Uffenheim

Diskussion über städtische Unterstützung für Vereinsfeste

Ohne die Hilfe von Bauhof und Stadtwerke könnte der Deutsch-Italienische Verein das weit über die Grenzen Uffenheims hinaus bekannte Weinfest nicht schultern.
Foto: Gerhard Krämer | Ohne die Hilfe von Bauhof und Stadtwerke könnte der Deutsch-Italienische Verein das weit über die Grenzen Uffenheims hinaus bekannte Weinfest nicht schultern.

Die Unterstützung des Bauhofs und der städtischen Werke bei Vereinsfesten war ein zentrales Thema im Uffenheimer Finanzausschuss. Auslöser dafür war eine deutliche Prüfungserinnerung durch den Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses Ewald Geißendörfer. Ziel des Ganzen: Einen Grundsatzbeschluss zu bekommen, der die Hilfen klar regelt.

Die Sache reicht eigentlich schon Jahre zurück. Immer wieder wurde nachgefragt, was die städtische Unterstützung bei großen Festen eigentlich kostet. Regelmäßig hatte dies auch der Rechnungsprüfungsausschuss hinterfragt. Jetzt hatte der Ausschussvorsitzende Ewald Geißendörfer (CSU) eine E-Mail geschrieben mit der dringenden Bitte, sich des Themas anzunehmen. Dabei stieß einigen im Rat die Wortwahl auf.

Zweimal fanden Ritterspiele in Uffenheim statt. Auch hier halfen Bauhof und Stadtwerke mit, die Stadt trug die Kosten.
Foto: Gerhard Krämer | Zweimal fanden Ritterspiele in Uffenheim statt. Auch hier halfen Bauhof und Stadtwerke mit, die Stadt trug die Kosten.

Als Beispiele nannte Geißendörfer das Deutsch-Italienische Weinfest, ausgerichtet vom Deutsch-Italienischen Verein (DIV), und die Ritterspiele. Geißendörfer hatte geschrieben, dass er nicht dafür plädiere, die Unterstützung der Stadt zu streichen. Dies sei auch nicht der Ansatz der Rechnungsprüfung gewesen. Vielmehr sollte "zusammen mit den Organisatoren dieser beiden Feste Lösungen gesucht werden, bei der die Stadt nicht nur für die Defizite zuständig ist." Auch verwies Geißendörfer in seiner E-Mail auf die Beanspruchung der städtischen Mitarbeiter bei diesen Festen, die an Wochenenden außerhalb der normalen Dienstzeit stattfänden. Der Ausschussvorsitzende erinnerte an die prekäre Haushaltssituation der Stadt, weswegen dringender Handlungsbedarf bestehe.

Die Formulierung "nicht nur für die Defizite" wurde zum Beispiel von Stadtrat Bernhard Schurz (SPD) so interpretiert, dass die Stadt wohl Geld von den Vereinen abschöpfen solle. Auch Thomas Schmitt (Grüne) betonte, dass die Sprechweise in der E-Mail zu Unverständnis und Unmut geführt hätten.

Wunsch nach einer klaren Regelung

Dies wolle Geißendörfer so nicht stehen lassen. Es gehe darum, ob es so gehandhabt werden solle wie bisher. Dann hätte man das auch früher schon so beschließen können. Bei der Rechnungsprüfung sei es nur um den Wunsch nach einer klaren Regelung gegangen.

Dem pflichtete auch Tobias Hassold (CSU) bei. Er stehe weiter für eine Unterstützung der Vereine nach den Möglichkeiten der Stadt, nichtsdestotrotz sollte man sich aber regelmäßig die Zahlen anschauen. Er plädierte aber ebenso wie Susanne Holzmann (FWG) für einen Grundsatzbeschluss.

Zweimal fanden Ritterspiele in Uffenheim statt. Auch hier halfen Bauhof und Stadtwerke mit, die Stadt trug die Kosten.
Foto: Gerhard Krämer | Zweimal fanden Ritterspiele in Uffenheim statt. Auch hier halfen Bauhof und Stadtwerke mit, die Stadt trug die Kosten.

Als Gäste waren auch DIV-Vorsitzender Heinz Schmitt und sein Stellvertreter Hans Herbst anwesend. Schmitt erläuterte dem Gremium die Notwendigkeit der städtischen Unterstützung. Des Weiteren belegte er mit Zahlen, dass das Fest ohne diese Hilfe finanziell auch nicht zu schultern wäre.

Wertschätzung gegenüber den Ehrenamtlichen

Die Unterstützung durch Bauhof und Werke sieht auch Stadtrat Andreas Zander (Bürgerliste) als Wertschätzung gegenüber den Ehrenamtlichen an. Es gehe nicht um eine Schmälerung, sondern um etwas mehr Transparenz, wofür ein Regularium notwendig sei.

Bürgermeister Wolfgang Lampe (SPD) hob die Bedeutung der Feste und Veranstaltungen für Uffenheim hervor. "Ich will hier auch weiterhin die Unterstützung durch den Bauhof", betonte er. Das Weinfest, das vom ehrenamtlichen Engagement des Partnerschaftsvereins lebe, und die Ritterspiele hätten überregionale Bedeutung. Etwa 4000 Euro habe die Stadt das erste Ritterturnier im Jahr 2018 gekostet, etwas niedriger seien die Kosten 2019 gewesen. Im Vergleich dazu kosteten das Walpurgisfest, das heuer allerdings erneut wegen Corona ausfallen muss, die Stadt 20 000 Euro, die Kirchweih 9000 bis 10 000 Euro und der Weihnachtsmarkt 4000 Euro.

Jetzt wird in den Fraktionen diskutiert

Lampe fragte auch, wo man denn nun die Grenze bei der Unterstützung ziehen sollte. Schließlich gebe es auch den Handwerkermarkt oder die Lange Nacht, die der Gewerbeverein ausrichte. Auch hier sei die Stadt mit dabei. "Wenn ein Uffenheimer Verein bisher Hilfe benötigt hat, hat er sie auch bekommen", betonte Lampe. Dies falle auch ein Stück weit in die Befugnisse eines Bürgermeisters, erinnerte er.

Jetzt wird das Thema in den Fraktionen diskutiert, bevor es dann in den Stadtrat kommt. Beschlossen hat der Finanzausschuss jedenfalls schon einmal die Hilfe des Bauhofs und der Stadtwerke für Arbeiten im Heimatmuseum. Der Heimat- und Museumsverein hatte um Hilfe gebeten, um Ausstellungen erweitern zu können. Dabei geht es unter anderem um die Bereiche Stadtgeschichte und Archäologie.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Uffenheim
Gerhard Krämer
Bauhöfe
Bürgermeister und Oberbürgermeister
CSU
E-Mail
Finanzausschüsse
Heinz Schmitt
Kirchweih
Rechnungsprüfung
SPD
Stadtgeschichte
Stadträte und Gemeinderäte
Städte
Thomas Schmitt
Weinfeste
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!