ALTLANDKREIS

Traditionen halten auch dem Regen stand

Tanz vor der Scheune: In Oberleichtersbach tanzen die Plopaare auf Schotter um den Plobaum.
| Tanz vor der Scheune: In Oberleichtersbach tanzen die Plopaare auf Schotter um den Plobaum.

(ele/jok/ws/pia) „Ond bann die Stern vom Himmel falle – onser Kirmes wird gehalle“ – heißt seit Jahren der Kirmesruf nicht nur in Oberbach. Sterne fielen nicht, dafür aber tropfte am Samstag Regen vom Himmel am Kirchweihwochende etlicher Orte des Altlandkreises.

Aufgeweicht hingen die bunten Bänder von der Spitze des Plobaums herunter. „Ich glaub, so ein schlechtes Wetter hatten wir beim Baumaufstellen noch nie“, meinte Nicole Heublein, die zum siebten Mal bei der Kirmes mitmachte. Schwester Anne war ebenfalls Plomädchen, Bruder Florian Kirmeskönig. Seine Königin Larissa Lößer stammt auch aus einer kirmesbegeisterten Familie. Schwester Lorena und Bruder Ingo sind ebenfalls unter den Plopaaren.

In Oberbach wurde erstmals seit langer Zeit der Baum wieder mit Muskelkraft aufgerichtet, ohne Kran. Am Sonntag blieb es trocken, als die Plopaare ihre Runden tanzten. Andreas Fuß verlas „wie sich die Kirmes zusamme gefunne hoad“ und glossierte das Dorfgeschehen.

Einen Generationswechsel gab es heuer bei der Kirmes in Zeitlofs. Viele Ältere waren aus den Schürzen herausgewachsen. Einige waren noch einmal dabei, um den Nachwuchs zu unterstützen. Mitmachen und mitorganisieren hieß es für die Neuen beim Plo. Hendrik Kenner und Patrick Hereth von der alten Truppe assistierten Lena Schmitt und Nils Böhm beim Aufsagen der Sprüche. Pfarrerin Barbara Weichert zeigte sich beeindruckt vom neuen Stil der Gesellschaft. Weniger derb als sonst seien die Sprüche gewesen, sagt sie, vielleicht wegen der weiblichen Federführung durch Lena Schmitt.

Premiere bei den Sprüchen hatte ein Blick in die Zukunft: So rechnet die Kirmesgesellschaft damit, dass 2030 die Gaspipeline wieder ausgebuddelt werden muss. Restauranttester Christian Rach übernehme den Fränkischen Hof, gehe aber auch pleite, letztendlich kehre der Hannes zurück. Wegen der Schließung des Fränkischen Hofes musste die Kirmesgesellschaft alles selbst ausrichten. Kirmesessen fanden im Sportheim und bei der Feuerwehr statt.

Traditionen sind auch in Oberleichtersbach das Herzstück der Kirmes. Beim Weiberstrich ersteigern die Burschen ihre Mädchen, die Paare tanzen am Sonntag nach der Kirche und der Kirmesspruch wird aufgesagt. Einen Brauch haben die Oberleichtersbacher allerdings neu geregelt, das Aufstellen des Baums. Statt Manneskraft übernimmt ein Kran die Arbeit an der B27, auf der solange der Verkehr umgeleitet wird.

Auf das Spektakel der Kirmes verzichteten auch Breitenbacher und Mitgenfelder nicht. Im strömenden Regen stellte die Kirmesgesellschaft ihren Baum am Sportplatz auf, musikalisch unterstützt von der Jugendkapelle. Elf Paare von 16 bis 26 Jahren hatten sich beim Weiberstrich gefunden. „Teuerste“ war Nina Hahn, von Andreas Heil gestrichen.

Eindrucksvoller Aufmarsch: Der Einzug der Zeitlofser Kirmespaare, bei denen es heuer einen Generationswechsel gab.
| Eindrucksvoller Aufmarsch: Der Einzug der Zeitlofser Kirmespaare, bei denen es heuer einen Generationswechsel gab.
Zeitlofser Gaudi: Saubere Sache, so eine zünftige Kirmes.
| Zeitlofser Gaudi: Saubere Sache, so eine zünftige Kirmes.
Bei Wind und Wetter: Als Regenfest erwiesen sich die Plobaum-Aufsteller aus Breitenbach und Mitgenfeld.
| Bei Wind und Wetter: Als Regenfest erwiesen sich die Plobaum-Aufsteller aus Breitenbach und Mitgenfeld.
Traditionell: Die Tänze um den Plobaum wie hier in Oberbach gehören zu jeder Kirchweih.
Foto: Kellermann (2), Herdt, Kirchner, Weichert (2) | Traditionell: Die Tänze um den Plobaum wie hier in Oberbach gehören zu jeder Kirchweih.
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