Veitshöchheim

Juristen feiern Staatsexamen: Nach dem Sekt gab es Corona-Knöllchen

Gerade hatten sie das Staatsexamen hinter sich gebracht, da gerieten Nachwuchs-Juristen aus Würzburg ins Visier der Polizei. Das haben sie falsch gemacht.
Nach dem Jura-Staatsexamen wollten einige junge Leute in Veitshöchheim jetzt ein bisschen feiern. Keine gute Idee in Corona-Zeiten.
Foto: SymbolFriso Gentsch, dpa | Nach dem Jura-Staatsexamen wollten einige junge Leute in Veitshöchheim jetzt ein bisschen feiern. Keine gute Idee in Corona-Zeiten.

Eigentlich sind sie ja als Hüter des Rechtsstaats ausgebildet worden. Doch kaum hatten Nachwuchs-Juristen von der Uni Würzburg die schwere Abschlussprüfung hinter sich gebracht, gerieten einige von ihnen ins Visier der Polizei. Wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln müssen elf Leute im Alter von 26 bis 40 Jahren mit einem Bußgeld in Höhe von 150 Euro pro Person rechnen.

Was war geschehen? Zum Abschluss ihrer rund siebenjährigen Ausbildung an der Universität und im Referendariat schrieben 50 Jurastudenten jetzt ihr Staatsexamen. Elf fünfstündige Klausuren innerhalb von gut zwei Wochen: Die Prüfung gilt unter Akademikern als eine der schwierigsten überhaupt. Und von den Noten hängt ab, wer als Jurist welchen Job bekommt.

Lesen Sie auch:

Gut nachvollziehbar also, dass die Erleichterung bei den Absolventen nach dem Stress groß ist. Traditionell lassen sich die künftigen Rechtsanwälte, Staatsanwälte, Richter und Notare von Kommilitonen, Bekannten und Verwandten abholen, um ein bisschen zu feiern. So war es auch an diesem Dienstagmittag in Veitshöchheim. In den Mainfrankensälen hatten die 50 Nachwuchs-Juristen der Uni Würzburg - coronagerecht mit Abstand im Saal verteilt - die letzte Klausur beendet. Vor der Tür, auf dem Parkplatz im Freien, warteten schon die Freunde. 

Zeuge alarmierte die Polizei

Sekt hatten sie dabei und Gläser zum Anstoßen, berichtet einer, der dabei war. Wegen Corona sei die Stimmung aber lange nicht so ausgelassen gewesen wie in anderen Jahren. Einem Zeugen war die Feierei gleichwohl nicht geheuer. Er alarmierte via Notruf die Polizei, die gleich mehrere Streifen und Unterstützungskräfte der Operativen Ergänzungsdienste nach Veitshöchheim schickte.

Lesen Sie auch:

Als die Beamten eintrafen, hatten sich die meisten Nachwuchsjuristen mit ihren Freunden schon verzogen. Für die elf Verbliebenen aber wird es nun wohl teuer.  Obwohl sie unterschiedlichen Haushalten angehören, seien sie in zwei Gruppen eng beieinander gestanden, so die Polizei. Wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz habe man die Feiernden beim Landratsamt Würzburg angezeigt.  150 Euro sieht der Bußgeldkatalog der bayerischen Staatsregierung vor. Eine nicht ganz billige Lehrstunde zum Abschluss von sieben Jahren Ausbildung.    

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Veitshöchheim
Michael Czygan
Absolventinnen und Absolventen
Akademiker
Allgemeine (nicht fachgebundene) Universitäten
Bußgelder
Coronavirus
Infektionsschutzgesetz
Staatsanwälte
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (31)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!