Würzburg

Protestcamp in Würzburg: Evakuierung der EU-Flüchtlingslager gefordert

Ein ungewöhnliches Bild auf dem Unteren Markt in Würzburg: Warum dort am Wochenende Menschen in Zelten übernachtet haben und welcher Protest damit verbunden ist.
Mit einem Zeltlager auf dem Unteren Markt in Würzburg machen Mitglieder der Organisiationen Seebrücke Würzburg, Mehr als 16a und Fridays for Future auf  'menschenverachtende' Bedingungen in EU-Flüchtlingslagern aufmerksam. 
Foto: Patty Varasano | Mit einem Zeltlager auf dem Unteren Markt in Würzburg machen Mitglieder der Organisiationen Seebrücke Würzburg, Mehr als 16a und Fridays for Future auf  "menschenverachtende" Bedingungen in EU-Flüchtlingslagern ...

Ein kleines Zeltlager, zahlreiche Redebeiträge und Informationen über die Situation von geflüchteten Menschen an den europäischen Außengrenzen: Mit einem Protestcamp auf dem Unteren Markt hat sich ein Bündnis der Organisationen Seebrücke Würzburg, Mehr als 16a und Fridays for Future an diesem Wochenende an der bundesweiten Aktion der Initiative "EvacEUate", die eine sofortige Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland und Bosnien fordert, beteiligt.

In den Lagern in Moria und Bihac "werden Geflüchtete unter menschenverachtenden Bedingungen ohne ausreichenden Zugang zu Nahrung, sanitären Anlagen und medizinischer Versorgung und ohne die realistische Möglichkeit von Kontakt zur Außenwelt gefangen gehalten", betonte Eva Gräber als Sprecherin der Seebrücke beim Start des Camps am Samstag. Bis Sonntagabend wollten die Aktivistinnen und Aktivisten auf dem Marktplatz bleiben und in zahlreichen Redebeiträgen und Vorträgen den Menschen in den Flüchtlingslagern eine Stimme geben.

Zustände in Flüchtlingslagern seien politisches Kalkül 

Sie wollen auch die Nacht in den Zelten verbringen. Im Auflagenbescheid der Stadt sind bis zu 50 Personen und zehn Zelte zugelassen, in einem Zelt dürfen sich aufgrund der aktuellen Corona-Kontaktbeschränkungen nur Personen aus einem Hausstand aufhalten.

Mit Plakaten an ihren Zelten machen die Teilnehmer des Protestcamps auf die Zustände in den Flüchtlingslagern aufmerksam. 
Foto: Patty Varasano | Mit Plakaten an ihren Zelten machen die Teilnehmer des Protestcamps auf die Zustände in den Flüchtlingslagern aufmerksam. 

Die Teilnehmer kritisieren die Zustände in den Flüchtlingslagern als politisches Kalkül: Um Menschen von der Flucht nach Europa abzuhalten, nehme die EU "das Leid in den überfüllten Lagern in Kauf und tritt die Menschenrechte mit Füßen", betonte Gräber. Zu den Forderungen der drei Gruppen gehören eine menschenwürdige Unterbringung und eine sichere Bleibeperspektive für Geflüchtete sowie ein Ende der Kriminalisierung von Seenotrettern.

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