Schweinfurt

Ein Koffer bringt mehr Pep in den Geschichtsunterricht

Anschauungsmaterial: Schülerinnen des Olympia-Morata-Gymnasiums durften im Archäologischen Institut Jahrtausende alte Knochen und Schädel in den Händen halten.
Foto: Birgit Hirschhausen | Anschauungsmaterial: Schülerinnen des Olympia-Morata-Gymnasiums durften im Archäologischen Institut Jahrtausende alte Knochen und Schädel in den Händen halten.

„Ich bin beeindruckt, andere Schulen werden Sie um diesen Koffer beneiden,“ urteilte Professor Andreas Schäfer, nachdem die elf Schüler das Produkt ihres Projekt-Seminars an der Universität Bamberg vorgestellt hatten.

Der OMG-Archäologiekoffer ist das erste Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der Fachschaft Geschichte des Olympia-Morata-Gymnasiums in Schweinfurt mit dem Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Betreut von ihrem Geschichtslehrer Andreas Bühl, hatten es sich die Schüler laut Pressemitteilung zum Ziel gesetzt, den Geschichtsunterricht in der 6. Klasse nicht nur anschaulicher zu gestalten, sondern den Schülern auch die Möglichkeit zu geben, Geschichte selbstständig zu entdecken und im wahrsten Sinne des Wortes auch zu begreifen.

Dabei wurden sie von Andreas Schäfer und acht Studenten unterstützt. Schäfer und eine Doktorandin besuchten mehrfach die Schweinfurter Schule, gaben Einblicke in die Arbeit des Archäologen und begleiteten das Projekt fachlich. Parallel dazu standen den Schülern auch die Studenten als fachliche Berater zur Verfügung, die sich in einer Übung mit dem Thema Archäologie in der Schule beschäftigten.

Lernen an Stationen

Herausgekommen ist ein Koffer für Geschichtslehrer, der nach dem Konzept „Lernen an Stationen“ aufgebaut ist und fertige Unterrichtseinheiten und Materialien zu den Themen Archäologie, Jungsteinzeit, Altsteinzeit und Kelten enthält. Die Sechstklässler können sich so spielerisch mit den Funden in verschiedenen Bodenschichten oder den Werkzeugen aus der Altsteinzeit auseinandersetzen, ausgehend von Scherben Rekonstruktionszeichnungen von Gefäßen anfertigen, einen Feuerpflug ausprobieren oder Getreide wie in der Jungsteinzeit mahlen.

Haptische Erfahrung

Zahlreiche Objekte wie Eisenerz, Schlacke und verschiedene Repliken (keltische Glasarmreife oder altsteinzeitliche Venusfigur) bereichern den Unterricht um eine haptische Erfahrungsdimension, die sich sonst nur im Rahmen spezieller museumspädagogischer Programme erreichen lässt, heißt es in einer Pressemitteilung der Schule.

Im Anschluss an die Präsentation des Koffers führte Professor Schäfer die Gäste aus Schweinfurt durch das gut ausgestattete Institutsgebäude in Bamberg. So konnten die Schüler beobachten, wie Studenten der Fundbearbeitung Scherben bestimmen, zeichnen und auswerten. Sie erlebten, wie mit dem hochmodernen 3D-Scanner gearbeitet wird, und durften Jahrtausende alte Knochen und Schädel in den Händen halten.

Koffer gleich ausprobiert

Gleich am folgenden Tag durften die angehenden Abiturienten den Koffer in den sechsten Klassen des Olympia-Morata-Gymnasiums ausprobieren. Mit dem erfolgreichen Praxistest endete zwar das P-Seminar, aber für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Universität soll dies erst der Beginn sein, darüber sind sich Professor Schäfer und Andreas Bühl einig. Schon im April wollen die Bamberger Studenten wieder ans OMG kommen, um nun die von ihnen entwickelten Materialien im Unterricht auszuprobieren.

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