Würzburg

Standpunkt zum Bürgerentscheid: Schlingerkurs abgewählt

Beim Bürgerentscheid ging es nicht nur um mehr Grün, sondern auch um Richtungsentscheidungen für das Miteinander in der Stadt - und um politische Führung.
Standpunkt: Schlingerkurs abgewählt       -  Oberbürgermeister  Christian Schuchardt und die Unterstützer des Ratsbegehrens dürften am Sonntag wohl schon kurz nach 18 Uhr den Eiseshauch der Niederlage gespürt haben – und das trotz schwüler Luft in der Würzburger Innenstadt. Denn schon in den ersten Minuten der Auszählung zeichnete sich jene  Tendenz ab, die sich am späteren Abend als Ergebnis manifestieren sollte: ein klares Nein der Würzburger zur Tiefgarage mit aufgesetztem Grün am Faulhaber-Platz.   Damit ist in der Sache die Richtung klar: Eine Mehrheit derer, die ihre Stimme abgaben, hat offenbar genug vom Blech auf der Straße  und Feinstaub in der Lunge.  Doch das ist nur eine der Würzburger Wahrheiten dieses Sonntagabends im Rathaus. Zugleich nämlich honorierte die Wähler-Mehrheit die Entschlossenheit der Initiatoren des Bürgerbegehrens „Grüner Platz am Theater“, die sich in den vergangenen Monaten nicht aus dem Konzept bringen ließen – vor allem, weil sie eines hatten. Diese Klarheit ließ die Gegenseite vermissen. Die Annäherung  des Ratsbegehrens an den „Grünen Platz“ war weniger gewollter Ausgleich der Positionen, sondern eher der Versuch, auf den letzten Metern das Projekt Tiefgarage doch noch zu retten. In der Ähnlichkeit der Plakatierung und der Bezeichnungen, im fast schon peinlichen Nachzählen der Bäume auf dem Platz fand diese Strategie ihren äußeren Ausdruck.   Dass das durchsichtige Vorhaben scheiterte, lag nicht zuletzt an der Wut mancher Wähler, die aus dem Rathaus keine Achterbahnfahrten, sondern klaren Kurs erwarten. Und das nicht nur in der Frage, ob es in der Innenstadt ein paar Parkplätze weniger gibt oder nicht. Der Bürgerentscheid war die Folie, auf der sich unübersehbar abbildet, worum es geht: eine grundlegende Verständigung darüber, wie wir künftig in dieser Stadt miteinander leben wollen. Doch dazu bedarf es eben politischer Führung. Schlingerkurse belohnt der Wähler nicht – er wählt sie ab.
| Oberbürgermeister Christian Schuchardt und die Unterstützer des Ratsbegehrens dürften am Sonntag wohl schon kurz nach 18 Uhr den Eiseshauch der Niederlage gespürt haben – und das trotz schwüler Luft in der ...

Oberbürgermeister Christian Schuchardt und die Unterstützer des Ratsbegehrens dürften am Sonntag wohl schon kurz nach 18 Uhr den Eiseshauch der Niederlage gespürt haben – und das trotz schwüler Luft in der Würzburger Innenstadt. Denn schon in den ersten Minuten der Auszählung zeichnete sich jene Tendenz ab, die sich am späteren Abend als Ergebnis manifestieren sollte: ein klares Nein der Würzburger zur Tiefgarage mit aufgesetztem Grün am Faulhaber-Platz.

Damit ist in der Sache die Richtung klar: Eine Mehrheit derer, die ihre Stimme abgaben, hat offenbar genug vom Blech auf der Straße und Feinstaub in der Lunge. Doch das ist nur eine der Würzburger Wahrheiten dieses Sonntagabends im Rathaus.

Bürger wollen klaren Kurs

Zugleich nämlich honorierte die Wähler-Mehrheit die Entschlossenheit der Initiatoren des Bürgerbegehrens „Grüner Platz am Theater“, die sich in den vergangenen Monaten nicht aus dem Konzept bringen ließen – vor allem, weil sie eines hatten. Diese Klarheit ließ die Gegenseite vermissen. Die Annäherung des Ratsbegehrens an den „Grünen Platz“ war weniger gewollter Ausgleich der Positionen, sondern eher der Versuch, auf den letzten Metern das Projekt Tiefgarage doch noch zu retten.

In der Ähnlichkeit der Plakatierung und der Bezeichnungen, im fast schon peinlichen Nachzählen der Bäume auf dem Platz fand diese Strategie ihren äußeren Ausdruck.

Dass das durchsichtige Vorhaben scheiterte, lag nicht zuletzt an der Wut mancher Wähler, die aus dem Rathaus keine Achterbahnfahrten, sondern klaren Kurs erwarten. Und das nicht nur in der Frage, ob es in der Innenstadt ein paar Parkplätze weniger gibt oder nicht. Der Bürgerentscheid war die Folie, auf der sich unübersehbar abbildet, worum es geht: eine grundlegende Verständigung darüber, wie wir künftig in dieser Stadt miteinander leben wollen. Doch dazu bedarf es eben politischer Führung. Schlingerkurse belohnt der Wähler nicht – er wählt sie ab.

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