Burghaslach

Drei-Franken-Treffen: Zu viele Ängste werden geschürt

Beim Drei-Franken-Treffen der CSU beim Drei-Franken–Stein bei Burghaslach sprachen (von links) Stefan Müller (Parlamentarischer Staatssekretär im Bildungsministerium), Thomas Silberhorn (Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), Otto Hünnerkopf (MdL), Artur Auernhammer (MdB), Richard Bartsch (Bezirkstagspräsident von Mittelfranken), Christian Schmidt (Bundeslandwirtschaftsminister), Joachim Herrmann (Bayerischer Innenminister) und Gerhard Eck (Staatssekretär im Innenministerium).
Foto: Guido Chuleck | Beim Drei-Franken-Treffen der CSU beim Drei-Franken–Stein bei Burghaslach sprachen (von links) Stefan Müller (Parlamentarischer Staatssekretär im Bildungsministerium), Thomas Silberhorn (Parlamentarische ...

„Zur Zeit strömen Flüchtlinge nach Deutschland, Ursache und Wirkung sind komplex, und für diese Lösung gibt es keinen Königsweg.“ Mit diesen Worten leitete Johannes Kestler, evangelischer Pfarrer in Aschbach, seine Andacht beim Drei-Franken-Treffen der fränkischen CSU-Bezirke am Drei-Franken-Stein bei Burghaslach ein.

Traditionell treffen sich dort am Himmelfahrtstag die Spitzenvertreter der Bezirke und führende Politiker, Gastgeber war Oberfranken und so begrüßte Johannes Krapp, CSU-Ortsvorsitzender (Schlüsselfeld), die CSU-Mitglieder, die in Sternmärschen von Unter-, Mittel- und Oberfranken zum Drei-Franken-Stein gewandert waren.

Die ökumenische Andacht, die neben Kestler der katholische Pfarrer Gabriel Ramos aus Wachenroth mit gestaltete, geriet zu einem Appell für die Flüchtlinge. Es würden zu viele Ängste zum Thema Flüchtlinge geschürt. „Wer im Glauben daheim ist, braucht keine Angst vor Überfremdung zu haben“, so Kestler, und das Thema „Fremdheit“ würde sich mit seinen Weisungen durch die gesamte Bibel ziehen. Etwa in einem Zitat von Jesus Christus, der sinngemäß sagt: „Was du einem Fremden angetan hast, hast du mir angetan.“ Somit würde Christus dazu auffordern, sich Fremden zuzuwenden.

Diesen Ball nahm Bayerns Innenminister Joachim Herrmann auf. „Wer Angst um unser christliches Abendland hat, sollte sonntags in die Kirche gehen und montags nicht zu Pegida“, so sein Aufruf. Bayern habe die Hauptlast der Erstaufnahme geschultert, jetzt gelte es, die Flüchtlinge in die Gesellschaft und Rechtsordnung zu integrieren. „Dumme Pegida-Sprüche helfen nicht weiter, um für die Werte der Demokratie wie Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Gleichberechtigung von Mann und Frau zu kämpfen.“

Herrmann sprach auch das Fehlen der sonst immer anwesenden Demonstranten an, die sich etwa für den „Naturpark Steigerwald“ und den Lärmschutz für Geiselwind stark gemacht hätten. „Wir haben beides versprochen, und wir haben Wort gehalten, gerade für Geiselwind haben sich die Staatssekretäre Gerhard Eck und Dorothee Bär beim Verkehrsminister Alexander Dobrindt schwer dafür eingesetzt“, sagte Herrmann zu den etwa 200 Besuchern.

„Dumme Pegida-Sprüche“ helfen nicht weiter.“
Joachim Herrmann Innenminister

Hauptredner war Thomas Silberhorn, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er wandte sich gegen die politischen Parteien und Gruppierungen, die die Flüchtlinge „in Frage“ stellen wollen, und sprach von einer „Abgrenzung von völkisch-nationalem Denken“. Man müsse als demokratische Partei aufmerksam und wachsam sein, damit die demokratische Grundlage Deutschlands weiterhin stark bleiben könne. Auch mit Zuwanderung, Migration und Flüchtlingen sei ein starkes und gutes Leben möglich. „Wir in der CSU nehmen die Ängste der Menschen ernst, aber bei uns ist ein sicheres Leben möglich“, sagte Silberhorn.

In seinem Grußwort hob Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt den Aspekt der Ernährung der Bevölkerung hervor. So schön ein Naturpark Steigerwald auch sei, für ihn sei die Ernährungsfrage wichtiger, die beim Essen und der Wertschätzung der regionalen Produkte beginne. Staatssekretär Gerhard Eck sprach in seinem Schlusswort von einer „geschlossenen Einheit der Franken“. Die „Herausforderung der Flüchtlingsfrage“ habe Bayern verwaltungstechnisch gut umgesetzt, und die Bayern hätten auch das notwendige Verantwortungsbewusstsein für die Integration der Flüchtlinge.

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