit und einem Jahr Wehrdienst studierte Hoffmann Jura in Würzburg, ging mit gutem Examen als Verwaltungsjurist zum Freistaat und arbeitete unter anderem bei der Regierung von Unterfranken, beim Landratsamt Miltenberg und der Stadt Würzburg. Seit 2013 ist der Retzbacher CSU-Bundestagsabgeordneter.

Maximilian Eder aus Karlstadt, spielt in der fränkischen Folkband "Gankino Circus" mit Auftritten unter anderem in Kasachstan und Kirgisistan und wurde mit einem europäischen Folkmusikpreis ausgezeichnet. Eder legte zwar nicht am JSG sein Abitur ab, weil er damals nicht seine Wunsch-Fächerkombination in der Oberstufe wählen konnte. Aber er würde noch immer das JSG empfehlen, weil er dort "außerhalb des klassischen Rahmens der Schule viele Freiheiten hatte. Als Beispiel nannte er einen engagierten Lehrer, der bis in die Nacht half, Bühnenelemente aufzubauen.

Er wollte eigentlich "etwas Medizinisches machen”, aber "als ich im Unterricht ein Schweineherz aufschneiden musste, wurde mir schlecht". Auf Empfehlung eines Musiklehrers durfte er Schlagzeug lernen und bekam in der Schule Kontrabass-Unterricht. Eders Ratschlag an die Schüler: "Eigentlich kann man alles – aber man sollte sich gut überlegen, was man gern machen will".

Theaterkurs war positives Schulerlebnis

Warum er das Physikstudium ergriff, erklärte Frederick Arand mit dem Hinweis auf die Fächer Mathematik und Physik, die ihm relativ leicht gefallen sind. Er beschrieb sein Studium in Heidelberg samt Auslandsaufenthalt in den USA mit der Botschaft "erst auf den Putz zu hauen, wenn man persönlich gereift ist”. Für ihn war der Theaterkurs ein besonders positives Schulerlebnis, weil dieser neben dem Pflichtprogramm viel Spaß gemacht hat.

Den Jugendlich riet Arand, der inzwischen als Software-Entwickler arbeitet, über sich selbst nachzudenken, dabei sowohl streng als auch gütig zu sich zu sein. Mit dem Hinweis auf die "80-20-Regel” verabschiedete sich Arand. Diese besagt, dass man oft schon mit nur 20 Prozent Einsatz 80 Prozent des angepeilten Ergebnisses erreichen kann.

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