Würzburg

Alltagshelden: Den Taxifahrer motivieren dankbare Fahrgäste

Wie ist es den Helden des Alltags ergangen, die wir zu Beginn der Pandemie besucht haben? Taxifahrer Salvatore Lalomia übernimmt zur Zeit vor allem Krankentransporte.
Salvatore Lalomia fährt seit vielen Jahren im Raum Würzburg Taxi. Für den 35-Jährigen bedeutet die Pandemie vor allem weniger Kundschaft.
Foto: Marco Lalomia | Salvatore Lalomia fährt seit vielen Jahren im Raum Würzburg Taxi. Für den 35-Jährigen bedeutet die Pandemie vor allem weniger Kundschaft.

Normalerweise sind Touristen, Konzertbesucher und Partygänger für Salvatore Lalomia wichtige Kundschaft. Seit sieben Jahren bringt der selbstständige Taxifahrer aus Buchbrunn (Lkr. Kitzingen) Menschen im Raum Würzburg an ihr Ziel. Doch in diesem Jahr ist alles anders. "Wir haben Einbußen von 50 Prozent", berichtete der 35-Jährige, der mit drei Geschäftspartnern ein eigenes Taxi-Unternehmen betreibt, im April. Doch auch jetzt sei die Lage kaum besser, sagt Lalomia:

"Nach dem Lockdown ging es etwas bergauf. Die Nachtschichten liefen weiter so lala, aber das Taggeschäft hat sich langsam normalisiert. Dann kam der November und alles ging wieder in den Keller. Das ist finanziell natürlich nicht so einfach. Ich kann gerade so meine Unkosten decken. Für unsere Mitarbeiter bekommen wir Kurzarbeitergeld, sonst kriegen wir keine staatlichen Hilfen. Unsere Fahrzeuge müssen wir trotzdem abbezahlen. Zwar können wir die Raten jetzt aussetzen, aber dadurch schieben wir das Problem nur auf.

Viele Stammkunden mit Handicap

In den Taxis gelten immer noch spezielle Hygieneregeln. Alle Fahrgäste müssen hinten einsteigen, wir haben eine Art Trennwand im Auto und es gilt Maskenpflicht – wie in den öffentlichen Verkehrsmitteln auch. Daran hat man sich mittlerweile auch gewöhnt. 

Zwar haben wir gerade deutlich weniger Fahrgäste, aber es gibt trotzdem Menschen, die wirklich auf uns angewiesen sind. Das sind dann vor allem Krankenfahrten. Ich habe zum Beispiel sehr viele Stammkunden, die eine Behinderung haben und jemanden brauchen, der sie fährt. Einen meiner Kunden fahre ich nicht nur, sondern ich gehe auch mit ihm einkaufen. Dafür ist er sehr dankbar und gleichzeitig sind solche Kunden eine Motivation für mich, zu arbeiten.

Hoffnung auf das Weihnachtsgeschäft

Wir hoffen natürlich, dass das Weihnachtsgeschäft wieder normal ablaufen kann – aber ich glaube nicht wirklich daran. Ich denke, dass der Lockdown auch im Dezember noch nicht beendet sein wird und bis das Geschäft wieder ansatzweise normal läuft, wird es bestimmt noch länger dauern. Aber damit müssen wir uns einfach arrangieren."

Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr stellten wir Menschen vor, die während der Ausgangsbeschränkungen das öffentliche Leben aufrecht erhielten. Ein halbes Jahr später haben wir die Helden des Alltags erneut getroffen und gefragt: Wie ist es ihnen seitdem in der Corona-Krise ergangen?

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