Kitzingen

Die Glosse: Wenn FFP2-Masken wie der Gelbe Sack reißen

Der etwas andere Wochenrückblick: Sommertage im Februar. Gebühren-Ärger samt Shitstorm in Volkach. Die Vergesslichkeit von Politikern. Und über allem ein wenig Sahara-Staub.
14 235 100 Tonnen Sahara-Staub befanden sich diese Woche in der Atmosphäre und rieselten langsam auf uns herab – da  versandete so manches.
Foto: Daniel Karmann, dpa | 14 235 100 Tonnen Sahara-Staub befanden sich diese Woche in der Atmosphäre und rieselten langsam auf uns herab – da  versandete so manches.

Um sich zu erwärmen, war Kitzingen zuletzt genau der richtige Platz: Mitte der Woche wurde die rekordverdächtige 20-Grad-Marke geschrammt. Dazu rieselte es sanft vom Himmel: Beachtliche 14 235 100 Tonnen Sahara-Staub schwebten laut Berechnungen der Wetterfrösche durch die Atmosphäre und landeten vorzugsweise auf unseren Autos.  Fühlte sich an wie Sand am Meer. Wer schon immer mal den Kopf in den Sand stecken oder etwas versanden lassen wollte, hatte dieser Tage Gelegenheit dazu. 

Nicht ganz so entspannt war derweil die Lage in Volkach. Dort hatte der Stadtrat die Gebühren für den Wohnmobil-Stellplatz am Main fast verdoppelt, statt 5,50 Euro sind jetzt für 24 Stunden zehn Euro fällig. Das führte im Internet zu einem regelrechten Aufschrei, neudeutsch Shitstorm. Der war so groß, dass ihn selbst der Sahara-Staub kaum überdecken konnte.

Wenn der Staub schon mal da ist, wirbeln wir ihn mal so richtig auf – das dachten sich auf Landkreis-Ebene einige Politiker diese Woche. Es ging um einen Klimamanager, den sich der Landkreis leisten will. Dazu gab es einen prinzipiellen Beschluss im Umweltausschuss aus dem vergangenen Sommer, einstimmig gefällt. Jetzt preschte die CSU vor und stellte den hässlichen Vorwurf in den Raum, die neue Stelle werde wohl gerade am Kreistag vorbei ausgeschrieben. Die Empörung war groß, am allergrößten aber dürfte schlichtweg die Vergesslichkeit gewesen sein. Es könnte also sein, dass eine weitere Stelle dringend nötig wird: ein Fakten-Checker für Pressemitteilungen von Politikern.

Kann der Sahara-Staub auch bei uns auch für eine Fata-Morgana sorgen? Kurzzeitig hatte es den Anschein. Ein alter Ärger tauchte wieder auf: Als vor einigen Monaten der in blau gehaltene Mund-Nase-Schutz aufkam, rissen bei der ersten Generation oft die Ohrschlaufen reihenweise ab. Als der Fehler endlich abgestellt war, kam die FFP2-Masken-Pflicht. Und was passiert? Wieder reißen die Ohrenschlaufen.

Manche Schlaufen lösen sich allein vom Hingucken. Billigheimer aus China. Wobei es so ist, dass es wohl drei verschiedene Maskengrößen gibt – das sagt einem vorsorglich aber keiner. Es spricht einiges dafür, dass die Billig-Masken von den Machern des Gelben Sacks sind. So ist das heutzutage: Nicht nur die Masken sind oft unpassend, das ganze Leben ist schwer geworden. Ähnlich schwer wie 14 235 100 Tonnen Sahara-Staub.

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