Bad Mergentheim

Neue Therapien und Schwangerschaft bei MS

Umfangreiche Aufklärung für Menschen mit MS: Der Chefarzt der Klinik für Neurologie im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim im Gespräch mit einer Patientin.
Foto: Reiner Pfisterer | Umfangreiche Aufklärung für Menschen mit MS: Der Chefarzt der Klinik für Neurologie im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim im Gespräch mit einer Patientin.

Wie kommt man mit MS risikoarm durch Schwangerschaft und Stillzeit? Wie lässt sich der Krankheitsverlauf vorhersagen? Und: Wann kann man die Therapie absetzen? Darüber sprachen Neurologen beim 12. MS-Tag des Caritas-Krankenhauses. Für drei Vorträge und eine Expertenfragerunde hatten sich weit über 100 Interessierte von Niedersachsen bis zum Allgäu zugeschaltet. Zunächst berichtete Neurologie-Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Mathias Buttmann über Neuigkeiten zur verlaufsmodifizierenden Therapie mit dem Fokus auf Schwangerschaft und Stillzeit. "Früher hieß es: während dieser Phase grundsätzlich keine MS-Medikamente – das ist heute aber überholt." Interferon-β und Glatirameracetat seien inzwischen für die Anwendung in der Schwangerschaft eingeschränkt und in der Stillzeit sogar uneingeschränkt zugelassen – wenn auch bei noch begrenzter Datenlage. "Weil das Schubrisiko direkt nach der Geburt zunimmt, kann zum Teil eine durchlaufende Therapie für einen Grundschutz sinnvoll sein."

Mit Natalizumab und Ocrelizumab stünden zudem Medikamente zur Verfügung, mit denen sich auch eine Schwangerschaft bei hochaktiver MS für Mutter und Kind risikoarm bewältigen lasse. Der Neurologe stellte hierzu detailliert verschiedene neue Daten vor, die Ende Oktober auf dem MS-Spezialkongress Ectrims in Amsterdam erstmals der Welt-Fachöffentlichkeit präsentiert worden waren.

Wie MS diagnostiziert wird, darüber berichtete anschließend Oberarzt Dr. Waldemar Kafke, der am Caritas-Krankenhaus die MS-Infusionsambulanz leitet. "Insbesondere das Rauchen wird häufig unterschätzt", betonte der Neurologe. "Dabei wirkt das Aufhören für Menschen mit MS etwa so stark wie ein Basistherapeutikum, also ganz entscheidend." Weitere Risikofaktoren unter vielen seien etwa ein junges Alter, der kernspintomographische Befund und der Blutspiegel sogenannter Neurofilament-Leichtketten bei Erkrankungsbeginn. "Wir haben in den letzten Jahren so viel gelernt", unterstrich der Oberarzt, "dass wir inzwischen noch viel zielgerichteter Therapien auswählen und so gerade langfristig die Prognose entscheidend verbessern können."

Im letzten Vortrag machte Chefarzt PD Dr. Buttmann das Absetzen der MS-Therapie zum Thema.

Von: Ute Emig-Lange (Öffentlichkeitsarbeit, Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim)

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