Lauda-Königshofen

Konrad-Bau-Anlage: Zwei Alternativstandorte scheiden aus

Am 25. September tagte auf Einladung von Bürgermeister Lukas Braun abermals der Gesprächskreis zur in Gerlachsheim geplanten Bodenaufbereitungsanlage des Unternehmens Konrad-Bau. Darüber informiert die Stadt Lauda-Königshofen in einer Pressemitteilung.

Anwesend waren Eleonore Seubert und Gerold Sondej von der Gerlachsheimer Bürgerinitiative, Eberhard Köhler und Christine Reutter von Konrad-Bau, Hubert Segeritz und Andreas Schäffner als Vertreter der FBL-Fraktion, Norbert Groß und Marco Hess seitens der CDU-Fraktion, Siegfried Neumann und Jochen Groß für die SPD/FB-Fraktion sowie Bürgermeister Braun und Stadtbaumeister Tobias Blessing.

Neben der inzwischen vom Landratsamt angeordneten Tempo-30-Regelung in der Würzburger Straße wurde vor allem das weitere Vorgehen bei der Suche nach einem Alternativstandort für die Anlage erörtert. Braun wies darauf hin, dass die gemeinsamen Bemühungen sich einer kritischen Phase näherten. Da im März 2021 in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt wird, werde die zur geplanten Anlage laufende Petition vorher beschieden werden.

Das für den Main-Tauber-Kreis zuständige Regierungspräsidium Stuttgart werde anschließend über die anhängigen Widersprüche entscheiden. Die Firma Konrad-Bau habe nie einen Hehl daraus gemacht, von ihrem Baurecht zügig Gebrauch machen zu wollen, um einen schnellen Markteintritt zu sichern, sagte Braun laut Pressemitteilung. Er appellierte jedoch an alle Seiten, die gemeinsamen Bemühungen in jedem Fall über den Herbst hinaus fortzusetzen – auch dann, wenn Konrad-Bau einstweilen am Standort Pfützenäcker mit Bauarbeiten beginne.

Eberhard Köhler bestätigte, dass das Unternehmen mit den Arbeiten an der geplanten Anlage noch in diesem Jahr beginnen wolle. "Wir sind jedoch weiterhin ernsthaft daran interessiert, die gemeinsame Suche nach einem Alternativstandort fortzusetzen. Deshalb bieten wir als freiwillige Selbstverpflichtung an, die neue Anlage für einen Zeitraum von fünf Jahren mit einer auf höchstens 50 000 Jahrestonnen verarbeitetem Bodenabfall begrenzten Kapazität zu betreiben," unterstrich Köhler. Diese Menge entspreche der ursprünglichen Beschlusslage des Gemeinderates und dem Kompromissangebot von 2019.

Die Bürgerinitiative forderte abermals, die Anlage auf keinen Fall im Gebiet Pfützenäcker zu errichten, und unterstrich, dass der Standort aus vielen Gründen ungeeignet und politisch nicht mehr vermittelbar sei. In der Realisierung eines alternativen Standortes sieht die Bürgerinitiative für alle Beteiligten die einzige Lösung des Konflikts. Sollte die Firma Konrad-Bau wie angekündigt noch in diesem Jahr mit dem Bau der Anlage beginnen, sieht die Bürgerinitiative die Gefahr, dass ein weiteres gemeinsames Vorgehen nicht mehr möglich sein könnte.

"Es ist mir beim besten Willen nicht möglich, innerhalb von nur fünf Monaten eine spruchreife Lösung aus dem Hut zu zaubern"
Lukas Braun, Bürgermeister

Die Bürgerinitiative brachte zum Ausdruck, dass sie die gefällten Urteile der Gerichte respektiert. Allerdings wies sie darauf hin, dass keines der Gerichte sich mit Klageinhalten befasst hat. So habe der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim die Kläger von der Bürgerinitiative als nicht antragsbefugt abgelehnt und gleichzeitig die Bewertung der Inhalte dem "unteren Verwaltungshandeln" überlassen. "Darauf hatten wir unsere Hoffnung gesetzt, wurden bisher aber vom Landratsamt enttäuscht", sagte Eleonore Seubert laut Pressemitteilung.

Bürgermeister Braun berichtete von Gesprächen im Sommer über mögliche Alternativstandorte. Hinsichtlich der beiden Standorte an der Kläranlage komme die Stadt nicht weiter. Hier stehe nicht nur die Hochwasserschutzkartierung im Weg, sondern auch ein regionaler Grünzug sowie der Landschaftsschutz. Es lohne sich nicht, diese Varianten weiterzuverfolgen.

Grundsätzlich seien noch Alternativen möglich, aber eben nicht binnen kürzester Zeit. "Es ist mir beim besten Willen nicht möglich, innerhalb von nur fünf Monaten eine spruchreife Lösung aus dem Hut zu zaubern", sagte Braun laut Pressemitteilung. Er setze die Prüfung der ursprünglich zehn angedachten Alternativstandorte jedoch fort.

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