Geldersheim

Ein Jahr im Amt: Geldersheims Bürgermeister Thomas Hemmerich

"Corona ist etwas, was du als Neuer nicht brauchst", sagt Thomas Hemmerich. An seinem Ehrenamt hat er dennoch Spaß.
Hat ein solides Fundament übernommen und baut nun weiter an der modernen Biegenbach-Gemeinde: Bürgermeister Thomas Hemmerich vor dem künftigen Kindergarten-Anbau.
Foto: Uwe Eichler | Hat ein solides Fundament übernommen und baut nun weiter an der modernen Biegenbach-Gemeinde: Bürgermeister Thomas Hemmerich vor dem künftigen Kindergarten-Anbau.

Thomas Hemmerich ist ein Bürgermeister, der stolz ist auf seinen Bauarbeiterhelm. "Den hab ich jetzt leider im Büro liegengelassen", sagt der Rathauschef, als er die derzeit größte Baustelle in der Gemeinde besichtigt: den "Anbau am Anbau". Für eine knappe Million Euro entsteht neben dem Kindergartenneubau auf dem Schulcampus Platz für eine weitere Gruppe.

Die Kita-Politik und die Frage nach möglichen Alternativen wurde im Gemeinderat heiß diskutiert, als erster großer kommunalpolitischer Aufreger der "Ära Hemmerich". Auf gemeindlicher Seite sei der Bedarf an Kitaplätzen gedeckt – diese Botschaft ist dem christsozialen Amtsinhaber wichtig.

Vor dem Fototermin an der Schulstraße geht es erstmal ins Einwohner-Meldeamt, das mit Plastikfolien verhüllt ist. Dort und im Archiv wird gerade saniert. Gemeindemitarbeiter Sven Linke zeigt dem Chef die Pläne. Das Rathaus steht eindeutig auf historischem, urfränkischen Grund und Boden, neben der Gadenanlage.

Der lebenswerten Moderne verpflichtet

Thomas Hemmerich fühlt sich aber nicht nur den 1258 Jahren dokumentierter Ortsgeschichte, sondern auch der lebenswerten Moderne verpflichtet. "Es wurde vieles weitergeführt", sagt der ehrenamtliche Bürgermeister zu den Projekten. An der Pfarrkirche St. Nikolaus wurde die Ölberggruppe restauriert. Auch die Bushaltestelle neben dem Kapellenweg steht, im Neubaugebiet "Oberer Schweinfurter Weg III" läuft die Bauleitplanung. Die Nachfrage sei enorm, staunt Hemmerich, sogar aus Norddeutschland kamen Anfragen. Nun hat der Gemeinderat die Auswahlkriterien festgelegt. In Zusammenarbeit mit dem Mühlhäuser Architekturbüro Gerber wurden auch einige "letzte Dinge" geklärt: Die Aussegnungshalle wurde ebenfalls rundumerneuert, als zeitgemäßer Doppelbau.

Die Straßen- und Kanalsanierung in der Garten- und Frankenstraße ist eine weitere Baustelle. Für den Neubau und die Aussiedlung des Bauhofs wird derzeit eine Fläche gesucht. Dann gibt es noch die Conn Barracks, wo im Zugangsbereich die Asylbewerber untergebracht sind. Der offizielle Übergabetermin an die Anrainer ist nach wie vor der Jahreswechsel 2025/26: "Es gibt kein besseres Grundstück für die Wirtschaftsansiedlung."

Nun war es nicht so, dass seit Mai 2020 nur der Routinebetrieb weitergelaufen ist: "Corona ist etwas, was du als Neuer nicht brauchst", sagt Hemmerich. Frisch eingetragene Termine wurden gleich wieder storniert. Die Begegnungen mit den Bürgern hätten ihm schon gefehlt. Andererseits waren es (physisch) eher ruhige Monate, zumal Geldersheim ganz gut durch die Pandemie gekommen sei.

Kein Corona-Ausbruch im Seniorenheim

"Erleichtert" sei er, dass es im Seniorenheim zu keinem Ausbruch gekommen ist. Und ja, es werde eine Zeit nach dem Stillstand geben: "Wir müssen schauen, wie das öffentliche und kulturelle Leben wieder anläuft." Auch im Schützengarten könnte es in etwa einem Jahr wieder Veranstaltungen geben, wo derzeit die "Notgruppe" des Kindergartens untergebracht ist.

 Der Bürgermeister reicht eine Seite aus dem Amtsblatt über den Tisch. "Interkommunales Denkmalkonzept (IKDK) – Modul 1" nennt sich etwas nüchtern das aktuelle Projekt der Allianz Oberes Werntal, das  regionaltypische, ortsbildprägende Häuser fördern  will: "Der fränkische Stil soll erhalten bleiben."

Die architektonischen Schätze in Hergolshausen und Pfersdorf wurden bereits erfasst, bis Ende des Jahres sind die übrigen 44 Dörfer des Allianzgebiets an der Reihe. "Wir waren als Probedorf angedacht", sagt Hemmerich. Geldersheim, die Bildstock-, Hoftor- und Fachwerk-Metropole am Biegenbach, hatte aber ein (Luxus-)Problem: Seine 150 Vorzeigeobjekte waren für den Auftakt einfach zu viel. Derzeit versucht die Kommune, auch noch in die Städtebauförderung zu kommen.

Es sei eigentlich "ganz gut so, wie es ist", meint Hemmerich, der die Trauungen als "Highlights" seiner bisherigen Amtszeit sieht: "Es macht einem schon Spaß."

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