Ochsenfurt

Für Herman Gabel ist das Röttinger Rathaus der neue Arbeitsplatz

Nachdem er schon sein Lehre zum Verwaltungsfachwirt im Röttinger Rathaus absolvierte, zieht Hermann Gabel, genannt „Fernando“, nach seiner Wahl zum Bürgermeister am 1. Mai 2020 erneut ins Rathaus der Stadt Röttingen ein.
Foto: Brunecker | Nachdem er schon sein Lehre zum Verwaltungsfachwirt im Röttinger Rathaus absolvierte, zieht Hermann Gabel, genannt „Fernando“, nach seiner Wahl zum Bürgermeister am 1. Mai 2020 erneut ins Rathaus der Stadt Röttingen ein.

Bei einer Wahlbeteiligung von rund 75 Prozent fiel mit 60,99 Prozent der Stimmen die Bürgermeisterwahl in Röttingen deutlicher als gedacht zu Gunsten von Hermann „Fernando“ Gabel aus. Diese Freude war dem 60-jährigen Riedenheimer nach der Verkündung des Wahlergebnisses vor dem Röttinger Rathaus durch Wahlleiterin Tabea Ludwig wahrlich ins Gesicht geschrieben.

Am Wahlsonntag selbst nahm die Spannung bei dem Mann mit schwarzem Hut als Markenzeichen von Stunde zu Stunde zu und bei einer selbst erhofften Prognose von 55 bis 57 Prozent wäre er sehr zufrieden gewesen. Er habe sich im Vorfeld nie verrückt machen lassen, so der Sieger. Man könnte meinen, seine Lebensgefährtin Sandra Hoffmann hatte den Sieg geahnt, denn nach dem freudigen Luftsprung neben dem Europa-Brunnen und dem riesigen Applaus der knapp 200 Röttinger auf dem Marktplatz packte sie ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Last mich durch, ich bin Bürgermeister“ aus.

Mit diesem hohen Vertrauen sei er natürlich sehr stolz und zufrieden, bedeute aber auch gleichzeitig Ansporn für die Vorschusslorbeeren. In einem Atemzug ergänzte er, "ich will aber Bürgermeister für alle sein, auch für die, die mich nicht gewählt haben". Etwas enttäuschend für Gabel, dass sein Unterpleichfelder CSU-Mitkandidat Christian Klippel (39,01 Prozent) nicht die Zeit gefunden hatte, nach einem fairen Wahlkampf persönlich zu gratulieren.

Bürger erwarten mehr Transparenz

Als Begründung für den Erfolg führt der Parteilose an, dass die Röttinger einfach einem anderen Politikstil, einem den sie kennen, vertrauen können und vor allem mehr Transparenz und Einbindung der Bürger erwarten. Das alles sei natürlich ganz in seinem Sinne. Auch das Gewerbe, er ist Vorsitzender des Röttinger Gewerbevereins, und die Vereine könnten auf ihn setzen.

Seine Amtszeit beginnt eigentlich erst am 1. Mai, doch wegen der Corona-Krise werde er, wie vom noch amtierenden Bürgermeister Martin Umscheid angeboten, schon ab April mit ins Boot genommen werden. Gabel hofft natürlich, dass diese möglichst bald vorbei ist, stehen in Röttingen doch zahlreiche Veranstaltungen wie die Spielsaison des Jungen Theaters, Frankenfestspiele oder das Weinfest an.

Dadurch rücken dringende Projekte wie die Grundschule nach hinten. Dabei hofft er, dass noch einiges zu retten ist, liegt ihm doch der Erhalt der erst 40 Jahre alten ehemaligen Grund- und Hauptschule am Herzen. In einer Schulverbandssitzung entschied man sich für den Abriss des alten Gebäudes und einen Neubau für veranschlagte zwölf Millionen Euro. Eine Sanierung würde mit 12,3 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die kleine Schulturnhalle bleibt davon unberührt. Wie viel schon wirklich passiert ist und was noch zu retten ist, werde er allerdings erst nach dem offiziellen Amtsantritt erfahren, so Gabels Vermutung.

Gabel wird Bildhauerei wohl ruhen lassen

Diese Entscheidung war eines der Hauptthemen im Wahlkampf und habe die Leute sehr bewegt. So bleibt es vorerst nur sein Wunsch, dass die Entscheidung noch revidiert werden kann. Einen harten Übergang schätzt der ehemalige Riedenheimer Bürgermeister (1990 bis 1996), wird es bei der Aufgabe seiner 20-jährigen Selbstständigkeit als Steinmetz und Bildhauer geben. Das Amt lasse keinen Zweitjob zu. Ob es ihm aber gelingt, pünktlich zum 30. April 2020 alle vorliegenden Aufträge abzuarbeiten, bezweifelt er allerdings etwas.

Da er in den vergangenen Wochen bereits sehr zuversichtlich war, den Rathausstuhl zu belegen, hat Herman Gabel bereits im Vorfeld etwas gepokert und zwei lukrative Angebote abgelehnt, was natürlich mit einem Risiko verbunden war. Eins versprach er: ab 1. Mai wird er sich voll um das Amt als Rathauschef kümmern.

In den Stadtrat wurden gewählt: Josef Gessner, Volker Hofmann, Marco Karl, Albrecht Haag, Franz Czotscher, Burkhard Ort, Silke Rumm alle CSU/Freie Bürger und von der UBR Michele Fries, Erich Mitnacht, Florian Weinberger, Michael Metzger und Mario Bach.

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