Kreis Schweinfurt

Langer Anlauf für den Klimaschutz im Landkreis Schweinfurt

Holpriger Start für den Klimaschutz: Erst fiel das Konzept im Ministerium durch, dann waren Unterlagen verschwunden. Was die Sache so schwierig machte.
Klimaschutz fängt auf der lokalen Ebene an. Nach einigen Stolpersteienen will der Landkreis Schweinfurt jetzt ins Klimaschutzmanagement einsteigen (Symbolbild).
Foto: Jean-Francois Badias/dpa | Klimaschutz fängt auf der lokalen Ebene an. Nach einigen Stolpersteienen will der Landkreis Schweinfurt jetzt ins Klimaschutzmanagement einsteigen (Symbolbild).

Die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts des Landkreises Schweinfurt kommt bislang nur schleppend voran. Was allerdings am Bund liegt, wie es in der Umweltausschusssitzung des Kreistags hieß. Dabei hat der Kreis ehrgeizige Ziele: Er soll bis 2030 klimaneutral arbeiten.

Bereits im Februar 2022 hatte der Ausschuss die Verwaltung beauftragt, nach der Ablehnung einer Förderung durch den Bund nachzubessern, so dass das neue Konzept unter anderem den Förderrichtlinien entspricht. "Dann fing das Drama an", sagte Thomas Benz von der Abteilung für Kreisentwicklung. Denn offensichtlich sei das zuständige Bundesunternehmen für die Förderung eines Kimaschutzmanagements nicht in der Lage gewesen, die Fülle an Anfragen zu bewältigen. Mehrfach, so Benz habe man Unterlagen wiederholt nachreichen müssen, weil sie an der Stelle nicht auffindbar gewesen seien.

Management soll im Dezember starten

Inzwischen sei der Vorgang so weit gediehen, dass das Landratsamt im Dezember 2022 mit dem Klimaschutzmanagement loslegen könne. Dann soll auch die Stelle des Klimaschutzmanagers oder der -managerin besetzt sein. Ziel des Konzepts ist es, den Ist-Zustand zu erfassen, Potenziale zu ermitteln und ein Umsetzungskonzept zu erstellen.

Deutlich weiter sei man beim Thema Energieffizienz. Laut Benz hätten sich 39 Gemeinden zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um Erfahrungen auszutauschen und Projektpartner für die kommunale Ebene zu gewinnen. Wie etwa der Stromversorger ÜZ Mainfranken, die das Netzwerk koordiniert, wie deren Vertreter Rainer Schütz erläuterte. Inzwischen habe man 400 Maßnahmen identifiziert, von denen bereits die Hälfte im detaillierten Planungszustand seien. Dahinter stehen demnach Investitionen für die heimische Wirtschaft in zweistelliger Millionenhöhe.

Neue Leuchten für die Schulen

Als Beispiele für sein Haus nannte Benz das Konzept mit Heizung und Photovoltaikanlage am Bauhof Gerolzhofen und die geplante Dachdämmung des Landratsamtsgebäudes. Demnächst sollen die Innenbeleuchtungen der Schulen und ein Energiekonzept für den Neubau des Bauhofs in Niederwerrn folgen.

Nachdem die Förderung für das Energienetzwerk auslaufe, arbeite man an einem Folgeprogramm zum Klimaschutz. Dabei können Gemeinden Beratungsleistungen für 60 Tage in drei Jahren abrufen. Die Koordination soll wieder bei der ÜZ liegen.

Wie war das mit dem Klärschlamm?

Für eine kleine Irritation sorgte Benz' Aussage, dass man auch die Trocknung von Klärschlamm als Energieeffizienzmaßnahme im Auge gehabt habe; sie sei mangels Interesse der Kläranlagenbetreiber gescheitert. Dem widersprach Willi Warmuth als Vorsitzender des Abwasserverbands Obere Werntalgemeinden, deren Kläranlage sich in Geldersheim befindet. Man habe das Thema auf Bitten der Gemeinde Bergrheinfeld beendet, die neben der Geruchsbelästigung aus der Biomüllvergärung an der Rothmühle weitere Beeinträchtigungen befürchtet habe: "Wir haben großes Interesse, eine Lösung zu finden."

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