Kitzingen

Jungstil Kitzingen: Jugendtreff im Internet via Discord-Server

Jungstil Kitzingen hat sich eine Kommunikations-Plattform zu Nutzen gemacht. Discord dient hier für einen wöchentlichen digitalen Jugendtreff. Wie entstand die Idee?
So sahen Aktionen von Jungstil normalerweise aus: Kinder und Jugendliche konnten sich auf verschiedene Art gemeinsam beschäftigen, hier zum Beispiel mit Trampolining. Das geht aktuell nicht. Die Organisation hat sich dennoch etwas einfallen lassen.
Foto: Jochen Kulczynski | So sahen Aktionen von Jungstil normalerweise aus: Kinder und Jugendliche konnten sich auf verschiedene Art gemeinsam beschäftigen, hier zum Beispiel mit Trampolining. Das geht aktuell nicht.

Jugendarbeit ist ein wichtiger Bestandteil sozialen Engagements in der Gesellschaft. Allerdings wird auch diese Arbeit durch die Corona-Pandemie erschwert. Die städtische Jugendarbeit Jungstil Kitzingen versucht trotzdem mit allen Mitteln für Jugendliche da zu sein. Dabei sind Mitarbeiter kreativ geworden und haben sich die Online-Plattform Discord zu Nutze gemacht.  

Die Plattform wird normalerweise vor allem von Onlinegamern genutzt, um sich während des Spielens mit anderen zu unterhalten. Auf Discord können die Nutzer in Gruppen chatten oder telefonieren. Für Jungstil bietet die Plattform die Möglichkeit die Jugendtreffs, die normalerweise persönlich stattfinden, auf einen Server im Internet zu verlegen. Jeden Mittwochabend können sich die Jugendlichen hier treffen und gemeinsamen reden, spielen und Zeit miteinander verbringen. Wie kam es zu der Idee und wie kommt sie an?

Jugendarbeit während des Lockdowns ist wichtig

Sarah Porter weiß, dass gerade in Zeiten des Lockdowns Jugendarbeit eine besondere Bedeutung hat. "Jugend ist eine Phase, in der Peergroups einfach eine sehr hohe Bedeutung haben", erklärt die Leiterin des Kinderkonits Kitzingen. Dort können sich Kinder normalerweise persönlich treffen.

Sarah Porter ist Leiterin des Kinderkontis in Kitzingen.
Foto: Diana Fuchs | Sarah Porter ist Leiterin des Kinderkontis in Kitzingen.

In der Gemeinschaft setzen sich die Jugendlichen mit anderen auseinander und müssen mit den verschiedensten Menschen zurechtkommen. Außerdem bietet Jungstil verschiedenste Aktivitäten an, um die Fähigkeiten junger Menschen zu fördern. "Das alles wird ihnen gerade genommen", so Porter.

Die Mitarbeiter von Jungstil versuchen deswegen weiterhin Plattformen zu bieten und erschaffen diesen Raum nun virtuell. So zum Beispiel auch mit dem wöchentlichen Treffen auf Discord. Dieses findet jeden Mittwoch um 19 Uhr statt und kann sich durchaus bis 22 Uhr ziehen. "Mit diesem Angebot erreichen wir vor allem ältere Jugendliche ab 14 Jahren", sagt Porter, "und das Feedback von diesen ist durchweg positiv".

Die digitalen Angebote können klassische Jugendarbeit nicht ersetzen

Für die gemeinsamen Abende gibt es keine feste Agenda, wie auch normalerweise im Kinderkonti bestimmen die Jugendlichen was ansteht. Dazu gehören der Austausch über die vergangene Woche, Sorgen und Probleme, Buchtipps und Serienempfehlungen. "Im Anschluss spielen wir dann noch verschiedenste Onlinespiele wie zum Beispiel 'Montagsmaler', 'Werwolf' oder klassische Brettspiele", sagt sie. In der Regel nehmen bis zu zehn Jugendliche an den Treffen teil.

Den Kontakt zu Jugendlichen aufrechtzuerhalten sei trotz der digitalen Möglichkeiten eine Herausforderung. Neue Jugendliche würden Porter und ihre Kollegen so nicht erreichen. Hauptsächlich habe Jungstil zu den Kindern Kontakt, zu denen bereits eine Beziehung bestehe.

Jungstil Kitzingen hat in der Corona-Pandemie neue Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche eingerichtet. Mit einem Discord-Server wird der Austausch und gemeinsame Spielen ermöglicht.
Foto: Screenshot/Maria Faiß | Jungstil Kitzingen hat in der Corona-Pandemie neue Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche eingerichtet. Mit einem Discord-Server wird der Austausch und gemeinsame Spielen ermöglicht.

"Wir versuchen, nicht in Vergessenheit zu geraten, damit Jugendlichen weiterhin wissen, an wen sie sich in einer Notlage wenden können", sagt sie. Die Mitarbeiter von Jungstil seien immer über die Chatfunktion, per Telefon und Handy erreichbar. Austausch-Möglichkeiten gebe es also, aber nichts ersetze das, was eigentlich fehle: den Kontakt zu Gleichaltrigen.

Für die kommenden Tage stehe noch ein neues Projekt über Discord an. Am Samstag, dem 27. Februar um 16 Uhr können Jugendliche im Spiel "Rocket League" gegeneinander antreten. "Sie verknüpfen sich über Discord und das Gewinner-Team erhält ein Preisgeld in Höhe von mindestens 50 Euro", sagt Proter. Pro angemeldetem Team werde das Preisgeld noch um einen Euro erhöht.  

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Nach dem Lockdown werde das Angebot über Discord dann wahrscheinlich eingestellt. "Immerhin sind vor dem Lockdown regelmäßig 30 Kinder in unseren Kinderkonti gekommen, die wir auch wieder freudig erwarten", so die Leiterin. Regelmäßige Fotos und Videos auf Instagram und Facebook solle es jedoch weiterhin geben. Diese repräsentierten Jungstil schon vor der Pandemie digital und sollen das zukünftig tun.

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