Dittelbrunn

Bei der Kita wird der Deckel noch etwas gelockert

In der letzten Sitzung wurde die Planung des neuen Kindergartens Dittelbrunn vom Gemeinderat ans Architekturbüro und ins Rathaus zurückverwiesen. Per Mehrheitsbeschluss wurde eine Deckelung auf die 4,8 Millionen Euro gewünscht, die als Anfangswert im Raum gestanden hatten. Nun wurde der Deckel wieder etwas gehoben. Der zwischenzeitliche Höchststand bei der Kostenberechnung von 6,3 Millionen Euro war durch Einsparungen auf knapp 5,5 Millionen Euro heruntergeschraubt worden. Nach erneuten Kürzungen war nun von 5,2 Millionen Euro die Rede.

Im Marienbachzentrum waren demonstrativ einige Kita-Mitarbeiter anwesend. Jasmin Singh-Neckermann verlas einen Brief von Elternbeirat und Elternschaft: Die Kürzungen und Einsparungen gingen in die falsche Richtung, hieß es. Man wolle einen nachhaltigen, zukunftsfähigen Kindergarten. Die Schneckengruppe sei nun schon seit vier Jahren in einer Container-Anlage untergebracht. Es dürfe keine weiteren Verzögerungen beim Projekt geben, im Sinne der Kinder.

Gemeindeholz kann nicht direkt verwendet werden

Die ökologische Holzbauweise des Neubaus gilt als Kostentreiber des Projekts, so dass zuletzt noch einmal an die (ebenfalls teure) Umplanung auf Massivbauweise gedacht worden war. "Alle Preise steigen, nicht nur beim Holz", daran erinnerte Susanne Reck. Eventuell könne man Holz aus dem Gemeindewald verwenden. In die gleiche Kerbe schlug Rainer Patzke. Durch die Holzbauweise erhalte man zugleich Fördermittel. Eventuell ließe sich aber durch eigenes Baumaterial Kosten sparen.

Zusätzlich zu einer Finanzspritze von 50 Prozent auf die förderfähigen Kosten (von 2,85 Millionen Euro) gibt es derzeit noch ein Sonderinvestitionsprogramm, mit weiteren 35 Prozent Zuschuss. Außerdem steht ein Tilgungszuschuss aufs Darlehen in Aussicht. Bürgermeister Willi Warmuth berichtete von einem Schreiben des Sozialministeriums, wonach beim Sonderprogramm die Fristsetzung für die Kitafertigstellung (derzeit der 30. Juni 2022) um ein Jahr verlängert werden soll. Bis zum Monatsende müsste dafür nun der Förderantrag gestellt werden. Die Holzeigennutzung sei eine "gute Idee", fand Architekt Joachim Perleth. Letztlich könne man aber nur durch Verkauf den Gesamt-Haushalt aufbessern. Die direkte Verwendung von Gemeindeholz würde technisch kompliziert und damit teuer.

Gemeinderat stimmt mit einer Gegenstimme zu

"Nachhaltigkeit" bedeute auch, an die Schulden zu denken, die einmal von den Kindern bezahlt werden müssten, fand Harald Häpp. Es sei unklar, ob man wirklich die maximale Fördersumme (von etwa 2,9 Millionen Euro) erhalte. Auch die Fristwahrung beim Bau steht noch in den Sternen. Holger Schmitt legte Wert darauf, dass am pädagogischen Konzept keine Abstriche gemacht werden, und fragte nach den jüngsten Einsparungen.

121 000 Euro werden in den Außenanlagen gekürzt, wo der Bauhof viele Arbeiten übernimmt. "Ein Sonnenschutz kommt auf jeden Fall", betonte Willi Warmuth. Mit den 45 000 Euro, die durch Verzicht auf eine zentrale Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik (MSR) eingespart werden sollen, wollte sich Lars Neubauer nicht anfreunden, mit Blick auf die Folgekosten. Das Hinterfragen der Kosten sei richtig gewesen, meinte Jürgen Sittler, der auf andere Großprojekte verwies: "Eine Million Einsparung ist für die Gemeinde nicht wenig." Letztlich wurde, bei einer Gegenstimme, ein Holzbau im Gegenwert von rund 5,26 Millionen Euro gebilligt, inklusive MSR-Technik.

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