Würzburg

Jugend forscht: Kluge Schüler, kreative Projekte

Beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" in Würzburg sorgten 120 junge Forscher mit ihren Arbeiten für Aufsehen. Über was forschen die Schüler denn so?
Hunderte Besucher strömten am Freitagnachmittag zum Regionalwettbewerb 'Jugend forscht - Schüler experimentieren', um sich die kreativen Arbeiten der Schüler anzusehen.
Foto: Simon von Brunn | Hunderte Besucher strömten am Freitagnachmittag zum Regionalwettbewerb "Jugend forscht - Schüler experimentieren", um sich die kreativen Arbeiten der Schüler anzusehen.
Samson Wohlleber (16), Gymnasium Veitshöchheim
Foto: Simon von Brunn | Samson Wohlleber (16), Gymnasium Veitshöchheim

Lebensmittel werden heutzutage gerne mit dem Prädikat "vegan" geschmückt. Doch sind die Produktangaben auch immer korrekt? Samson Wohlleber vom Gymnasium Veitshöchheim hat verschiedene vegane Schokoladensorten unter die Lupe genommen und getestet, ob diese komplett ohne tierische Milch auskommen. Der 16-Jährige überprüfte hierfür die Proteinursprünge in den Schokoladen mithilfe einer speziellen Methode, bei der ein blauer Farbstoff, der an den Proteinen haften blieb, Aufschluss über Spuren von tierischer Milch geben sollte. Die Auswertung der Proben ergab, dass in den getesteten veganen Schokoladen tatsächlich keine tierische Milch nachgewiesen werden konnte.

Tristan Horn (15) und René Stephan (15), Röntgen-Gymnasium Würzburg
Foto: Simon von Brunn | Tristan Horn (15) und René Stephan (15), Röntgen-Gymnasium Würzburg

Tristan Horn und René Stephan vom Würzburger Röntgen-Gymnasium forschten über die Winteraktivität von Fledermäusen in Würzburg. Die beiden 15-Jährigen erhielten dafür vom Naturwissenschaftlichen Verein Würzburg einen sogenannten Batcorder, der Fledermausgeräusche aufzeichnet. Mithilfe von Softwareprogrammen konnten die Rufe in mp3-Dateien umgewandelt und anschließend sichtbar gemacht werden. Horn und Stephan fanden heraus, dass die Fledermäuse auch im Winter über ihre Sozialrufe miteinander kommunizieren. Sie wollen die Aktivitäten der Fledermäuse auch zukünftig verfolgen.

Großer Besucherandrang 

Die drei Jugendlichen waren drei von 120 Schülern, die beim unterfränkischen Regionalwettberwerb "Jugend forscht - Schüler experimentieren" alleine oder in Gruppen von zwei bis drei Schülern selbstständig entwickelte Projekte vorstellten. Unter großem Besucherandrang präsentierten die Jungforscher ihre Ergebnisse kürzlich in der Blauen Halle der Firma va-Q-tec vor Interessierten sowie einer Fachjury aus Vertretern von Schule und Wirtschaft unter der Leitung von Oberstudiendirektor Joachim Fertig (Miltenberg). Die Schülerarbeiten stammen aus den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Finanziert und organisiert wurde der Wettbewerb von der Region Mainfranken GmbH, einem Patenunternehmen der Stiftung Jugend forscht.

Die Firma va-Q-tec sei, so Regionalwettbewerbsleiter Joachim Fertig,  der ideale Standort und Partner für den Regionalentscheid. "Die Verschränkung von Wirtschaft, Wissenschaft und Schule ist perfekt gelungen", sagt Dr. Sven Baszio, Geschäftsführer der Stiftung Jugend forscht. Für den va-Q-tec-Vorstandsvorsitzenden Dr. Joachim Kuhn ist die Veranstaltung ein "Riesen-Spaß" gewesen. Kuhn, promovierter Physiker, empfand die Teilnahme seiner Firma ohnehin als eine "Herzensangelegenheit". Als großer Arbeitgeber in der Region profitiere man aber auch besonders von begabten Nachwuchskräften.

Die Ausstellung der Projekte und die anschließende Preisverleihung fand in der Blauen Halle der Firma va-Q-tec statt.
Foto: Simon von Brunn | Die Ausstellung der Projekte und die anschließende Preisverleihung fand in der Blauen Halle der Firma va-Q-tec statt.

"Jeder, der hier ist, kann stolz sein"

Asa Petersson, Geschäftsführerin der Region Mainfranken GmbH, schwärmte vom Engagement der Teilnehmer: "Die Motivation und die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler ist ansteckend!" Die besondere Bedeutung des Regionalentscheids unterstrich auch der Besuch von Anna Stolz (Freie Wähler), Staatssekretärin im Kultusministerium. "Jeder, der hier ist, kann stolz sein. Für Bayern als führenden Technologiestandort ist der Nachwuchs sehr wichtig", so Stolz. Es sei schön zu sehen, wie spielerisch und innovativ die jungen Forscher ihre Ideen entwickelten.

Der Wettbewerb fand in zwei Altersklassen satt. Schüler unter fünfzehn Jahren stellten ihre Arbeiten im Rahmen von "Schüler experimentieren" vor, alle älteren Schüler im Wettbewerb "Jugend forscht". Die Gewinner nehmen an den Landeswettbewerben zu "Jugend forscht" (1.-3. April) in Vilsbiburg und zu "Schüler experimentieren" (11.-12. April) in Dingolfing teil.

Die Regionalsieger
Schüler experimentieren - Sieger
Biologie: Sigourney Lee Hilkert (Dalberg-Gymnasium/Aschaffenburg)
Geo- und Raumwissenschaften: Anastasia Haak und Eva Seidl (Dalberg-Gymnasium/Aschaffenburg)
Mathematik: Karolin Groß, Annika Lenz, Klara Voß (Martin-Pollich-Gymnasium/Mellrichstadt) sowie Paul Rott (Gymnasium Veitshöchheim)
Physik: Dilan Seibel (Dalberg-Gymnasium/Aschaffenburg)
Technik: Roman Posselt (Walter-Rathenau-Realschule/Schweinfurt)
Jugend forscht - Sieger
Biologie: Philipp Geßner und Lucie Brejtrova (Staatliche Realschule Großostheim) mit der Arbeit „Gas statt Kompostanlage!? – Laub als Biogaslieferant“
Chemie: Paul Kunisch und Thomas Derra (Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg) mit der Arbeit „Ein Papierleimungsmittel als Superabsorber bei Ölverschmutzungen“
Geo- und Raumwissenschaften: Jonas Köhler (Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach) mit der Arbeit „Analyse von oben – Analyse des Spessartwaldes durch Fernerkundung anhand Art, Alter und Diversität mit Hilfe eines für den Spessart entwickelten Index“
Mathematik: Yannick Pieper (Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach) mit der Arbeit „Programmierung einer Mitfahrvermittlung für Android Smartphones“
Technik: Tilman Jackel (Wirsberg-Gymnasium Würzburg) mit der Arbeit „Open Light Server“
Weitere Teilnehmer wurden für ihr Engagement mit Buchpreisen und weiteren Sachpreisen ausgezeichnet.
Preis der Region Mainfranken GmbH für Schulen mit besonderem Engagement
Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium Aschaffenburg
Staatliche Realschule Großostheim
Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach
Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt
Das Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium Aschaffenburg wurde für den Titel „Bayerische Forscherschule des Jahre 2019“ nominiert.
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