Würzburg

Drohanrufe gegen Würzburger Anwalt: Staatsanwaltschaft prüft neue Ermittlungen

Es besteht Hoffnung, dass der Urheber der Drohanrufe gegen den Würzburger Anwalt Jun und seine Familie sich für die Taten doch noch vor Gericht wird verantworten müssen.
Bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt und dem hessischen Landeskriminalamt in Wiesbaden laufen derzeit die Ermittlungen gegen Alexander M., der unter Verdacht steht, auch den Würzburger Anwalt Chan-jo Jun bedroht zu haben.
Foto: Boris Roessler, dpa | Bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt und dem hessischen Landeskriminalamt in Wiesbaden laufen derzeit die Ermittlungen gegen Alexander M., der unter Verdacht steht, auch den Würzburger Anwalt Chan-jo Jun bedroht ...

Beschäftigt der jetzt in Berlin festgenommene mutmaßliche "NSU 2.0"-Täter Alexander M. erneut auch die Würzburger Staatsanwaltschaft? Der 53-Jährige soll im Februar 2017 den Würzburger Rechtsanwalt Chan-jo Jun und seine Familie in drei Telefonanrufen mit dem Tod bedroht haben. Ein erstes Verfahren mussten die Ermittler 2018 einstellen, nachdem die Gerichte eine Anklage mangels hinreichenden Tatverdachts nicht zugelassen hatten.

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Man werde die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des damaligen Verfahrens von Amts wegen prüfen, sobald die Akte wieder in Würzburg ist, sagte Thorsten Seebach, der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag. Aktuell aber seien die Dokumente noch bei den Ermittlern in Frankfurt und Wiesbaden, die das Verfahren wegen der über 100 rechtsextremen Drohmails und -faxe federführend betreiben, die M. vornehmlich an Politikerinnen, Anwältinnen und Künstlerinnen geschrieben haben soll.

Auf die Spur des Berliners waren Kriminalpolizisten aus Würzburg und Berlin seinerzeit mit Unterstützung eines Telefonanbieters gekommen, der den Telefonanschluss unter falschem Namen, von dem die Drohanrufe gegen Jun kamen, der Wohnung von M. in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Gesundbrunnen zuordnen konnte. Der 53-Jährige war seinerzeit auch verhört und seine Wohnung durchsucht worden.

Gerichte ließen Anklage nicht zu

Nachdem der Telefonanbieter den Zusammenhang zwischen Anschluss und Wohnung später aber nicht schriftlich bestätigen wollte, lehnten es das Amtsgericht und das Landgericht Würzburg ab, die von der Staatsanwaltschaft vorgelegte Anklage gegen Alexander M. zuzulassen. Wenige später verschickte dieser dann sein erstes Droh-Fax mit der Unterschrift "NSU 2.0".

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