WÜRZBURG

Am Mittwoch verlegt der Künstler Gunter Demnig 23 weitere Stolpersteine

Erinnerung an Würzburger Naziopfer: 23 neue Stolpersteine verlegt der Künstler Gunter Demnig an diesem Mittwoch.
| Erinnerung an Würzburger Naziopfer: 23 neue Stolpersteine verlegt der Künstler Gunter Demnig an diesem Mittwoch.

Bereits zum siebzehnten Mal werden am Mittwoch, 28. Mai, in Würzburg Stolpersteine verlegt. Diesmal sind es 23 Stück. Der Künstler Gunter Demnig kommt wieder selbst in die Domstadt. Insgesamt liegen nach Abschluss dieser Aktion 408 Steine vor Häusern von ermordeten NS-Opfern.

Im Mittelpunkt steht diesmal unter anderem die Familie Kirschner, zu deren Gedächtnis um 10.30 Uhr in der Veitshöchheimer Straße 1a Stolpersteine in den Gehsteig eingelassen werden. Albert Kirschner wurde als Jude 1935 aus dem Amt des Zollfinanzrats und aus seiner Dienstwohnung gejagt. Schließlich wurde die Familie 1940 nach Südfrankreich deportiert und von dort zur Ermordung nach Auschwitz. Nur das jüngste Kind entging der Deportation und lebt heute in den USA.

Musikalisch begleitet wird die Verlegung von Schülerinnen und Schülern des Wirsberg-Gymnasiums. Eine der Patenschaften wurde von einer Klasse der Adolph-Kolping-Schule übernommen. Im früheren Hauptzollamt, dem heutigen Technischen Rathaus, wird unmittelbar anschließend Oberbürgermeister Christian Schuchardt eine Gedenktafel enthüllen.

Jede Stolpersteinverlegung schließt mit einer Abendveranstaltung ab, dieses Mal mit besonderem Blick auf die Situation der Schwulen. Zum Thema: „Schwul: verachtet – eingesperrt – totgeschlagen. Die Leidensgeschichte schwuler Männer (nicht nur) während der Nazizeit“ spricht Axel Hochrein vom Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland.

Für die musikalische Umrahmung sorgen „Sotto Voce“, der „schwulesbische Chor“ des WuF-Zentrums, und Arshad Hassan.

Schirmherrschaft der abendlichen Veranstaltung ist der Oberbürgermeister. Sie beginnt um 19 Uhr im Bockshorn im Kulturspeicher am Oskar-Laredo-Platz. Der Eintritt ist frei.

Die Verlegung der 23 neuen Steine sei ein passender Anlass, auch einmal auf die „alten” 385 Steine einen Blick zu werfen, schreiben Benita Stolz und Helmut Försch vom Arbeitskreis Stolpersteine. Die Bewohner der betroffenen Häuser oder die Paten, werden gebeten, mit einem Reinigungsschwämmchen und Spülmittel die Steine wieder zum Glänzen zu bringen.

Info: www.stolpersteine-wuerzburg.de

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