Lohr

Kraftwerk an der Lohr geht bald wieder in Betrieb

Der derzeitige Stillstand hängt mit einem Turbinenschaden zusammen. Noch heuer wird in das Wasserkraftwerk ein neuartiges Turbinensystem der Fella Maschinenbau GmbH eingebaut.
Aufgrund eines Turbinenschadens steht das Wasserkraftwerk an der Lohr seit längerem still. Bis Jahresende möchte die Betreiberfirma es wieder zum Laufen bringen.
Foto: Wolfgang Dehm | Aufgrund eines Turbinenschadens steht das Wasserkraftwerk an der Lohr seit längerem still. Bis Jahresende möchte die Betreiberfirma es wieder zum Laufen bringen.

Manchem Lohrer ist aufgefallen, dass das Wasserkraftwerk, das sich in der Nähe des Parkhotels befindet und – normalerweise – von einem Abzweig der Lohr mit Wasser versorgt wird, seit längerem still steht. Zu erkennen ist dies schon allein daran, dass der Wasserzulauf durch Versandung stark beeinträchtigt ist.

Der derzeitige Stillstand hänge mit einem Turbinenschaden zusammen, solle aber kein Dauerzustand bleiben, sagte auf Nachfrage der Redaktion Martina Römmelt-Fella, Geschäftsführerin der in Amorbach ansässigen Fella Maschinenbau GmbH, die unter anderem Kleinwasserkraftanlagen herstellt und seit knapp 15 Jahren das Lohrer Wasserkraftwerk betreibt. Sie hoffe, dass das Kraftwerk bis Jahresende wieder laufe, so Römmelt-Fella.

Erste Turbine zur Stromerzeugung lief über zehn Jahre 

Ihren Worten zufolge wurde die erste Turbine zur Stromerzeugung im Jahr 2006 installiert. Mehr als zehn Jahre sei sie gelaufen, dann habe sie 2017 wegen eines Schadens ausgebaut werden müssen.

Geplant sei, in das Lohrer Wasserkraftwerk ein neuartiges Turbinensystem mit einer Dive-Turbine einzubauen, die im eigenen Unternehmnen entwickelt worden sei. Von diesen geräuschlosen Turbinensystem seien mittlerweile bereits mehr als 40 weltweit verbaut. Das Lohrer Wasserkraftwerk solle auch als Referenzobjekt für das neue Konzept dienen. Mit dem neuen Turbinensystem sollen laut Römmelt-Fella rund 300 000 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt werden, so viel wie bisher.

Erst durch die Nachfrage erfuhr Römmelt-Fella davon, dass durch den versandeten Wasserzulauf zum Kraftwerk auch der Zulauf zur Fischaufstiegshilfe verstopft ist, so dass diese derzeit kein Wasser führt. Sie kündigte an, diesen Missstand kurzfristig in den nächsten Tagen beheben zu lassen.

Einst war hier die Textilverbeitsungsfirma Knecht zuhause

Bereits vor vielen Jahrzehnten betrieb die im Mündungsbereich der Lohr angesiedelte einstige Textilverarbeitungsfabrik Knecht eine mit dem Wasser der Lohr gespeiste Turbine zur Stromgewinnung. In den 1990er Jahren erwarb die Stadt Lohr das Firmengelände, ließ die Gebäude abreißen und jede Menge mit Schadstoffen belastetes Erdreich entsorgen.

Bereits damals entstand in den Köpfen etlicher Lohrer die Idee, die ehemalige Knecht-Turbine zur Stromgewinnung zu reaktivieren. Treibende Kraft waren die Lohrer Grünen, die immer wieder versuchten, das Projekt anzuschieben; zunächst versandete es jedoch mehrfach in der Bürokratie.

Schließlich nahm im Jahr 2001 der Amorbacher Maschinenbauunternehmer Günter Fella Kontakt mit der Stadt Lohr auf und bot an, ein neues Wasserkraftwerk an der Lohr zu bauen und zu betreiben. 2004 pachtete er die benötigte Fläche sowie das Wassernutzungsrecht von der Stadt langfristig, 2006 ging das Kraftwerk in Betrieb. Im gleichen Jahr ließ der Bezirk Unterfranken im Bereich um das Wasserkraftwerk eine Fischaufstiegshilfe errichten.

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