Schweinfurt

Landesgartenschau in Schweinfurt 2026: Verträge unterschrieben

Der Vertrag zwischen Stadt und Bayerischer Landesgartenschau GmbH für die Ausrichtung der Gartenschau 2026 ist besiegelt. Was darin steht und warum Vorfreude herrscht.
Blick von Westen her auf das Gelände der Landesgartenschau in der Ledward-Kaserne, in der der Abriss der früheren Panzerhallen mittlerweile abgeschlossen ist.
Foto: Oliver Schikora | Blick von Westen her auf das Gelände der Landesgartenschau in der Ledward-Kaserne, in der der Abriss der früheren Panzerhallen mittlerweile abgeschlossen ist.

Für Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) war der 12. Januar ein guter Tag: Es war der Tag, an dem eines seiner Herzensprojekte für die Stadtentwicklung endgültig besiegelt wurde. "Die Landesgartenschau 2026 kommt", betonte Martin Richter-Liebald, Vertreter der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, der in der neu gegründeten Gesellschaft gemeinsam mit Baureferent Ralf Brettin die Geschäftsführung übernimmt.

Unter notarieller Aufsicht wurden die notwendige Gesellschaft gegründet und der Vertrag für die Durchführung unterschrieben. Für den OB "ein klares Signal Richtung Zukunft. Wir sind fest entschlossen, diesen Weg weiter zu verfolgen", betonte er. Dieses Zeichen, dass er, seine Verwaltung und der Stadtrat an die Zukunft der Stadt glauben, sei gerade jetzt während des verschärften Lockdowns wichtig, so Remelé.

"Die Landesgartenschau 2026 ist ein klares Signal Richtung Zukunft. Wir sind fest entschlossen, diesen Weg weiter zu verfolgen."
Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU).

Die Landesgartenschau 2026, die mit ihrem Hauptgelände auf zehn Hektar im Nord-Westen der ehemaligen Ledward-Kaserne an der Niederwerrner Straße ausgerichtet wird, sei kein Selbstzweck, betonte der OB. Vielmehr verfolge man weiterreichende Ziele, vor allem in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit, die auch im Vertrag festgehalten seien. Die Durchgrünung der Stadt sei wichtig in Zeiten des Klimawandels, dessen Auswirkungen man mit immer heißer werdenden Sommern auch in Schweinfurt spüre.

"Natürlich", so der OB, "wird die Landesgartenschau auch ein großes Bürgerfest." Das sei insofern wichtig, als man mit dem Konzept, das in den nächsten Monaten erarbeitet werde, auch Imagewerbung für die Stadt machen wolle, in der Region und darüber hinaus. Für Baureferent Ralf Brettin ist die Landesgartenschau ein "Meilenstein der Stadtentwicklung und wesentlicher Bestandteil."

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Dass es in den vergangenen Jahren durchaus kritische Diskussionen zum Thema gegeben hat, bewertet der Baureferent als positiv, denn das Ergebnis aller Debatten könne sich sehen lassen: "Die Idee Landesgartenschau hat vor allem durch das Thema Klimaschutz und die Korrespondenzprojekte als grünes Band durch die Stadt bis zum Main dazu gewonnen."

Die grünen Landesgartenschau-Schirme konnte man am Tag der Vertragsunterzeichnung zwischen Stadt und Landesgartenschau GmbH  aufgrund des Schneesturms gut gebrauchen. Auf dem Bild (v.l.) Martin Richter-Liebald, einer der Geschäftsführer der neu gegründeten GmbH, Gerhard Zäh, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, Oberbürgermeister Sebastian Remelé, Baureferent Ralf Brettin und Finanzreferentin Anna Barbara Keck.
Foto: Oliver Schikora | Die grünen Landesgartenschau-Schirme konnte man am Tag der Vertragsunterzeichnung zwischen Stadt und Landesgartenschau GmbH  aufgrund des Schneesturms gut gebrauchen.

Ein ebenso wichtiger weiterer Schritt wurde auch in dieser Woche auf den Weg gebracht, die Ausschreibung des Gestaltungswettbewerbs für das Landesgartenschau-Gelände in Ledward. 25 Büros in ganz Deutschland wurden angeschrieben, Ideen zu entwickeln, die die Jury am 1. Juni in einer Klausurtagung beurteilt und dann einen Sieger kürt.

"Landesgartenschauen sind grundsätzlich Stadtentwicklungsprogramme", betont Gerhard Zäh, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, die seit 40 Jahren Gartenschauen im Freistaat veranstaltet. Man freue sich auf den gemeinsamen Weg mit der Stadt und ihren Bürgern.

