Marktheidenfeld

Hebammen in Main-Spessart: Corona-Zeit hat auch Vorteile für Schwangere

Auch die Hebammen gehen heuer online mit ihrem Kursangebot. Für einen Teil ihrer Arbeit ist der persönliche Kontakt aber weiterhin unersetzbar.
Schwangere und Hebammen stellt die Corona-Pandemie vor neue Herausforderungen – hier ein Beispielfoto aus Essen mit einer Hebamme in Schutzausrüstung und mit Mundschutz.
Foto: Caroline Seidel | Schwangere und Hebammen stellt die Corona-Pandemie vor neue Herausforderungen – hier ein Beispielfoto aus Essen mit einer Hebamme in Schutzausrüstung und mit Mundschutz.

Die Verunsicherung der Menschen ist in diesen Tagen in fast allen Bereichen zu spüren. Gerade bei werdenden Müttern ist dies während der Corona-Beschränkungen der Fall. Die Hebammen im Landkreis Main Spessart lassen sich auf jede einzelne Frau besonders ein und sehen durchaus auch Vorteile für die Schwangeren. Hebamme Yvonne Gunst von der Hebammenpraxisgemeinschaft in Lohr ist erstaunt darüber, wie gut Online-Kurse zur Geburtsvorbereitung angenommen werden.

Auch Rückbildungskurse werden online angeboten. Die Schwangeren freuen sich, dass sie während dieser extremen Zeit trotzdem betreut werden, sie können Fragen stellen und an den Übungen daheim in gewohnter Umgebung teilnehmen, erklärt Gunst. Die Wochenbettbesuche können dagegen nicht digital umgesetzt werden. Hier muss die Hebamme die Wöchnerin und das Neugeborene untersuchen. Dies findet ganz normal unter hygienischen Bedingungen statt.

Entspannteres Wochenbett ohne Besuch

 "Ich finde auch nicht, dass die Schwangeren größere Ängste als sonst haben", ist sich Gunst sicher. Da die beruflichen Verpflichtungen häufig früher weggefallen sind, hatten es viele Schwangere entspannter in der Schwangerschaft. Auch das Wochenbett läuft laut der Hebamme etwas ruhiger ab, da viele Besuche schlichtweg nicht möglich sind. So kann sich die kleine Familie ganz auf die Frau und das Neugeborene konzentrieren.

Die Kreissprecherin der Hebammen in Main-Spessart, Ulrike Wegmann (links), hier zusammen mit ihren Kolleginnnen Yvonne Gunst (Mitte) und Christiane Schwab auf einem Foto ihrer Hebammengemeinschaftspraxis.
Foto: Ruth Graf | Die Kreissprecherin der Hebammen in Main-Spessart, Ulrike Wegmann (links), hier zusammen mit ihren Kolleginnnen Yvonne Gunst (Mitte) und Christiane Schwab auf einem Foto ihrer Hebammengemeinschaftspraxis.

Ulrike Wegmann, Kreissprecherin der Hebammen im Landkreis Main Spessart sowie Hebamme in der Praxisgemeinschaft in Lohr, sieht das ähnlich. "Manchen Frauen macht die aktuelle Situation mehr zu schaffen, anderen weniger", weiß sie zu berichten. Das Wochenbett sei allerdings so, wie es sich die Hebammen wünschen würden: "Ganz auf die Kernfamilie bezogen." Mit Beginn der Lockerungen sei dies jedoch nicht mehr realisierbar, da dann bestimmt wieder viel Besuch kommt. Die Frauen wollen natürlich auch stolz ihr neues Familienmitglied zeigen, weiß Wegmann. Alles habe zwei Seiten und die Frauen müssten klar äußern, was sie wollen.

Persönlicher Kontakt ist nicht zu ersetzen

"Positiv ist sicherlich, dass vieles online machbar ist. Das spart enorm viel Zeit und das eigentliche Arbeiten ist effektiver, da die Fahrtzeit entfällt", so Wegmann. Allerdings sei der persönliche Kontakt trotzdem enorm wichtig. Kurse können online erfolgen, Sprechstunden und Hausbesuche sind aber ebenso wichtig und finden im persönlichen Kontakt statt.

Auch die eigentliche Geburt ist trotz Corona sehr gut machbar. Der werdende Papa darf meist mit in den Kreißsaal und Mutter sowie Kind auf der Wochenstation zeitlich begrenzt besuchen. "Die Mütter gehen auch nicht unbedingt schneller nach der Geburt wieder nach Hause", weiß Ulrike Wegmann zu berichten. Die U2 des Kindes wird ab dem dritten Lebenstag des Babys im Krankenhaus vom Arzt gemacht. Dies warten die meisten Eltern noch ab, da sie sonst gleich mit einem Neugeborenen die Kinderarztpraxis aufsuchen müssten.

Online-Kurse haben auch Vorteile

In der Hebammenpraxis "Glückskinder" in Gemünden arbeitet Julia Tarabeh als pädagogische Fachkraft. Sie gibt PEKIP-Kurse, betreut Frauen bei der Trageberatung oder leitet Kangatraining. Hier sieht sie sogar einen deutlichen Anstieg der Kursteilnehmerinnen gegenüber der Zeit vor Corona. "Alles läuft online weiter und die Frauen sind sehr dankbar, dass sie Kontakt zu uns und anderen Müttern haben können.", so Tarabeh.

Die Hebammen Julia Tarabeh (links) und Theresa Glück von "Glückskinder" in Gemünden.
Foto: Hebammenpraxis Glückskinder | Die Hebammen Julia Tarabeh (links) und Theresa Glück von "Glückskinder" in Gemünden.

Den Vorteil sehen Mütter mit Kindern ganz klar auch in den Online-Kursen. Sie müssen den schweren Kindersitz nicht bis zur Praxis tragen und wenn das Baby gerade noch schläft, geht die Frau einfach erst einmal alleine online. "Manche sagen uns, dass es sogar schade wäre, wenn die Online-Kurse nicht mehr stattfinden würden", lacht Tarabeh. Sie selbst hätte zu Beginn nicht gedacht, dass alle Kurse so gut online zu handhaben sind.

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