KREIS SCHWEINFURT

Respekt, aber keine Angst vor dem Feuer

Die Ausmaße eines Feuers können verheerend sein. Um die Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe der Brandbekämpfung im Innenangriff vorzubereiten, gastierte der Flashover-Trainingscontainer der Versicherungskammer Bayern in Geldersheim, heißt es in einer Pressemitteilung.

32 Atemschutzträger aus Grafenrheinfeld, Bergrheinfeld, Oberwerrn, Euerbach und Geldersheim nahmen an der Ausbildung im Brandübungscontainer teil.

Die Trainingseinheit biete Atemschutzträgern die Möglichkeit, das Entstehen eines Brandes unter kontrollierbaren Verhältnissen zu beobachten und schließlich den Brand zu bekämpfen. Die einsatznahen Voraussetzungen, mit denen die Übenden konfrontiert würden, führten zu einem Ausbildungsgrad, der die Sicherheit der Einsatzkräfte wesentlich erhöhe.

2112 Übende nehmen jährlich in über 40 Lehrgängen in den Landkreisen Bayerns an diesem Training teil. Schutzkleidung und umluftunabhängiger Atemschutz sind das Rüstzeug der Feuerwehrleute. Wichtig dabei ist, dass die Ausrüstung, die aus einer Überjacke, Überhosen, Sicherheitsstiefeln, Schutzhandschuhen und Flammschutzhaube besteht, komplett ist. Und vor allem, dass sie richtig angelegt wird. Denn beim realistischen Üben von Einsatzsituationen in einem Brandübungscontainer beobachten die Teilnehmer den Brandverlauf.

Schwierige Sichtverhältnisse

Die Einrichtung wird durch eingehängte Spanplatten mit einer Fläche von zehn Quadratmetern simuliert. Das entspricht einem Bruchteil der Holzfläche in einem eingerichteten Zimmer. Durch die Wärmeeinwirkung eines Entstehungsbrandes beginnen die Spanplatten auszugasen und liefern somit die Basis für die spätere Rauchgasdurchzündung (Flashover).

Durch die äußerst schwierigen Sichtverhältnisse wird eine reale Situation erzielt. Die Übenden können erkennen, wie die Rauchschicht immer weiter nach unten absinkt.

Während der Übung wird die offene Tür des Containers geschlossen, was bewirkt, dass der Rauch nicht mehr abziehen kann und die Sauerstoffzufuhr unterbunden wird. Die Verbrennung wird unvollständig und die Feuerwehrleute im Container haben durch die Verrauchung keinerlei Sicht.

Nach einigen Minuten wird die Tür wieder geöffnet. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Öffnen einer Zimmertür in einer Wohnung. Sauerstoff strömt in den Brandraum, das Feuer wird sofort größer. In der Rauchschicht, die sich ungefähr einen halben Meter über den Köpfen der knienden Feuerwehrleute befindet, bilden sich kleine Flammenzungen. Das ist der Beginn einer Rauchdurchzündung.

Danach muss die hohe Rauchgastemperatur abgekühlt werden, da sich das Feuer schnell ausbreiten und die Übenden gefährden würde.

Positionswechsel

Mit Positionswechseln hat jeder teilnehmende Feuerwehrler die Möglichkeit, selbst einen Flashover zu bekämpfen. Hierbei trainiert der Teilnehmer den Umgang mit einem Hohlstrahlrohr und festigt somit den Umgang mit seinem Handwerkszeug. Die Temperaturen, die an der Decke vom Brandraum gemessen werden, liegen zwischen 600 und 800 Grad Celsius.

Während in gasbetriebenen Brandsimulationsanlagen hauptsächlich das taktische Vorgehen des Trupps geübt wird, dient der holzbefeuerte Flashover-Container zur Gewöhnung an Hitze und Rauch. Ziel der Ausbildung ist es, die Atemschutzgeräteträger so zu sensibilisieren, dass diese eine Flashover-Gefahr erkennen und deren Durchzündung verhindern. Der Feuerwehrangehörige lernt, wie sich ein Feuer ausbreitet und welche Auswirkungen die Sauerstoffzufuhr auf den Brand hat.

Zusammen mit den gasbetriebenen Übungsanlagen (eine wurde vor Kurzem im Kreisbauhof Niederwerrn eröffnet) würden sich ideale Übungsvoraussetzungen ergeben.

Finanziert wird der holzbefeuerte Flashover-Trainingscontainer durch die Versicherungskammer Bayern sowie den Landesfeuerwehrverband. Text & Foto: Johannes Krückel Feuerwehr Geldersheim

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