Lohr

Schwierigkeiten verhindern den Beginn des Awo-Neubaus hinter dem Aloysianum in Lohr-Süd

Der wiedergewählte Lohrer AWO-Vorsitzende Karl-Heinz Ebert (rechts) mit alten und neuen Führungskräften des gemeinnützigen Vereins.
Foto: Günter Weislogel | Der wiedergewählte Lohrer AWO-Vorsitzende Karl-Heinz Ebert (rechts) mit alten und neuen Führungskräften des gemeinnützigen Vereins.

"Das ist nicht zu fassen!", ärgerte sich der wiedergewählte Ortsvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Lohr, Karl-Heinz Ebert, nach einer dreistündigen Versammlung. Während Tesla in Brandenburg innerhalb von kurzer Zeit eine neue Automobilfabrik hochziehen durfte, wartet man in Lohr seit Jahren auf den geplanten Bau eines Seniorenzentrums, das die Awo zwischen dem ehemaligen Studienseminar Aloysianum und der Industriebahnlinie im Süden der Stadt betreiben will.

Die Bezirksgeschäftsführung der Awo und auch etliche Lohrer sehnen nach wie vor das grüne Licht und den ersten Spatenstich für das so lange angekündigte Vorhaben herbei. Ebert ließ durchblicken, dass die zeitlichen Verzögerungen mit Einsprüchen wegen der befürchteten Lärmbelastung durch die Glashütte und mit Schwierigkeiten aus dem Hochwasserschutz zusammenhängen könnten.

Der ehemalige Kommunalpolitiker meint, dass die Hürden endlich überwunden werden müssten, die dem Projekt seit vier Jahren entgegenstehen. Ebert verweist darauf, dass unter anderem über 30 bereits vorgemerkte Interessenten auf die Realisierung des Vorhabens warten.

Lange Berichte

Und zumindest ein Teil der Mitglieder hatte an diesem Abend mit einem Zwischenstandsbericht des Awo-Bezirksverbands Unterfranken gerechnet. Jedenfalls hofft Ebert, dass in Lohr möglichst bald von einem Investor eine Awo-Einrichtung gebaut werden kann, wie sie der Ortsverband schon vor vielen Monaten mit Interessenten in Knetzgau besichtigte. Stattdessen gab es teilweise lange Berichte über die von Corona beeinträchtigte offene Arbeit im Jugendzentrum, im Familienstützpunkt und dem Integrationsprojekt "Hausaufgabenhilfe und Mütter lernen Deutsch mit ihren Kindern".

Kerstin Heine und Elona Häfner gaben Einblick in die Jugendzentrumsarbeit, die zuvor jahrzehntelang von Heinz Schwaiger und der heutigen Fördervereinsvorsitzenden Mathilde Lembach geleistet worden war. Sie zeigten, was los war und derzeit läuft – viel unter Unsicherheit und online, aber trotz Corona-Verlusten fast immer gut besucht. So ein Fußballturnier, der Ferienspaß mit 75 Kindern und ein Maus-Tag. Weiter gehen soll es nun mit regelmäßigen Kursen und einem neuen Online-Anmeldesystem. Das Jugendwerk hat derzeit 21 engagierte Mitglieder, kann aber – wie die meisten Gruppen – weitere Hilfen brauchen.

Autismussprechstunde geplant

Sich im Eltern-Kind-Café austauschen, am Krisentelefon erreichbar sein, Familien unterstützen: Davon berichtete Nicole Pfaff, auch von einer geplanten Autismussprechstunde in Lohr. Vor allem aber über Deutsch lernende Mütter aus sieben Nationen und über das für Bayern beispielgebende Angebot für Familien mit einem psychisch belasteten Elternteil.

Über das wieder im Aufschwung befindliche Integrationsprojekt Hausaufgabenhilfe mit elf Kräften informierten Koordinatorin Birgit Bernhart und Petra Meyer. In der Corona-Zeit brachen zwölf Kinder weg und die Zahl der Ehrenamtlichen halbierte sich, aber die derzeit 14 Kinder aus bis zu acht verschiedenen Ländern sollen die Zeit gut überstanden haben. Allerdings hofft die Awo, dass sich für die Fortsetzung ihrer Arbeit in Lohr auch in Zukunft Bundesfreiwillige melden. Und der Ortsverein kann vor allem ehrenamtliche Helferinnen und Helfer brauchen, auch im 44. Jahr seiner zwischenzeitlich fast eingeschlafenen Hausaufgabenbetreuung.

Weitere Artikel
Themen & Autoren / Autorinnen
Lohr
Arbeiterwohlfahrt
Bau
Jugendzentren
Seniorenzentren
Städte
Tesla Motors
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 50 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!