Greußenheim

Wallfahrten in Zeiten von Covid 19

Maria König aus Greußenheim ist seit vielen Jahren auf dem Weg nach Walldürn unterwegs. Begleitet wurde sie von Greußenheim bis Uettingen von ihrer Nichte Hannah, die bereits im letzten Jahr ein kleines Stück dabei war.
Foto: Elfriede Streitenberger | Maria König aus Greußenheim ist seit vielen Jahren auf dem Weg nach Walldürn unterwegs. Begleitet wurde sie von Greußenheim bis Uettingen von ihrer Nichte Hannah, die bereits im letzten Jahr ein kleines Stück dabei war.

Auch in Zeiten von Covid 19 findet Glauben statt. Die Gläubigen wollen sich nicht verstecken und folgen ihren Werten und ihren Traditionen. Anders, aber sicher nicht weniger überzeugt.

Kein Gewusel, keine Musik, die die Bürger am dritten Tag der Wallfahrt am frühen Morgen weckt – aber viele glückliche Gesichter die den Bürgern begegnen. Mit Rucksack und Sonnenhut sind sie auch in diesem Jahr in kleinen Gruppen unterwegs, die Walldürnpilger aus Fulda, und gehen den uralten Pilgerweg von Fulda nach Walldürn. Obwohl die große Wallfahrt aufgrund der Pandemie auch in diesem Jahr abgesagt wurde, haben sich viel auf den Weg gemacht. Auch Maria König aus Greußenheim, die schon viele Jahre als Pilger unterwegs ist, hat sich mit einer kleinen Gruppe am Samstag nach Pfingsten zur Fußwallfahrt zum Heiligen Blut nach Walldürn aufgemacht und wird am Mittwoch in der Basilika in Walldürn ankommen.

Insgesamt 150 Kilometer legen die Pilger in fünf Tagen zurück, so die Pressemitteilung der Greußenheimer Pfarrgemeinde St. Bartholomäus. "Diese Tage sind sehr berührend und intensiv. Jeder muss sich entscheiden was der Weg für ihn bedeutet und warum er ihn geht", ist König überzeugt. Für viele Pilger lautet das Leitwort in diesem Jahr: „Wir sind hier und gehen für unseren Glauben“.

Geschichte der Wallfahrt

Die Wallfahrt von Fulda zum Heiligen Blut nach Walldürn geht auf ein Gelübde aus dem Jahre 1682 zurück. Im Pestjahr legten Bewohner von Küllstedt im Eichsfeld das Gelübde ab „zur Verehrung des Allerhöchsten“ eine Buß-Wallfahrt nach Walldürn zu gehen. Im Jahr 1706 schlossen sich die Eichsfelder und Fuldaer Walldürnpilger zusammen und gehen seit 315 Jahren diesen Weg zusammen. Auch viele Pilger aus Unterfranken haben sich immer wieder der Fußwallfahrt angeschlossen.

Seit ihrer Entstehung wird die Wallfahrt "Zum Heiligen Blut" jährlich ohne Unterbrechung durchgeführt. Weder Strafen, Gefängnis, Krieg, Hunger und Seuchen konnten die Pilger abhalten, ihren Weg zu gehen. Das ist auch im zweiten Pandemie Jahr das Motto der Pilger.

Beim Aufbruch in Greußenheim am Dienstagmorgen, feierten sie zusammen einen Gottesdienst. In kleinen Gruppen sind sie dann ihren Weg weiter gegangen, nicht ohne den Segen der Greußenheimer mitzunehmen. Die Pilger gehen aus verschiedenen Gründen. Viele aus Dankbarkeit oder als Bitte. Auch die Herausforderung diesen langen und anstrengenden Weg zu gehen.

Die Pilger gehen schweigend, im Gebet oder in Gedanken und fahren den Alltagsstress runter. Ein streicheln der Seele. Für die Teilnehmer in diesem, wie auch schon im letzten Jahr ist es auch ein Zeichen für ihren Glauben. Alle Teilnehmer beachten laut der Mitteilung die Abstands- und Hygieneregeln  und gehen achtsam ihren Weg. Sie übernachten in Gasthäuser oder Pensionen, Privatquartiere sind nicht erlaubt. Einige lassen sich von ihren Angehörigen zum Schlafen abends abholen, um am nächsten Tag wieder gestärkt den Weg nach Walldürn weiterzugehen.

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