Estenfeld

Streit um Wilhelm-Hoegner-Straße Estenfeld: Gemeinderat vor Mega-Sitzung

In einer Sondersitzung befasst sich der Gemeinderat am kommenden Dienstag erneut mit der Öffnung der Wilhelm-Hoegner-Straße. Dazu werden 90 Seiten von Anwohnern verlesen.
Zur umstrittenen Öffnung der Wilhelm-Hoegner-Straße in Estenfeld findet am 20. April eine Sondersitzung des Gemeinderates statt. Blick in den Wendehammer zur Würzburger Straße.
Foto: Thomas Obermeier | Zur umstrittenen Öffnung der Wilhelm-Hoegner-Straße in Estenfeld findet am 20. April eine Sondersitzung des Gemeinderates statt. Blick in den Wendehammer zur Würzburger Straße.

Einmal mehr befasst sich der Gemeinderat Estenfeld mit der geplanten Öffnung der Wilhelm-Hoegner-Straße zur Würzburger Straße, dieses Mal in einer öffentlichen Sondersitzung am Dienstag, 20. April um 19.30 Uhr. Getagt wird in der Mehrzweckhalle Weiße Mühle, aufgrund der Coronapandemie sind die Zuschauerplätze begrenzt. Inhaltlich geht es um die Behandlung der Einwendungen und Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und den Anwohnern.

Während die Einwendungen etwa des Landesamtes für Denkmalpflege oder des Kreisbrandrates zusammengefasst werden können, kommt auf Sandra Hennlich vom Ingenieurbüro Auktor eine Mammutaufgabe zu: Sie muss alle 27 Einwendungen von Anwohnern und der jeweiligen Antwort des Rates -ungefähr 90 DIN A4-Seiten - wörtlich vorlesen.

Konrad-Adenauer-Straße soll vom Verkehr entlastet werden

Ziel des Rates ist es, durch die Öffnung die parallel laufende Konrad-Adenauer-Straße vom Verkehr der Anwohner der Hoegner-Straße zu entlasten. Die Anwohner wehren sich dagegen, weil sie ihrerseits mehr Verkehr und ein Verschwinden eines Grünstreifens mit gewachsenen Bäumen befürchten. Ursprünglich war dafür ein beschleunigtes Verfahren angesetzt, also nur einmal eine Auslegung der Pläne und Behandlung der eingegangenen Einwände, um die Aufstellung des Bebauungsplanes zu beschließen. Doch das ist laut Beschlussvorlage nicht geschehen, vielmehr wird das gesamte Verfahren ein zweites Mal durchgeführt.

Seit den Jahren 1994/95 wehren sich die Anwohner gegen die Öffnung ihrer Straße zur Würzburger Straße. Vor gut 25 Jahren siedelten sich im Baugebiet Triebweg die ersten Bürger an, und je mehr Häuser entstanden, desto mehr befürchten die Anwohner der Konrad-Adenauer-Straße, dass deren Bewohner den kürzesten Weg nach Würzburg durch ihre Straße suchen würden. Sie reichten ein Normenkontrollverfahren ein, mit dem die weitere Entwicklung am Triebweg bis zum Bau einer Entlastungsstraße gestoppt wurde.

Anwohner klagten gegen Öffnung der Hoegner-Straße

Daraufhin plante die Gemeinde eine Entlastungsstraße West parallel zum Ortsrand. Die war offensichtlich nicht in jedes Estenfelders Sinn, in einem Bürgerentscheid wurde der Bau der Straße abgelehnt (Bindungsfrist: drei Jahre).

1996 entschied der bayerische Verwaltungsgerichtshof im Normenkontrollverfahren, dass am Triebweg erst dann weiter gebaut werden darf, wenn für eine Verkehrsentlastung gesorgt würde. Gleichzeitig musste die Gemeinde im Bereich der Konrad-Adenauer-Straße, der Lengfelder Straße im Süden des Ortes und des Triebweges verkehrslenkende und beruhigende Maßnahmen veranlassen.

Da laut Bürgerentscheid keine Entlastungsstraße gebaut werden durfte, wollte die Gemeinde die gerichtlich vorgeschriebene Entlastung durch die Öffnung der parallel zur Konrad-Adenauer-Straße verlaufenden Wilhelm-Hoegner-Straße erreichen, die zehn Meter vor der Würzburger Straße in einem Wendehammer endet. Dagegen klagten die Anwohner der Straße.

Gemeinderat will rechtssicheren Bebauungsplan aufstellen

2001 nahm der Rat nach dem Ablauf der Bindungsfrist des Bürgerentscheides die Planung für die "Ortsrandstraße West" wieder auf. 1999 wurde der Gemeinde vom Verwaltungsgericht ein Zwangsgeld von 250 000 Euro angedroht, wenn sie ohne die westliche Entlastungsstraße am Triebweg weitere Häuser genehmigt.

Nach einigen weiteren Gerichtsverfahren zugunsten der Anwohner will der Gemeinderat nunmehr einen rechtssicheren Bebauungsplan aufstellen. Auch aus diesem Grund werden alle Einwendungen der Anwohner und die Antwort der Gemeinde verlesen, zusätzlich sind die Namen der Beschwerdeführer aus Datenschutzgründen geschwärzt.

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