Stadtbücherei: Leseausweis soll teurer werden

Dass Würzburger weniger für die Stadtbücherei zahlen als Höchberger, findet Höchbergs Bürgermeister Peter Stichler ungerecht. Das soll sich jetzt ändern.
Das Café in der Stadtbücherei Würzburg im Falkenhaus ist ein beliebter Platz zum Schmökern.
Foto: Obermeier | Das Café in der Stadtbücherei Würzburg im Falkenhaus ist ein beliebter Platz zum Schmökern.

Bislang zahlen Würzburger Bürger 16 Euro im Jahr für das Ausleihen von Büchern und anderen Medien aus der Stadtbücherei, Landkreisbewohner müssen 20 Euro berappen. Diese Ungleichbehandlung will die Stadt ändern: Künftig sollen alle Benutzer 20 Euro zahlen. Das heißt: Für die Bücherfreunde aus dem Umland wird es nicht billiger, aber für die aus Würzburg vier Euro teurer.  Laut Stadtverwaltung haben 21 280 Erwachsene einen Büchereiausweis, etwa zwei Drittel davon leben in Würzburg.   

30 000 Euro mehr Geld in der Kasse

Nach Information der Verwaltung hat sich Höchbergs Bürgermeister Peter Stichler über die Ungleichbehandlung bei den Gebühren für die Bücherei beschwert. Zudem sei die Mitte der 90er Jahre vom damaligen Würzburger Stadtrat beschlossene Regelung, nach "neuester Rechtssprechung nicht mehr  haltbar". Etwa 30 000 Euro Mehreinnahmen erwartet sich die Stadtbücherei von der  Anhebung der Jahresgebühr. 

Keine Gebühren für Jugendliche, Ermäßigung für sozial Schwache

Warum man die Gebühren nicht so angleicht, dass die Landkreisbewohner künftig zwei Euro weniger und die Städter zwei mehr bezahlen, begründet Rathaussprecher Christian Weiß so: "Die erwarteten Mehreinnahmen sollen zum einen in Ausstattung und Betrieb der Stadtteilbüchereien vor allem der auf dem Hubland fließen." Mit der Ende Mai eröffneten Hubland-Filiale gibt es jetzt fünf Außenstellen, die das Angebot an Service und Ausstattung erhöhen.

Zum anderen sollen mit den zusätzlichen Einnahmen einige Mindereinnahmen kompensiert werden. "So werden die im Sinne der Leseförderung die Büchereigebühren für Jugendliche abgeschafft und im Sinne von Chancengleichheit und Teilhabe ermäßigte Büchereigebühren für sozial schwache Personen eingeführt." Bislang gab es keine solche Ermäßigung und Jugendliche ab 16 Jahren mussten zehn Euro Gebühr im Jahr zahlen. Rund 12 000 Euro Gebühren nahm die Bücherei 2018 damit ein. 

Der Gebührenänderung wurde in Haupt- und Kulturausschuss bereits zugestimmt. An diesem  Donnerstag erfolgt die Entscheidung im Stadtrat.  

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