Gerbrunn

Ein Bücherschrank für den Casteller Platz in Gerbrunn

Der Gerbrunner Finanz- und Hauptausschuss hat in seiner Sitzung am Montagabend den Haushaltsplan 2021 vorberaten und dabei eine Netto-Kreditaufnahme von 950 000 Euro gebilligt. Damit sollen die laufenden Sanierungsarbeiten der Hauptstraße finanziert werden. Hierbei macht sich der Wegfall der Straßenausbaubeiträge deutlich bemerkbar. Diese wurden in Bayern rückwirkend zum 1. Januar 2018 abgeschafft. "Die Kompensationszahlungen des Freistaats für Gerbrunn von circa 15 000 Euro im Jahr sind ein Witz", findet Gerbrunns Bürgermeister Stefan Wolfshörndl (SPD).

Kompensiert werden mussten im Haushalt für nächstes Jahr außerdem 140 000 Euro an Mindereinnahmen durch ausbleibende Grundstücksverkäufe, weil das Industriegebiet am Kirschberg IV nach dem Bürgerentscheid nicht kommt. Die Gewerbe- und Einkommensteuer sind wegen der Coronakrise mit leicht reduziertem Satz aufgenommen worden. Gemeinderat Stephan Herbst (SPD) schlug vor, die Vereinszuschüsse zu erhöhen, was auch so beschlossen worden ist –und zwar um zehn Prozent. Eine exakte Fördervergabe nimmt der Kulturausschuss nach echtem Bedarf im Frühjahr 2021 vor. Für eine Sanierungsmaßnahme des örtlichen Tennisvereins TC Rot-Weiß tritt die Gemeinde als Bürge auf.

Gemeinde soll sich an Leseförderung beteiligen

In Person von Annette Obrusnik hat die Freie Wählergemeinschaft einen Antrag zur Aufstellung von zwei Bücherschränken am Casteller Platz sowie am ehemaligen Einkaufszentrum gestellt. In dem Antrag heißt es unter anderem: "Die Leseförderung hat gerade in Zeiten der elektronischen Medien und sogenannter ‚sozialer Medien‘ die wichtige Aufgabe des Spracherwerbs, der Medienkompetenz und der emotionalen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. [...] Die Gemeinde Gerbrunn sollte sich dieser Aufgabe bewusst sein und sich mit einem kleinen Beitrag an dieser verantwortungsvollen Aufgabe beteiligen."

Der Kulturausschuss hatte die Idee der Bücherschränke in der Vergangenheit noch verworfen. Argumente dagegen waren eine Konkurrenz zur Gemeindebücherei und ein Missbrauch als Abfallbehältnis. Diesen Bedenken will die FWG entgegentreten, indem sie an den Schränken auf die Angebote der Bücherei hinweisen und den Bestand regelmäßig kontrollieren will. Die Aufgabe würde Obrusnik anfangs selbst übernehmen.

Zunächst nur ein Bücherschrank

Letztlich konnte sich der Haupt- und Finanzausschuss dem Antrag teilweise anschließen. So soll zunächst nur der Bücherschrank am Casteller Platz kommen. Dieser Standort war für die FWG besonders deshalb wichtig, weil wegen des Neubaugebiets am Kirschberg, des Seniorenzentrums und des Studentenwohnheims dort drei Generationen aufeinandertreffen. Die Freien Wähler sehen in dem Schrank einen weiteren Treffpunkt zum Austausch, zumal der Bürgerbus die Bücherei derzeit offenbar nicht anfährt.

Gerbrunn will weiter die Idee verfolgen, "Fairtrade-Town" zu werden. Sie ist gemeinsam mit den örtlichen Vereinen und Kirchen schon in diesem Sinne aktiv, etwa beim Kaffeeverkauf oder der Dienstkleidung für Bauhofmitarbeiter. Gemeinderat Thomas Trefzger (Grüne), der sich bislang in der Koordination engagiert hat, steht nun allerdings aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Nun wird ein Team als Nachfolge gesucht.

Als ÖPNV-Beauftragten hat der Ausschuss Günter Kraft berufen. Der FWG-Gemeinderat war früher passenderweise Berufskraftfahrer im Nahverkehr.

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