Kitzingen

Piano Seiler: ein unverwechselbarer Klang

Maßarbeit, Gefühl und Erfahrung sind beim Pianobau gefragt.
Foto: Röding | Maßarbeit, Gefühl und Erfahrung sind beim Pianobau gefragt.

Ein unverwechselbarer, transparenter Klang und Perfektion bis ins kleinste Detail: Das ist es, was den „echten Seiler-Flügel“ in aller Welt berühmt gemacht hat – und bis heute das hohe Renommee des Unternehmens begründet.

Gegründet wurde die Pianoforte-Fabrik 1849 von Eduard Seiler im niederschlesischen Liegnitz. Bereits zur Jahrhundertwende beschäftigte das Unternehmen 350 Arbeiter. Damals wurden jährlich 2000 Flügel und Klaviere produziert. Viele Auszeichnungen machten Seiler zum größten Klavierbauer Ostdeutschlands.

Einen Neuanfang gewagt

Nach dem Zweiten Weltkrieg wagte Familie Seiler 1945 den Neuanfang und produzierte ab 1961 in Kitzingen. Die Modellpalette wurde bis zum Konzertflügel der Meisterklasse erweitert. Nachdem das Unternehmen 159 Jahre lang in Familienhand lag, wurde es 2008 vom koreanischen Musikinstrumentenhersteller Samick übernommen, einem der größten Musikinstrumenten-Bauunternehmen der Welt.

Bis heute ist die Traditionsfirma dem hohen Anspruch ihres Firmengründers treu geblieben. Seiler zählt zu den bedeutendsten europäischen Herstellern von Flügeln und Pianos und darf sich einer konstant hohen Nachfrage erfreuen. Heute ist das Unternehmen international tätig und besonders erfolgreich auf dem asiatischen Markt, wo sich immer mehr Familien ein Klavier ins Haus holen.

Patente, moderne Technik und Handwerkskunst

Viele Innovationen, die den Klavierbau maßgeblich beeinflusst haben, kamen im Laufe der Jahrzehnte aus dem Hause Seiler. Mit neuen Patenten, modernster Technik und der unverzichtbaren Handwerkskunst werden die Klaviere und Flügel für viele Jahrzehnte gebaut. Und reifen mit den Jahren zu klanglicher Vollendung.

Am Firmensitz und der Produktionsstätte fertigen 54 Mitarbeiter Klaviere und Flügel in althergebrachten Handarbeitstraditionen an. Der Gang durch die Produktionshallen des Traditionsunternehmens zeigt die hohe Qualität ihrer Arbeit – und selbst als Laie begreift man schnell: Klavierbau braucht Zeit. Es sind unzählige Arbeitsschritte bestens ausgebildeter Klavierbauer, die gemeinsam daran arbeiten, einen perfekten Klangkörper zu formen.

Seiler-Klaviere aus Kitzingen haben Weltruf – und das seit 1849.
Foto: Dominik Röding | Seiler-Klaviere aus Kitzingen haben Weltruf – und das seit 1849.

Das benötigt Zeit, ebenso wie die Lagerung der verwendeten Hölzer, die nach ihrer Erstbehandlung oft bis zu einem Jahr und länger nicht angerührt werden, ehe sie verbaut werden. Die Mehrheit der Belegschaft ist der Seiler Pianofortefabrik seit vielen Jahren treu verbunden – zugleich Garant und Voraussetzung für die gleichbleibend hohe Qualität der Seiler-Pianos. So wird das Seiler Instrument zu einem Begleiter durch die Welt der Musik für Pianisten und Musikliebhaber an jedem Ort der Welt.

Direkt testen

In Kitzingen können Klavierspieler neue Instrumente direkt ausprobieren und dann gegebenenfalls kaufen. Im Präsentationsraum in der Schwarzacher Straße steht eine Auswahl der Klaviere und Flügel. Verschiedene Linien stehen zur Verfügung – sowohl für Einsteiger als auch für Meister ihres Fachs. Auch Reparaturen sind möglich, entweder im Werk oder beim Kunden zu Hause.

Von Zeit zu Zeit wird gibt es Klassik-Konzerte bei Seiler in Kitzingen: Am Samstag, 2. September (17 Uhr), kommt Shoko Kawasaki nach Kitzingen und präsentiert: „Weltklassik am Klavier – Kostbarkeit des Augenblicks“ mit Werken von Debussy, Haydn, de Falla und Liszt.

Konzentration und Geschick sind für diese Arbeit nötig.
Foto: Dominik Röding | Konzentration und Geschick sind für diese Arbeit nötig.

Karten: Reservierung unter Tel. (02 11) 93 650 90 oder www.weltklassik.de

Dieser Beitrag ist im aktuellen Tiepolo-Magazin (No.25) für Mainfranken erschienen. Das Heft ist in allen Geschäftsstellen der Main-Post erhältlich.

Jeder Handgriff muss sitzen, damit ein Seiler-Piano den hohen Ansprüchen genügt.
Foto: Dominik Röding | Jeder Handgriff muss sitzen, damit ein Seiler-Piano den hohen Ansprüchen genügt.
Seiler hat momentan 54 Beschäftigte – hier ein Teil der Belegschaft vor dem Werk in Kitzingen.
Foto: Dominik Röding | Seiler hat momentan 54 Beschäftigte – hier ein Teil der Belegschaft vor dem Werk in Kitzingen.
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