Niederwerrn

Blockheizkraftwerk statt Pizza-Ofen

Der Biergarten ist bereits verschwunden: Anstelle der Pizzeria Rimini soll eine dreigeschossige, ökologische Wohnanlage entstehen.
Foto: Uwe Eichler | Der Biergarten ist bereits verschwunden: Anstelle der Pizzeria Rimini soll eine dreigeschossige, ökologische Wohnanlage entstehen.

Mit der Adria-Atmosphäre zwischen Biergarten und Kegelbahn ist es schon länger vorbei. Die Pizzeria "Rimini" hat 2019 geschlossen, das Areal den Besitzer gewechselt. Nun sollen in der Friedrich-Ebert-Straße 14 insgesamt 18 kleine, barrierefreie Wohnungen für Senioren entstehen, nach dem Abriss des Altbaus.

Im April 2020 gab es schon einmal eine Anfrage zur Nachnutzung, die durch das "Studio Englert" aus Gemünden überarbeitet worden ist. Geschäftsführer Simon Englert stellte dem Gemeinderat das aktuelle Konzept vor, das eine deutlich ökologische Ausrichtung hätte. So sind ein Blockheizkraftwerk und eine PV-Anlage auf dem Dach vorgesehen, an der sich die Bewohner per "Mieterstrom" beteiligen können. Die beiden Gebäudeteile sollen zu einem Drittel im Hang "versenkt" und mit einem Aufzug verbunden werden. Dazu kommen eine Dachgalerie und 36 Stellplätze inklusive Doppelparker-Carport (eine moderne Stapelgarage mit Gründach). Der Gemeinderat tat sich schwer mit der angedachten Dreigeschossigkeit.

"Ich persönlich finde das Ganze etwas zu wuchtig", meinte Roland Fick (Freie Wähler). Auch Gabriele Reuß (CWVO) sah Probleme bezüglich des Ortsbilds. Thomas Wohlfahrt (SPD) verwies auf ähnliche Gebäude in der Umgebung: "Wir können mit drei Geschossen leben." Martin Pensel (CSU) sprach sich gegen diese Variante aus. Der Gemeinderat hatte 2020 Zweigeschossigkeit präferiert.

Bautechniker Englert sieht ebenfalls vergleichbare Häuser im Umfeld, der Bestandsbau lasse sich nicht mehr ertüchtigen. Zweigeschossigkeit wäre nicht wirtschaftlich genug, angesichts hoher Baupreise. "Verdichtung" sei an sich nicht schlecht, meinten Kathrin Tröster und Bettina Häckner für die Grünen: sprich die maximale Nutzung vorhandener Flächen im Innenort. Die Wohnungen würden benötigt, seien barrierefrei und ökologisch, sagte Bürgermeisterin Bettina Bärmann. Sie könnte mit dem Gebäude leben: "Es wird in natürliches Gelände hineingebaut".  Thomas Pfister (FW) erkundigte sich nach der Nachbar-Meinung. Eine Befragung gab es in diesem frühen Stadium aber noch nicht. Die dreistöckige Version setzte sich denkbar knapp mit zehn zu neun Stimmen durch.

Bei der künftigen Stromautobahn SuedLink läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren. Zuletzt wurde den Kommunen der Planungsstand bei einer Videokonferenz mitgeteilt. Bei der Trasse Wilster (Schleswig-Holstein) nach Bergrheinfeld-West hat die Gemeinde Niederwerrn einige Anmerkungen. Der Favorit der SuedLink-Planer ist gemäß Karte eine graue Linie westlich der A71, Richtung Euerbach, wodurch sich die Gemeinde Niederwerrn nicht beeinträchtigt sieht. Allerdings gibt es noch eine Alternativ-Variante östlich der Autobahn, wo die Gewerbegebiets-Planung in Oberwerrn betroffen sein würde. Ebenso wurden in dem Gebiet Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der A71 und die Flurbereinigung geschaffen, etwa die Renaturierung des Sulzgrabens.  Auch Hecken oder Streuobstwiesen würden durchschnitten, ebenso Entwässerungs-Leitungen der B19 und A 71.

Zeitnah umgesetzt werden soll die Erneuerung der Neuen Straße in Oberwerrn. Im März soll die Auftragsvergabe erfolgen, gefolgt von einer Ortsbegehung mit den Anliegern: Bevor dann in der 15. Kalenderwoche (Mitte April) die Arbeiten beginnen könnten.

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