Es sind zwei unscheinbare dünne Bändchen, die der Mitarbeiter der Würzburger Universitätsbibliothek am Hubland auf den Tisch legt – das eine hellbeige, das andere in dunklem Rot. Aufgrund des Titels würde sich kaum jemand für die beiden 1907 veröffentlichten Broschüren interessieren. „Compensationsvollzug und Compensationsvorbringen nach gemeinem Rechte“ ist da zu lesen. Das klingt wenig verlockend. Es ist vielmehr der Name des Autors, der hellhörig macht: Karl Liebknecht, Mitbegründer der KPD und bis heute eine Gallionsfigur der deutschen Linken. Und das Thema ist der Titel der Doktorarbeit Liebknechts, der 1897 an der Würzburger Universität promovierte.
WÜRZBURG