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Rimparer Koffer am „DenkOrt Deportationen“ am Hauptbahnhof

Der Bau und die Gestaltung des flächenmäßig größten und jüngsten Denkmals in Würzburg am Hauptbahnhof sind nun weitgehend abgeschlossen, heißt es in einer Pressemitteilung. Projektträger ist der Verein DenkOrt Deportationen. Dieses Denkmal erinnert an die Deportationen der jüdischen Bevölkerung Unterfrankens in die Vernichtungslager.

Aus 109 unterfränkischen Kommunen mit jüdischen Gemeinden wurden von 1941 bis 1944 2069 Menschen vom Würzburger Hauptbahnhof und dem Güterbahnhof an der Aumühle auf ihre letzte Reise geschickt. Sie hatten nur ihre Kleidung an und einige Habseligkeiten wie Deckenrollen, Rucksack oder Koffer dabei. Nur Dinge die man selbst gerade noch tragen konnte. Dort wurden sie in die Waggons getrieben.

Die Grundidee für den Entwurf des Denkorts lieferte eine historische Aufnahme, die während der Deportation am Güterbahnhof Aumühle entstand: Die dort abgebildeten lang gestreckten Gepäckhaufen werden in abstrahierter Form auf der Fläche des Denkmals nachgebildet. Auf vier Informationsstelen erfahren die Besucher Details zu den Deportationen. Drei Sitzbänke und ein Leuchtschild mit der Aufschrift "DenkOrt Deportationen 1941-1944" und einem Bahnsignal komplettieren die Anlage.

Jede Kommune stellt eine Kopie ihres Gepäckstücks am Denkmal in Würzburg im jeweiligen Ort nochmals auf – auch der Markt Rimpar.

Der identische "zweite Koffer" wird Ende Juli 2020 im Innenhof von Schloss Grumbach an der "Gedenkstele für die jüdischen Bürgerinnen und Bürger" von Bürgermeister Hardy Weidner und dem Gemeinderat dem Markt Rimpar und der Bevölkerung symbolisch übergeben.

Im großen Flur der Gemeindeverwaltung im Schloss Grumbach steht auch ein historischer Koffer. Er gehörte Klara Schwab, die aus Rimpar im April 1942 ins Transitlager Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin im besetzten Ostpolen ermordet wurde.

Auf dem Bild am 'Rimparer Koffer' (rechts) Christoph Rind und (links) Burkard Rind.
Foto: Günter Wagenbrenner | Auf dem Bild am "Rimparer Koffer" (rechts) Christoph Rind und (links) Burkard Rind.
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