Luftbild aus dem Sommer vom Gelände der Landesgartenschau in Ledward, rechts die Panzerhalle 237, die 2026 zur Blumenhalle wird.
Foto: Anand Anders | Luftbild aus dem Sommer vom Gelände der Landesgartenschau in Ledward, rechts die Panzerhalle 237, die 2026 zur Blumenhalle wird.

Martin Richter-Liebald betont, "die Gartenschau lebt von den Menschen vor Ort". Neben dem Aufbau der neuen Firma und der Organisation der Landesgartenschau sei es jetzt die wichtigste Aufgabe, alle mit ins Boot zu bringen und Idee zu sammeln. Ausdrücklich betonen Zäh und Richter-Liebald, dass sie auch kritische Stimmen wünschen.

Die Diskussionen, die es in Schweinfurt über das Für und Wider gegeben hat, hat man bei der bayerischen Landesgartenschau GmbH wahrgenommen, kann damit aber umgehen: "Natürlich war die Intensität vielleicht ein wenig überraschend, aber am Ende geht es um den Prozess und das Resultat. Und das ist ein gutes Ergebnis und eine deutliche Weiterentwicklung", betont Richter-Liebald.

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Eine Weiterentwicklung ist im übrigen auch der Vertrag selbst, denn zum ersten Mal in der Geschichte der Landesgartenschauen hat eine Kommune Ausstiegsszenarien verankern können. Zwar müsste die Stadt Entschädigung zahlen, es wäre aber möglich, wenn sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den städtischen Haushalt dramatisch verschlechtern würden, aus dem Projekt in den nächsten Jahren doch noch auszusteigen.

Landesgartenschau Schweinfurt 2026

Im Jahr 2014 zog die us-amerikanische Armee aus der Ledward Kaserne sowie den Wohngebieten Askren Manor sowie Yorktown/Kessler Field ab. Die so genannten Konversionsflächen, insgesamt gut 80 Hektar, kaufte die Stadt der Bundesimmobilien-Verwaltung ab. Die CSU-Fraktion ließ als erste die Idee prüfen, auf einem Teil des früheren Kasernen-Geländes entlang der Niederwerrner Straße neben dem Willy-Sachs-Stadion eine Landesgartenschau zu veranstalten. 2018 bewarb sich die Stadt für die LGS 2026 und erhielt im Juli 2018 den Zuschlag.
Der Konzeptentwurf sieht vor, dass im Nord-Westen der Ledward Kaserne zehn Hektar als Landesgartenschau vorgesehen sind. Dort soll ein Bürgerpark entstehen, die Panzerhalle 237 wird als Blumenhalle genutzt. Im Süden wird die Landesgartenschau von der Carus-Allee begrenzt, einem über 600 Meter langen und 37 Meter breiten grünen Band von Ost nach West durch die alte Kaserne. Im Norden grenzt sie an die Kleingartenanlage Alte Warte. Dazu kommen so genannte Korrespondenzprojekte am Schelmsrasen, Spitalseeplatz und der Gutermann-Promenade.
Um die Pläne zur Landesgartenschau gibt es seit Jahren immer wieder Streit. Im Sommer 2018 gründete Ulrike Schneider eine Bürgerinitiative für einen parkähnlichen Stadtwald statt Landesgartenschau. Der Stadtrat konterte mit einem Ratsbegehren für einen Bürgerpark mit Landesgartenschau. Beide Vorhaben scheiterten beim Bürgerentscheid im Januar 2019 deutlich. Im Februar 2019 bestätigte der Stadtrat noch einmal die Pläne für eine LGS. Wegen der finanziellen Einbußen durch die Corona-Pandemie stand die LGS wieder in der Diskussion, doch im Oktober 2020 wurden die Weichen endgültig gestellt. Es gibt neben den "Freunden der Landesgartenschau e.V." auch eine Bürgerinitiative gegen die Landesgartenschau.
Bei 164 Öffnungstagen zwischen April und Oktober 2026 rechnet die Stadt mit 3500 Besuchern am Tag, insgesamt also 574 000. Diese sollen einen Umsatz von sieben Millionen Euro bringen, dazu erhofft man sich 1,6 Millionen Euro durch Sponsoring, etc. Die Kosten der Durchführung der Landesgartenschau werden auf zwölf Millionen Euro geschätzt. Für den Bau der Daueranlagen werden 11,3 Millionen Euro veranschlagt, sicher ist dafür ein Zuschuss von fünf Millionen Euro durch den Freistaat. Möglich, aber nicht sicher ist ein weiterer Zuschuss über drei Millionen Euro durch ein neues Programm der Europäischen Union. Sollte der genehmigt werden und alle Annahmen bezüglich des Kartenverkaufs wahr werden, würde die Landesgartenschau die Stadt 6,7 Millionen Euro kosten.
Quelle: Schweinfurter Tagblatt/Stadt Schweinfurt
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