Steinmark

FDP-Kandidat Ziegler fordert: „Bildung – Bildung – Bildung“

Helge Ziegler bewirbt sich für die FDP im Wahlkreis Main-Spessart um ein Bundestagsmandat.
Foto: Andreas Brachs | Helge Ziegler bewirbt sich für die FDP im Wahlkreis Main-Spessart um ein Bundestagsmandat.
„Ich will unseren Bekanntheitsgrad im Wahlkreis steigern.“
Helge Ziegler über eines seiner Ziele als FDP-Kandidat

Die FDP ist bundesweit im Aufwind, doch im Main-Spessart-Kreis tut sie sich gegen die anderen politischen Gruppierungen schwer. Ihr Kreisvorsitzender Helge Ziegler will das ändern und kandidiert deshalb für den Bundestag.

Helge Ziegler aus Steinmark führt seit Ende 2013 den MSP-Kreisverband. Persönliche Querelen, eine nicht immer glückliche Kandidatenkür bei vergangenen Wahlen und Personalwechsel hatten das Grüppchen zwischenzeitlich auf zehn Mitglieder schrumpfen lassen. Heute sind es 25, aber FDP-Ortsverbände gibt es in Main-Spessart immer noch nicht. Im benachbarten Landkreis Miltenberg finden sich doppelt so viele organisierte Liberale.

Das Forum der Bundestagswahl nutzen

Deshalb will Ziegler das Forum der Bundestagswahl für seine Partei nutzen, wohl wissend, dass er kaum dem Inhaber des Direktmandats, Alexander Hoffmann (CSU), den Sitz in Berlin streitig machen kann. Und auch sein bayerischer Listenplatz im wenig aussichtsreichen Mittelfeld bietet wenige Chancen. „Ich will unseren Bekanntheitsgrad im Wahlkreis steigern“, gibt Ziegler als Devise aus. Zugleich ist er sicher, dass es seiner Partei gelingen wird, 2017 in den Bundestag und 2018 in den bayerischen Landtag zurückzukehren.

Ziegler selbst kandidiert auch „aus Pflichtbewusstsein meinem Land gegenüber“. Er sei dankbar für das, was sich in Deutschland und Europa entwickelt habe, und für die lange Zeit des Friedens. Er wünscht sich, dass dieser Funke auf andere überspringen möge.

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Ideale statt Ideologie vertreten

In Zieglers Augen vertritt die FDP keine Ideologie, sondern die Ideale einer politischen Mitte. Demgegenüber sei die Union unter Merkel und der Großen Koalition immer mehr nach links gerückt. Der Kandidat findet es daher wichtig, sich für diejenigen Menschen einzusetzen, „die das Geld verdienen“.

Sollten die Liberalen in den Bundestag zurückkehren, hofft Ziegler, dass sie nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholten: Das waren für Ziegler vor allem personelle Fehlentscheidungen. Ginge es nach dem Kreisvorsitzenden, dann würde sich die FDP nicht an der Regierung beteiligen. Lieber wäre ihm „eine starke Oppositionspartei“. Seiner Ansicht nach gebe es viele neue und junge Mitglieder in der FDP, die erst mal ihr Fundament finden müssten. Auf keinen Fall, so Ziegler, dürfe die Partei um einer Koalition willen ihre Überzeugungen verraten.

Was Ziegler am Herzen liegt

Welche Themen liegen ihm am Herzen? Er wünscht sich ein Integrations- und Zuwanderungsgesetz: Einerseits würde er Asylbewerber ohne Anspruch konsequenter ausweisen, andererseits nach dem Vorbild Kanadas „Menschen, die wir brauchen, per Zuwanderung ins Land holen“.

„Bildung – Bildung – Bildung“ ist für den Unternehmer der Schlüssel zum Erfolg. Eine gute Ausbildung sichere eine berufliche Zukunft, ein regelmäßiges Einkommen und eine auskömmliche Rente.

Beim Thema Innere Sicherheit wagt Ziegler einen Spagat: Er ist für eine Ausweitung der Videoüberwachung, fordert als Liberaler aber zugleich deren begrenzte Speicherung und will sie nur lokal, nicht flächendeckend, verwirklichen.

Außerdem hält der FDP-Kandidat die Förderung von Handwerkern und Existenzgründern für wichtig. „Der Meister ist so wertvoll wie der Master“, lautet sein Slogan. Damit weist Ziegler darauf hin, dass das Handwerk nicht nur unter Nachwuchsmangel leidet, sondern auch Probleme hat, Betriebe an die nächste Generation weiterzugeben: Es fehlt an Nachfolgern.

Das Negativbeispiel Marktheidenfeld

Grundsätzlich tritt der Liberale für den Abbau bürokratischer Hemmnisse und für steuerliche Erleichterungen in den ersten Jahren eines Unternehmens ein.

Der Immobilienfachmann wünscht sich auch eine Ausweitung des Wohnungsbaus. Marktheidenfeld nennt er als negatives Beispiel. Die Stadt biete den Tausenden von Einpendlern keine Alternative zum täglichen Autofahren. Und auch für die Jugend, findet Ziegler, werde hier zu wenig geboten. Beispiel: der ergebnislose Streit um die Zukunft der Disco „Lichtspielhaus“.

Ziegler sieht sich als „Lobbyist für die Region“. Seine Beziehungen in die Partei will er auch dann nutzen, wenn zwar die FDP, nicht aber er selbst in den Bundestag einziehen sollte.

Helge Ziegler

Der Diplom-Wirtschaftsjurist (FH) und Diplom-Immobilienwirt (DIA) ist am 5.8.1953 in Stuttgart geboren und in der Kurpfalz aufgewachsen. Helge Ziegler war Zeitsoldat, Fachberater einer Bausparkasse und nach einem BWL-Studium an verschiedenen Immobilienfirmen in Schwetzingen beteiligt.

1998 verkaufte Ziegler seine Firmen und zog als Anhänger der Glaubensgemeinschaft Universelles Leben in den Spessart. Dort wurde er Geschäftsführer mehrerer dem UL nahestehenden Unternehmen. 2007 schied Ziegler aus diesen Betrieben aus und trennte sich auch persönlich von der Glaubensgemeinschaft. Im gleichen Jahr trat der Immobilienfachmann der FDP bei. Seit 2010 leitet er den von ihm gegründeten Bundesverband für die Immobilienwirtschaft.

Als Autor von Fachbüchern rief der 64-Jährige dieses Jahr einen Immobilienfachverlag ins Leben. Ziegler wohnt in Esselbach-Steinmark, ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter sowie vier Enkel. abra

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