Schweinfurt

Schweinfurterin tanzt im „Lemon Tree“ Remake von Alle Farben

Die Schweinfurterin Nicole de Livron hat den Sprung nach Berlin gewagt, um dort ihren Traum vom Tanzen zu verwirklichen
Die selbstständige Tänzerin Nicole de Livron tanzt beim Video-Dreh in einem leeren Stadion
Foto: Daniel Heitmüller | Die selbstständige Tänzerin Nicole de Livron tanzt beim Video-Dreh in einem leeren Stadion

Das Video des Songs "Lemon Tree" von Fools Garden und Alle Farben hat auf YouTube bereits über eine halbe Million Aufrufe. Für das Remake zum 25-jährigen Jubiläum des 1995 erschienenen Hits zeigt sich der deutsche DJ und Musikproduzent Frans Zimmer verantwortlich, der hinter dem Künstlernamen Alle Farben steckt. Während das Lied gerade überall zu hören ist, spricht man in Schweinfurt jedoch hauptsächlich über die blonde Tänzerin, die gefangen in einem gläsernen Raum Pläne schmiedet und von Reisen in ferne Länder träumt. Gerade in Zeiten des pandemiebedingten Lockdowns ein Gefühl, das vielen aus der Seele sprechen dürfte.

Nicole de Livron heißt die 24-jährige Darstellerin und bevor sie nach Berlin gezogen ist, um dort Kulturwissenschaften zu studieren und ihre Karriere als Tänzerin voranzutreiben, hat sie in ihrer Heimatstadt Schweinfurt als Tanzlehrerin bei der Dance Academy Schweinfurt Unterricht erteilt. Angefangen hat alles mit vier Jahren und rhythmischer Sportgymnastik in der Turngemeinde Schweinfurt. Schnell kam Ballett hinzu, bis sie schließlich mit etwa zwölf Jahren zur Dance Academy wechselte und sich neben Ballett auch in Jazz, Contemporary und Hip-Hop weiterbildete. "Im Hip-Hop habe ich meine Leidenschaft mehr gefunden als im Ballett", erinnert sich die Studentin. "Trotzdem bin ich super dankbar für die klassische Ausbildung." Sie sei auch sehr hilfreich im "echten Leben, aber man muss es durchziehen". Leicht sei klassischer Tanz eben nicht. Ihre Tanzlehrerausbildung hat sie parallel zu ihrem Abitur absolviert. Die Tätigkeit als selbstständige Tänzerin hat sich Nicole de Livron jedoch in erster Linie über Instagram aufgebaut.

Berlin als Alternative zum Kleinstadtleben

Der Umzug nach Berlin sei die einzig sinnvolle Entscheidung gewesen. Schon in der Schule hätte sie gewusst, dass sie irgendwann einmal aus Schweinfurt raus wolle: "Das Kleinstadtleben hat mir nicht so gefallen. Ich wollte immer mehr." Noch während ihrer Tätigkeit als Tanzlehrerin habe sie jede Gelegenheit genutzt, um am Wochenende an möglichst vielen Workshops in München, Hannover oder Köln teilzunehmen, da sie das Gefühl hatte, in Schweinfurt irgendwann ausgelernt zu haben. Warum Berlin und nicht München? Tänzerisch gäbe es in München nicht so viele Jobs, die meisten Events fänden in Berlin oder Köln statt. Die Antwort der Tänzerin ist simpel: "Berlin als Stadt hat mich mehr gereizt." Obwohl sie sich eine endgültige Rückkehr nach Schweinfurt im Moment nicht vorstellen könne, komme sie jetzt aber immer gerne und regelmäßig in die Heimat zurück, um Freunde und Familie zu besuchen.

Beim Dreh zu "Lemon Tree" von Fools Garden und Alle Farben musste die 24-jährige Nicole de Livron auch ihre schauspielerischen Fähigkeiten abrufen
Foto: Daniel Heitmüller | Beim Dreh zu "Lemon Tree" von Fools Garden und Alle Farben musste die 24-jährige Nicole de Livron auch ihre schauspielerischen Fähigkeiten abrufen

Gelohnt hat sich der Umzug allemal. Neben ihrem neuesten Auftritt im Lemon Tree-Remake, hat sie bereits in zahlreichen weiteren Produktionen mitgewirkt, darunter bei der Fitnessplattform Gymondo und dem Musikvideo "Ladidada – My heart goes boom" der Künstlerin ILIRA. Auch in Sarah Lombardis neuem Projekt "Love is Love", das demnächst veröffentlicht werden soll, wird Nicole de Livron eine Rolle spielen. Mittlerweile hat sie die Agentur Esselle Agency in ihre Kartei aufgenommen. Die meisten Anfragen bekäme sie jedoch über Instagram oder die Tänzerwelt, in der alle miteinander "connected" sind.

Für den Lemon Tree-Job wurde sie ebenfalls von einem "Kumpel" vorgeschlagen, der mit der Produktionsfirma befreundet gewesen sei. Obwohl sie nicht glaubt, dass man als selbstständiger Tänzer heutzutage unbedingt eine Agentur braucht, dürfe man das "TikTok-Tanzen" nicht mit "wirklichem Tanzen" verwechseln: "Da steckt nicht viel Foundation dahinter, in der echten Tanzwelt gehört viel mehr dazu." Trotzdem sei die Nutzung von Social Media essenziell für die Bekanntheit und das Knüpfen von Beziehungen.

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Ein großer Traum, den sich die Tänzerin noch erfüllen möchte, ist bei einer Welttournee mitzumachen, vielleicht bei Justin Bieber oder Ariana Grande. Beide würden ihre Tänzer individuell wirken lassen und nicht nur als Background nutzen: "Ich will tänzerisch etwas hinterlassen, woran man sich erinnert. Nicht nur hinter großen Künstlern stehen, sondern selbst als Künstler anerkannt werden."

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