Lohr

Lohr: Bosch Rexroth verschiebt Gespräche über Personalabbau

Symbolbild Bosch Rexroth.
Foto: Roland Pleier | Symbolbild Bosch Rexroth.

Wie im September verkündet, plant Bosch Rexroth, innerhalb der nächsten fünf Jahre schrittweise Personal abzubauen und Geschäftsbereiche zu verlagern. Bis Ende 2025 sollen nach Angaben des Unternehmens in Lohr 75 Stellen und in Homburg/Saar rund 150 Stellen wegfallen.

Doch nun sind die Gespräche in Homburg über den geplanten Personalabbau und die Verlagerung des Bereichs Industriehydraulik nach Lohr verschoben worden. Grund dafür sei laut Pressesprecherin Judith Mühlich der derzeit überraschend hohe Kundenbedarf im Bereich Mobilhydraulik, der gedeckt werden müsse.

Rexroth hält an Plänen fest

Ende Januar 2021 sollen die Gespräche mit dem Betriebsrat über einen sozial verträglichen Personalabbau wieder aufgenommen werden. Man wolle Mitarbeitern Abfindungen und Altersteilzeit-Modelle anbieten, verlautbarte Bosch Rexroth bereits im September.

"An den ursprünglichen Plänen ändert sich nichts", sagte Mühlich am Donnerstag dieser Redaktion. Auf Lohr habe die Verschiebung der Gespräche in Homburg laut der Pressesprecherin keine Auswirkungen.

Das Plus an Arbeit allerdings schon, denn derzeit unterstützen nach Angaben des stellvertretenden Rexroth-Betriebsratsvorsitzenden, Thomas Nischalke, etwa 17 Mitarbeiter aus Lohr die Kollegen im Homburger Werk. Sie hätten sich dafür freiwillig gemeldet, berichtet der 52-Jährige.

Positive Überraschungen wie in Homburg sind bezüglich der Auftragslage in Lohr offenbar nicht zu vermelden. Betriebsrat Nischalke beschreibt sie "als ständiges leichtes Auf und Ab auf sehr niedrigem Niveau". Nach wie vor sind Lohrer Rexroth-Mitarbeiter in Kurzarbeit. "Einzelne Abteilungen sind teilweise für einen Monat rausgenommen und im nächsten Monat wieder drin", sagt Nischalke.

Hoffnung schöpft der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende aus der Tatsache, dass es bereits kurz nachdem der Arbeitgeber die Umstrukturierung verkündet hat, in Homburg die erste Verzögerung gibt. "So einfach geht das Ganze doch nicht vonstatten", betont er. Für die anstehenden Verhandlungen mit der Unternehmen gibt Thomas Nischalke folgendes Motto des Betriebsrats aus: "Kein Arbeitsplatz weg von Lohr, kein Arbeitsplatz weg aus Deutschland."

75 Stellen in Lohr in Gefahr

Die von Bosch Rexroth mit hohem Preis- und Konkurrenzdruck begründete Umstrukturierung betrifft den Ventilbau in den beiden Sparten Industriehydraulik und Kompakthydraulik. Bei der Kompakthydraulik soll die Fertigung von Einschraubventilen bis Ende 2025 in Lohr auslaufen, wodurch 160 Arbeitsplätze wegfallen würden. Sie sollen vor allem an Standorte in Italien, China und den USA verlagert werden.

Im Bereich der Industriehydraulik soll die Fertigung technologisch anspruchsvollerer elektrohydraulischer Ventile von Homburg bis Ende 2025 schrittweise nach Lohr kommen.

Dies bedeutet nach Unternehmensangaben den Aufbau von 85 Stellen in Lohr, der für Rexroth der Leitstandort für Industriehydraulik ist. Unterm Strich, so rechnet Bosch Rexroth vor, fallen durch die geplante Umstrukturierung bis Ende 2025 in Homburg 155 Stellen und am Standort Lohr 75 Stellen weg.

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