Gerolzhofen

Verkehrsclub: Die Steigerwaldbahn nicht kaputtreden

Die Kreisgruppe Kitzingen im Kreisverband Mainfranken-Rhön des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) wendet sich in einer Pressemitteilung "gegen Versuche, die Steigerwaldbahn buchstäblich kaputtzureden". Der neue Eigentümer der Bahntrasse, der Unternehmer Timo Meißner, hatte in einem Interview mit der Main-Post den Zustand der Bahnstrecke als "desolat" schlecht beschrieben und von kaputten Betonschwellen und abgefahrenen Gleisen gesprochen. „Von einem Schrotthändler ist natürlich nicht zu erwarten, dass er den Verkehrswert einer Eisenbahnstrecke erkennt, er wird darin nur Schrott sehen. Das ist so, wie wenn ein Vegetarier einen Metzger nach Ernährungstipps fragen würde“, schreibt Peter Brandner vom VCD Kitzingen. Entscheidend ist nach Meinung des VCD nicht der Zustand der Schienen und Schwellen, denn diese würden im Falle einer Reaktivierung ohnehin erneuert. "Entscheidend ist vielmehr der Zustand des Oberbaus und der Brücken - diese aber sind noch durchgehend intakt."
Das Endstück der Steigerwaldbahn kurz vor Kitzingen.
Foto: Frank Weichhan | Das Endstück der Steigerwaldbahn kurz vor Kitzingen.

Die Kreisgruppe Kitzingen im Kreisverband Mainfranken-Rhön des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) wendet sich in einer Pressemitteilung "gegen Versuche, die Steigerwaldbahn buchstäblich kaputtzureden". Der neue Eigentümer der Bahntrasse, der Unternehmer Timo Meißner, hatte in einem Interview mit der Main-Post den Zustand der Bahnstrecke als "desolat" schlecht beschrieben und von kaputten Betonschwellen und abgefahrenen Gleisen gesprochen. „Von einem Schrotthändler ist natürlich nicht zu erwarten, dass er den Verkehrswert einer Eisenbahnstrecke erkennt, er wird darin nur Schrott sehen. Das ist so, wie wenn ein Vegetarier einen Metzger nach Ernährungstipps fragen würde“, schreibt Peter Brandner vom VCD Kitzingen. Entscheidend ist nach Meinung des VCD nicht der Zustand der Schienen und Schwellen, denn diese würden im Falle einer Reaktivierung ohnehin erneuert. "Entscheidend ist vielmehr der Zustand des Oberbaus und der Brücken - diese aber sind noch durchgehend intakt."

„Die Tatsache, dass die Instandhaltung der Bahn vernachlässigt wurde, taugt nicht als Argument gegen sie. Wenn eine Straße in schlechtem Zustand ist, muss sie saniert werden; das ist bei Bahnstrecken nicht anders", schreibt der VCD Kitzingen. Die entscheidende Frage sei, ob die Strecke ein Verkehrspotential habe. Diese Frage werde gerade in München untersucht. "So lange sollte man abwarten und nicht den dritten Schritt vor dem ersten tun“, so Peter Brandner.

Nach Ansicht des VCD werde heute jede Bahnstrecke für die Verkehrswende gebraucht. Im Sinne des Klimaschutzes habe die Bundesregierung gerade erst die Mehrwertsteuer für Bahntickets im Fernverkehr gesenkt sowie mit dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz umfangreiche Mittel auch für Bahnreaktivierungen bereitgestellt. Die Zeiten, in denen Verkehrspolitik im Wesentlichen darin bestand, Straßen zu bauen und Bahnstrecken stillzulegen, seien schon seit Jahrzehnten vorbei. "Diese Erkenntnis sollte endlich auch in Unterfranken angekommen sein."

Etwa 50 Bahnstrecken in Deutschland, die zum Teil in ähnlichem Zustand wie die Steigerwaldbahn gewesen seien, seien laut VCD in den vergangenen zwanzig Jahren mit Erfolg reaktiviert worden. "So ist auch die Steigerwaldbahn eine Zukunftschance für die ganze Steigerwaldregion, die ernsthaft ins Auge gefasst werden sollte."

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