LOHR

Mit fliegenden Fingern

Solo mit Gitarre: Martin C. Herberg begeisterte sein Publikum im Lohrer Mehlingskeller mit seiner Sologitarre.
Foto: S. Donath | Solo mit Gitarre: Martin C. Herberg begeisterte sein Publikum im Lohrer Mehlingskeller mit seiner Sologitarre.

Gitarrenmusik vom feinsten bot am Freitagabend der Sologitarrist Martin C. Herberg im Keller des Weinhauses Mehling vor knapp 35 Zuhörern. Es wird still im kühlen Keller des Weinhauses, das Licht ist gedämmt und die Scheinwerfer glänzen auf der Gitarre. Die Saiten sind noch locker gespannt, ehe Martin Herberg seine Finger über sein Instrument fliegen lässt.

Begeistert lauschte das Publikum verschiedenen Songs aus Herbergs Alben. Mit dem sanft gespielten Lied „Elfentanz“ stimmte der Musiker zunächst die Anwesenden auf die folgende irisch-keltische Musik ein. „Ireland Revisited“ oder „Good old Ireland“ erinnerten an einen folkloristischen irischen Tanz mit seinen schnell gespielten aufeinander folgenden Tönen. Etwas poppiger und gleichsam eine Abkehr von der keltischen Musik war der hauptsächlich aus Akkorden bestehende Song „We used to be lovers“. Ruhiger werden ließ es dann die Ballade „Baby I knew it from a Star“, die Herberg halb flüsternd, halb singend in romantischer Weise darbot.

Ebenfalls ruhig, gleichsam entspannend erklang der Song „Wasser“, der ohne Gesang auskam. Wie fließendes Wasser gingen die Töne und Akkorde gleichmäßig und geradezu fließend ineinander über, was im Hörer die Vorstellung von ans Ufer brandendem Meerwasser weckte. Ähnlich spielte Herberg dann das Lied „Feeling like a Feather“, das er mit einem ganz speziellen Instrument, der sogenannten Paradis spielte.

Diese besondere Gitarre kann ähnlich wie ein Keybord verschiedene Instrumente über einen Synthesizer simulieren und kann auch als digitale Gitarre bezeichnet werden. Durch die Digitalisierung der Klänge war sie wie geschaffen für Herbergs „Feeling like a Feather“, das eine Imagination einer zu Boden gleitenden Feder weckte. Etwas fetziger wurde dann der Blues mit Rock 'n' Roll-Elementen. Mit großem Respekt sprach Herberg von dem Stück „Paint it Black“ der Rolling Stones. Scherzhaft meinte er, er könne es nicht spielen, doch als der Gitarrist dann mit brachialer Gewalt in die Saiten schlug, zeigte er sein ganzes Können. Unter großem Applaus der begeisterten Konzertbesucher verließ Herberg am Schluss die kleine Bühne.

Da es ihm Lohr sehr gut gefällt, gab Herberg zu, er könne sich vorstellen, hier wieder aufzutreten. Insbesondere die Akustik im Kellergewölbe habe ihm gefallen. Seine nächste Station ist Pfaffenhofen bei Ulm.

Geboren in der Stadt Witten bei Dortmund, lernte Martin C. Herberg das Gitarre spielen. Mittlerweile spielt der etwa 60-jährige sein Instrument schon über 46 Jahre. Er begann wie jeder Musiker mit kleinen Bandauftritten in seiner Heimatstadt, perfektionierte dann sein Gitarrenspiel und feierte 2010 schließlich sein 35-jähriges Bühnenjubiläum nach über 3000 Auftritten in Europa und Nordamerika. Die Musik, die er dabei spielt ist auf ein großes Publikum ausgerichtet und wie er selbst sagt, ist er ein Fan verschiedener Musikrichtungen, egal ob Rock oder Pop.

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